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süßen Milch absondert. Dies geschieht auf folgende Art: die frisch gemolkene Milch wird nämlich im Wafferbade bis zu 4-" R-, bei welcher Temperatur sie stark schäume, erhitzt und dann in hohe Gefäße 8 bis 10 Stunden hingestellr, so daß sie langsam, aber völlig erkaltet. Der nun auf der Oberfläche abgesonderte Nahm wird mit etwas Wasser unter Zusatz von wenig Kvcbsalz auf gewöhnliche Weise gebuttert- Nach sehr kurzer Zeit scheidet sich die But­ter ab, die stark ausgepreßt oder, wenn noth­wendig, gewaschen und noch etwas gesalzen werden kann. Die vom Nahm gesonderte Milch kann zu vielen häuslichen Zwecken, z. B- Brodbacken, Suppen u. dergl. benutzt werden. Ich habe obige Methode häufig angewandt und im Durchschnitt aus .11 Maß Milch 28 Loth Butter erhallen*), die sich sowohl durch ciire schöne gelbe Farbe, als auch durch einen angenehmen reinen Geschmack auszeichnete.

Beim Buttern hat man überhaupt zu beachten, daß die Temperatur nicht unter + 10 fällt und nicht über + 15° N. im Butterfaße steigt, indem bei nie­drigerer Temperatur die Operation länger dauert und bei höherer theils Butter verloren geht, theils der Geschmack sich verändert. Bei anhaltendem Buttern steigt die Temperatur gewöhnlich um einige Grade; es kann daher die angegebene Warme leicht durch Zuaießen von kaltem oder warmem Wasser, außer­halb des Butterfaßes, regulirt werden- (Archiv der Pharmacie).

Mittel zur Vertilgung der Herbstzeitlose.

Der rühmlich bekannte Lehrer der Landwirthschaft, Herr Professor Kaufmann zu Bonn, theilt fol­gendes Mittel in Vertilgung des so lästigen Wiesen- unkrauts, der Herbstzeitlose (Colehicum autumnale L.) in Nr. 29 der diesjährigen Großherzl. Hessischen

*) Dann müssen aber diese Maße mehr als um die Hälfte kleiner als das hiesige Maß, zu circa 4 Pfund gerechnet, sein!

landwirthschaftl. Zeitschrift mit, welches auch von unsern Landwirthen verdient angewendet und geprüft zu werden.

Bei meinem Antritte der Wirthschaft deS land« wirthschaft!- Jnstnutü zu Poppelsdorf, vor zehn Iah, ren, fand ich eine Wiese vor, auf welcher die Herbst­zeitlose eben so häufig als üppig stand. Der Ver­such, dieselbe durch Ausstichen auSzurotteN, wozu ich ein eigenes zweckmäßiges Werkzeug hatte verfer­tigen und anwenden lassen, zeigte, trotz aller an­gewandten Arbeit, im folgenden Jahre einen so ge­ringen Erfolg, daß ich die Hoffnung aufgab, auf diesem Wege mein Ziel zu erreichen. Vergebens sah ich mich nach Belehrung, Beobachtungen und Er­fahrungen in unsern besten Fachschriften um; ich berieth mich dieserhalb mit einem beim Ackerbaue ergrauten Landwirthe der Nachbarschaft, der mich darauf auf­merksam machte, daß die Zeitlose, als eine niedrig wachsende Pflanze, durch üppigen Graswuchs erstickt werden könne. Diese Ansicht hielt ich für begründet, und von ihr geleitet brächte ich, bei fleißiger Be­wässerung , reichlichen Dünger und Steinkohlenasche, die hier durchgängig zur Verbesserung des BodenS verwandt wird, auf- Der Erfolg entsprach ganz den Erwartungen; Gras und Klee wuchsen üppig und hoch empor, und die Zeitlose wurde im eigentlichen Sinne, weil ihr Raum, Licht und Luft fehlte, er­stickt- Diese Methode ist mit geringer Muhwaltung verbunden und führt auf dem kürzesten Wege, ohne besondere Kosten, zuverlässig zum Ziel. Zwar ist cS da, wo man den Dünger sich nicht wohlseil durch Ankauf u- s. w- verschaffen kann, im Allgemeinen den guten Grundsätzen der Landwirthschaft entgegen, den Mist, statt auf die Aecker, wo er ein größeres und werthvolleres Pflanzenprodrukt liefert, aus die Wiesen zu bringen. Allein, da in dem vorliegenden Falle eine verdorbene, wenig lohnende Wiese in eine gesunde und reichlich tragende verwandelt wird, wo­von der Vortheil viele Jahre hindurch andauert, so wird die Ausnahme selbstredend gerechtfertigt sein.

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« deS vereinigten cvangel. Waisenhauses.