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Den 29. März- Frau Marie Wilhelmine Karoline, des verlebten evangel. Pfarrers Franz Ludwig Christian Calaminus auf der Bergkirche Ehefrau, geb. Heyl, alt 71 I. 3 M. 28 T-

In der evangel. Gemeirwe der Johanneskirche.

Den 27. März- Johann Konrad, des Bürgers und Schreinermeisters Johann Anton Germershausen, S-, alt 5 M.

Den 27. März. Jungfrau Dorothee Sophie Hen- riette, des Bürgers und Strumpfwebers Walentin Fischer nachgel. T., alt 49 I. 3 M. 21 T.

Den 27. März. Frau Christine Sabine Karoline, des Bürgers und Schuhmachermeisters Adolph Konrad Ziegler nachgel. Wittwe, geb. Helm, alt 67 I. 3 M.

Den 30. März. Johann Heinrich Hoffärber, Bürger und Schühmacherüreister, alt 65 J. 10 M. 9 T-

Den 30. März. Frau Eva Margarethe Katharine, des Bürgers und Schneidermeisters Christian Fried­rich Herold, Ehefrau, geb. Wagner, alt 66 J. 30

In der französischen Gemeinde.

Den 29. März. Philippine Elisabeth, des verlebten Bürgers und PcrückenmacherS Jean Conrad Ger- wig, T-, alt 60 I. 10 M- 15 T-

MmenniützlZtz Nachrichten.

Aufmunterung zur Obstbaumzucht.

(Fortsetzung auS Nr. 13 d. Bl.)

Daß für die Anpflanzung von Obstbäumen an unsern Landstraßen bis jetzt so wenig gethan wird, hat einestheilS auch wohl in der. oben bemerkten Ursache, daß nämlich unter denselben wenig wachse, seinen Grund; anderntheilö, und gewiß hauptsäch­lich, in der Befürchtung, die Bäume werden doch ruinirt werden. Leider unterläßt so mancher Land­wirth in Voraussicht des Schicksals seiner Pflänz­linge die Anlegung von Obstbaumalleen, und wer will es ihm verdenken? Wie schwierig eS ist, am Wege einen.Baum fortzubringen, beweisen die ab- und umgebrochenen oder entzweigten Baumüber­

bleibsel zur Genüge. Zum Gedeihen der Baumpfla«- zungen an Wegen ist es also unbedingt nothwendig, daß dem Baumfrevel kräftig gesteuert werde. Zwei Mittel sind hierzu gewiß am Zweckdienlichsten; erstens müssen die Kinder in der Schule den Baumfrevel verabscheuen lernen, und zweitens muß der ertappte Baumfrevler von der Obrigkeit streng bestraft wer­den. Daß gerade die Kinder sich in ihrem Muth­willen oder in ihrer Zerstörungslust am öftersten durch Ruiniren der Baume versündigen, weiß ich aus Erfahrung; und obgleich selbst Lehrer, muß ich doch den meisten meiner Kollegen denVorwurf machen, daß sie zur Steuerung dieses Uebels viel zu wenig thun. Die Kinder müssen (vielleicht bei der Erklä­rung des 5- und 7. Gebotes) zur Erkenntniß ge­führt werden, wie strafbar der Baumfrevel ist, und aus welchen Gründen; sie müssen von dem großen Werthe und Nutzen eines Baumes überzeugt werden. Unter jetzigen Umständen könnte eine Obstbaum­allee wohl nur dann gedeihen, wenn solche gleich in größerem Maßstabe angelegt, vielleicht verpachtet, wenigstens ein Mann als Wärter und Wächter bei derselben bestellt würde; oder wenn sie Gemeindegut, folglich die ganze Gemeinde für ihr Gedeihen mehr interessirt wäre.

Besonders bei unsern Tagelöhnern in den Dörfern finden wir außer den schon angeführten Ursachen, die dem häufigeren Anpflanzen von Obstbäumen hinderlich sind, noch einen andern Grund in der Ungewißheit, ob ihnen ihr derzeitiger Garten «,ch verbleiben werde. AuS verschiedenen, oft geringfM- gen Ursachen kommt es häufig vor, daß ein S.ag» löhner den bis jetzt benutzten Garten gegen einen andern vertauschen muß; überhaupt ist er in der Regel nicht sicher, daß er seinen Garten ausLebenszeit oder so lange er auf dem Gute wohnt, behalten wer­de, und diese Ungewißheit hält ihn oft zurück, Geld und Mühe auf Bäume zu verwenden, die vielleicht bald nicht ihm, sondern einem Andern den Nutzen > bringen. Würde so manche Gutsherrschaft mehr auf Belastung einmal den Leuten überwiesener Gärten Rücksicht nehmen, nebenbei zum fleißigen Anpflan­zen von Obstbäumen aufmuntern, gewiß, in vielen Dörfern würde mehr auf Obstbaumzucht gegeben werden. Rühmliche Erwähnung möge hier die in dieser Hinsicht bewiesene Fürsorge desHrn. Schauer auf Konow finden, welcher im vorigen Herbste an seine Taglöhner 100 Obstbäume zur Bepflanzung ihrer Gärten vertheilen ließ.

(Fortsetzung folgt.)

Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« deS vereinigten evangel. Waisenhauses-