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Gestorbene.

In der evangel. Gemeinde der Johanneskirche.

Den 18. Juni. Karl Friedrich Wilhelm, des Kur- hessischen Wasserzollkontroleurs Heinrich Wilhelm Schüy, S., alt 6 I 7 M. 5 T.

Den 18. Juni. Jakob Ludwig Nahrung, Bürger und Schuhmachermeister, alt 70 I. 8 M. 16 T.

Gemeinnützige Nachrichten.

In Gemäßheit der im §. 14 des die Besteuerung der Hunde und die Verminderung der Gefahren der Hundswuth betreffenden Gesetzes vom 31. Oktober 1833 enthaltenen Vorschrift wird folgende

Belehrung über die Wasserscheu bei Menschen und Thieren bekannt gemacht.

(Schluß.)

Findet die Ausschneidung wegen Häufigkeit der Biß­wunden , oder wegen der Gefahr, wichtige Theile zu zerschneiden, oder wegen der Verstümmelung des Kran­ken nicht Statt, so ist das bloße Erweitern mit dem Messer durch Einschnitte und Auswaschen der Wunden, sowie eine aufmerksame Behandlung derselben mit Atz- laugsalz anzuwenden.

In der ganzen Zeit vom Bisse an bis zum Ausbruche der Wasserscheu kann die Ausschneidung und Aetzung der Wunde oder Narbe vorgenommen werden.

Während der Behandlung der Bißwunde hat der Verletzte alle heftige Anstrengungen und Arbeiten zu meiden, sich mäßig zu bewegen, und leichte, nicht zu nahrhafte, besonders Pflanzenspeisen. zu genießen, al­ler erhitzenden Dinge aber sich sorgfältig zu enthalten, und in nickt zu heißer Temperatur zu bleiben.

Uebrigens müssen vorzüglich bei dem Gebissenen Muth und Heiterkeit erkalten, alle niederdrückende Ge­müthsbewegungen, Aerger, Schrecken, Kummer, ver­mieden, und eine sehr geregelte Lebensart vom Kran­ken geführt werden.

Weigert sich ein Gebissener, ärztliche Hülfe anzunehl men, so hat die Polizei das Recht, ihn, um die übri­gen Einwohner vor der Gefahr der Wasserscheu zu schützen, auf viele Wochen in eine Wohnung zu ver­bannen, und unter strenge polizeiliche Aufsicht zu setzen.

Ganz gleich sind Vorsicht, Verhalten und Behand­lung bei der Bißwunde von einem tollen, wie von ei­nem der Wuth nur verdächtigen Hunde, bei der von ei­nem in die wahre Wuth verfallenen, sowie von einem bloß vermeintlich wüthenden andern Thiere. In den letztern Fällen ist also bei einem Menschen, der gebissen oder begeifert worden, eben so zu verfahren, als sei es von einem tollen Hunde geschehen. Selbst Bißwunden von in der heftigsten Leidenschaft versetzten, sehr ge. reizten Thieren sind auf ähnliche Weise zu behandeln. Verfahren und Vorsichtsmaßregeln bei einem wasserscheuen Menschen.

Ist die Wasserscheu bereits ausgebrochen, so richtet

Den 21. Juni. August Christian Wilhelm, des Bürgers und Schmiedmeisters Johann Christian Glaser, S-, alt 7 M. 9 T-

In der israelitischen Gemeinde.

Den 22. Juni. Jsaak Oppenheimer, Bürger und Handelsmann, alt 60 I. 1 M.

gewöhnlich keine Kur etwas aus, der Kranke stirbt und man kann höchstens lindern. Da indeß doch eine Mög­lichkeit zur Rettung da ist, so muß alles dafür aufgebo­ten, und dem behandelnden Ärzte in seinen Bemühun­gen keine Hindernisse entgegengesetzt werden.

Der Wasserscheue wird mit möglichster Schonung und Vorsicht in einem Zustande erhalten, worin er nie­manden schaden kann.

Die innerliche Behandlung , sowohl zur Vorbauung als zur Kur, muß allein dem Arzte überlassen bleiben. Es gehört hierher die Anwendung der durch die Erfah­rung am meisten bewährten Mittel, der Belladonna, des Quecksilbers, Maiwurms, der spanischen Fliegen, des flüchtigen Alkalis (der lauen Bader, des Glühei- sens auf der Bißstelle).

Zu einem in Wasserscheu verfallenen Menschen dür­fen nur die Personen kommen, die schlechterdings zu seinem Beistande erforderlich sind. Niemand darf sich einem solchen bejammernswürdigen Unglücklichen mehr nähern, als es gerade Noth thut. Wer ihn berührt, darf keine Verletzung an den Händen haben, und muß sich sogleich mit Sorgsamkeit waschen.

Alles, was in der nächsten Umgebung des Kranken gewesen, was er während seines Leidens berührt hatte, muß, damit das furchtbare Uebel nicht auf andere Men­schen übertragen werde, zerstört, verbrannt, vergraben oder ausgeglüht werden, wie Betten, Kleidungsstücke Geschirre rc- Die Bekleidungen der Wände aber sind zu zerstören, oder diese selbst mit frischem Kalke zu überziehen.

Ein an der Wasserscheu Verstorbener wird, sobald der nicht sehr zweifelhafte wahre Tod offenbar ist , un­verzüglich , ohne abgewaschen und angekleidet zu wer­den, in einem gut »erpichten Sarge, tiefer als gewöhn­lich , beerdigt.

Hanau am 2. Juni 1849.

Kurf. Hess. Bezirksdirektion.

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« des vereinigten evangel. Waisenhauses-