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gesehen werden. Bei der stillen Wuth hängt der Unterkiefer herab, die Zunge heraus.
Zufälle der Wuth bei auderu Haus- thieren.
Die Merkmale, daß ein Stück Vieh, besonders Rindvieh, von einem wüthenden Hund gebissen, sind hauptsächlich folgende: Es frißt und saust auffallend weniger, wird scheu, sieht sich wild um, verträgt kein starkes Licht, spitzt die Ohren, geht auch wohl aus die Menschen los; reibt die Stelle, rrw es gebissen worden, stark an etwas; geräth in Wuth beim Anblicke eines Hundes, äußert solche aber gegen andere Thiere nicht. — Steigt die Krankheit, so wird das Vieh kreuzlahm, geht mit Schwierigkeit, liegt meist, und scheut das Saufen. Beim Einiritte der Wuth springt es auf, wird von Zuckungen befallen, brüllt anhaltend mit weit gestrecktem Halse, geifert viel, beißt in die Raufen und Krippen, auch wohl sich selbst, und scharrt mit den Wor- dersüßen tiefe Löcher in die Erde».
Verhütung der Entstehung der Wuth bei Hmldeu und andern Hausthieren,
Man sorge, daß die Hunde nicht plötzlich aus der Kälte in die Hitze, oder aus dieser in jene kommen, sowie auch, daß sie vor der anhaltenden Einwirkung großer Hitze oder strenger Kälte gesichert sind. Das so gewöhnliche stete Liegen am heißen Osen ist daher vorzüglich zu verhüten , auch das Hetzen und Jagen während großer Hitze zu meiden,
Man trage ferner Sorge, daß die Hunde stets hinreichendes reines Wasser finden, daß sie weder blos Fleisch,. noch verdorbenes Fleisch zur Nahrung erhalten, daß ihr Lager, ihre Hütten reinlich sind, und sie den Geschlechtstrieb befriedigen können.
Da bei alten Hunden (Die über acht Jahre haben) die Wuth leichter entsteht, so muß man in Hinsicht ihrer hauptsächlich vorsichtig seift. Am sichersten ist es immer, sie zu todten.
Bissige Hunde, welche ohne besondere Veranlassung leicht böse werden und anfallen , sollen todt geschlagen werden.
Gar keinen Vortheil gewährt das Ausschneiden des sogenannten Tollwurms; denn ein Hund, bei dem diese Operation vorgenommen worden, kann bestimmter Erfahrung zufolge dessenungeachtet von der Wuth er» griffen werden.
Daß man vorsichtig mit dem Wegnehmen dev Jungen bei Katzen sein müsse, ergibt sich aus dem,
was oben über die Entstehung der Wuth gesagt wurde.
Maßregeln zur Verminderung, des- Vorkommens der Wasserscheu durch MsterkMg, und Vorkehrungen beim Vorhaudenseiu eines wüthenden oder der Wuth verdächtigen Thieres, um die Fortpflanzung derselben zu verhindern.
Da der Hund unter allen Hausthieren am meisten der Wasserscheu unterworfen ist, so wird diese traurige Krankheit in unserm Klima da oft vorkommen, wo viele Hunde sind. Jemehr von ihnen sich an einem Orte be. finden, desto häufiger ist die Gelegenheit zur Entstehung und Verbreitung der Hundswuth.
Bloß durch Verminderung der Hunde ist die schreckliche Wasserscheu selten zu machen. Es ist daher Sorge der Polizei, Dem Halten, wnnöthiger Hunde zu steuern, herrenlose wegzuschaffen, und überhaupt aus Beschränkung Der Anzahl der Hunde durch zweckdienliche Verfügungen, durch Auflagen auf Die Hunde ic. zu wirken, sonach Die Gefahr, daß ein Mensch von Der Wasserscheu befallen werde, zu verringern-.
Ei i wirklich toller Hund ist möglichst schnell zu todter».
Die Stelle, aus welcher ein solcher oder ein vermeintlich wüthender Hund getödtet worden, muß vow dem etwa noch anhängenden Geifer oder Blute gereinigt werden. Man nimmt deshalb die Erde obcnhev ab und verscharret sie.
Ein nur im Mindesten verdächtiger Hund muß so. gleich getödtet werden, im Falle er noch keinen Menschen gebissen hat. Wollte man Den Hund, wegen seiner Schönheit oderGeschicklichkeit, oder weil er viel Anhänglichkeit und Treue feinem Herrn bewiesen, scho, neu , und es auf eine mögliche Kur ankommen lassen, so wird diese mit Gefahr und Verantwortlichkeit verknüpft sein, und es sind traurige Beispiele genug vorhanden , daß für solche Fälle unzeilige Rücksichten wie Mitleid, Sparsamkeit ro. großes Unglück anrichleten, indem Menschen und selbst der Herr VesHundeS von ihm gebissen wurden und den schrecklichen Tod der Wasserscheu erlitten. Zweckmäßige Polizeiverordnungen verbieten daher streng die Kuren bei Hunden, die einige1 Merkmale der herannahenden Wuth äußern, und gebieten deßhalb bei angemessener Strafe die Tödtungi eines jeden der Wuth nur irgend verdächtigen Hundes, der noch nicht einen Menschen gebissen hat,
(Fortsetzung, folgt.)'
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckerei des vereinigten evangel, Waisenhauses,