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In der niederländischen Gemeinde.

Den 11. Februar. Konrad Albert Wilhelm, deS Bürgers und Schlossermeisters Konrad Albert Schlobohm, S-, alt 2 I. 2 M. 5 T.

©cmctiuuilpißc Nachrichten.

Ueber den dermaligen Mangel an Schwellieu und die Theuerung derselben.

(Fortsetzung aus Nr. 5 d. Bl.)

Obschon Schweinen dieser sogenannten rus­sischen Ratze manche erhebliche Vorzüge, wie z. B. daß sie, gleich den Mongolitzern, bei gehöriger Fütterung häufig genug und bald ein Gewicht von 300 Pfund und darüber, erlangen, gar nicht abzu- sprechen sind, so muß man sich doch wundern, daß sie eine größere Verbreitung, namentlich bei den bäuerlichen Züchtern, nicht gefunden haben. Und zwar lag, wie in so vielen andern Verhältnissen, auch hier die Ursache in einer Kleinigkeit. Es war dieses die schwarzgraue Farbe, welche die Raxe durch­gängig und mit nur seltenen Ausnahmen, trug, und die den Bauern nicht zusagte. — Eben deshalb dürfte vielleicht auch die allgemeine Einführung der Mongolitzer bei uns manche Schwierigkeit finden, wenn auch durchaus nicht zu bezweifeln steht, daß diese sich in unserm gemäßigten Klima ganz gut arten würde.

Indessen kann man diese Schwierigkeiten leicht umgehen. Man kann vorläufig auf die allgemeine Einführung der einen wie der anderen Ratze ver­zichten, da sich uns ^ur Verbesserung der Zucht eine dritte darbietet, die hier zu Lande, wenn auch ge­rade noch nicht in bedeutender Verbreitung, doch schon so manchen Ortes eingeführt ist, und welche da, wo dieses geschehen, sich in jeder ökonomischen Hinsicht als ausgezeichnet bewährt hat. ES ist daS jene Ratze, die man hier unter dem Osmium der L i p« pe'fchen kennt und deren höchst wünschenswertste ver- breitetere Einführung auch den — freilich ganz un­wesentlichen — Anstoß der Farbe auslaßt, indem sie durchgängig weiß, nur dann und wann einmal ins grauliche spielend, erscheint. Die Schweinebe- stände einiger unserer größeren Oekonomen, hier und da auch einigen Bauern, bestehen schon jetzt rein auS dieser Raxe und sie heben ihre Vorzüge sehr hervor. Sie schlachten davon fette Thiere von .-00 bis 350 Pfund, und doch versichern sie, daß sie eben nicht reichlicher (wohl aber zweckmäßiger) fütterten, als die meisten bäuerlichen Züchter. So zeigte mir z. B. gegen Ende Novembers 1846 das VM-, Hr. Gutsbesitzer Reinhardt zu Landershausen, einen noch nicht voll zweijährigen, kurz zuvor verschnittenen Eber ächt Lippe'scber Rabe in feinen Ställen vor,

Smiuft und verlegt in der Buchdrucker

der schon damals von ungewöhnlicher Starke und mindestens an 300 Pfund schwer war. Der genannte Besitzer versicherte, daß daS Thier bis Ausgangs Januar, zu welcher Zeit es geschlachtet werden solle, volle 400 Pfund haben werde; und wirklich hatte er sich nur um 10 Pfund geirrt, denn das Schwein wog — ausgeschlachtet — beiläufig 390 Pfund. — Andere Schweine derselben Ratze und von fast glei­chem Gewichte sah ich auch bei dem Oekonomen Schüler zu Neckerode, und bei einigen Andern*).

Ueberall da, wo die Zucht dieser Ratze in meinem Dienstkreise betrieben wird, habe ich sie mit dem größten Interesse beobachtet und bin dadurch zu der Ueberzeugung, ja ich glaube, zu der Gewißheit ge­langt, daß sie die beste und nutzbarste ist, die nur immer bei uns verbreitet werden kann. Sie ist of­fenbar identisch (gleichmäßig) mit jener vortrefflichen maltesischen oder korsischen Ratze, von welcher man in England Schlachtschweine bis über 500 Pfund Gewicht herangefüttert haben will. In ihrer ur­sprünglichen Reinheit sah ich vor mehreren Jahren Zuchtsauen der letzteren Ratze auf der Herzogl. Mei, ninglschen Domäne zu Marienthal, bei Altenstein. Durch hohe Vermittelung waren zwei trächtige Docken direkt aus Malta über England :c- nach dieser Do­mäne gebracht worden, und sie erzeugten kort eine zahlreiche Nachkommenschaft, von welcher ein junges weibliches Thier, nach ersetztem Besprinaen, an einen Papierfabrikanten des hiesigen KreiseS kam, wo eS seiner Zeit 1t Junge wart, die alle trefflich gediehen und nach hier und dorthin vertheilt wur­den. In der Vergleichung zwischen Individuen dieser Ratze mit denen der s. g. Lippe'fchen — die wir schon etwas früher, auch hier hatten — vermochte ich nicht den geringsten Unterschied aufzufinden- Beide zeichnen sich durch einen langen gestreckten Körper, breite Seiten, gerades (nicht abschüssiges) Kreuz, durch weiße, selten graulich-weiße, Farbe ohne dunkle Flecken, vor allem aber durch lange, sehr breite und eine nur wenig gewölbte Fläche bil­dende Ohren auS, die, gerade nach vorne gerichtet, niederhängen. Sie werden dieserhalb in hiesiger Gegend auch kurzweg Schlappohren genannt- Wahrscheinlich hatte man sie längst schon in Eng­land: wenigstens stimmt die Beschreibung der eng­lischen großen Schweineratze (der allein man dort auffallenderweise keinen speziellen Ratzenamen gegeben hat) in allen Punkten mit der eben angegebenen übereiu-

(Fortsetzung folgt.)

*) Durch Kreuzung dieser Rare mit dem chinesischen Schwein soll ein guter Schlag entstanden sein, der dem Vernehmen nach alte Beachtung verdient. Das VM-, Hr- Domanen- pachter Krüger zu Ermschwerdt, Kreis Witzenhausen, kann nähere Auskunft über die ökonomischen Vorzüge dieses Schweineschlags ertheilen und auf Verlangen auch junge Zuchteber davon ablassen. d. R-___

i bei vereinigten evangel. Waisenhauses.