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Den 23. Januar. Anne Margarethe, deS Bürgers und Schiffers zu Aschaffen bürg Konrad Neeö, 2.
Oestorhfnc.
In der israelitischen Gemeinde.
Den 20. November 1843. Jungfrau Vogel LazaruS, des verlebten Handelsmanns Hirsch LazaruS nach- gel. L, alt 72 I.___________
Gemeinnützige Nachrichten.
Ueber den dermaligen Mangel an Schweinen und die Theuerung derselben.
(Fortsetzung aus Nr. 4 d. Bl.)
Vollkommen und in jeder Hinsicht tüchtige Eltern sind das erste und unbedingteste Requisit (Erforder- niß) einer guten Schweurezucht.
Zur Erfüllung dieses Requisits gehört aber, außer gehörigem Alter und Bau der Zuchteltern, auch die Berücksichtigung der geeigneten Art oder Na^e derselben. Fehlte eS noch bis vor kurzem im Allgemeinen eben nicht an der genügenden Menge junger Schweine, so fehlt eö diesen doch allzu sehr an besserer Qualität. Mit andern Worten: es fehle noch zu sehr an der Verbesserung der Zucht durch andere, und zwar durch solche Raeen, die bei gleicher Frucht- barkeir und ohne weder einen bedeutenderen Futteraufwand, noch eine längere Dauer der Mästung zu erfordern, dennoch nach beendigtem Auffüttern ein größeres Gewicht erlangen.
Diesen sehr wichtigen Zweck in nicht gar langer Zeit, und in entsprechender Verbreitung zu erreichen, wäre nun zwar leicht, ständen nicht die zu tief ge- wurzelten Vorurtheile der großen Mehrzahl der bäuerlichen Schweinezüchter dein entgegen. Es ist unendlich schwer, sie vorerst nur einmal von den größeren Vortheilen solch' einer Verbesserung der Zucht zu überzeugen; und doch könnten sie diese Ueberzeugung schon in den Ställen so mancher Landwirthe alsbald durch den Augenschein erlangen. Welche Jammergestalten von Ferkeln sehen wir oft unter ben Gemeinde-Heerden oder in den Dörfern umherlaufen, gegen den schönen jungen Aufwuchs in größeren Oekonoinien! — Viele Besitzer oder Pächter der Letzteren erkannten nämlich schon länger die vorzüglicheren Eigenschaften gewisser anderer Ncwen, und sie suchten diese auch einzuführen. 9?un kommen wir hier zu der Frage: welche Schweineraae dürfte sich für unser Land, überhaupt für die mitteldeutschen Staaten, als die beste empfehlen, ohne daß, etwa durch Klima und Landeslage, eine Entartung oder ein Rückgang derselben zu befürchten
stände? — Darauf kann in Bezug auf Letzteres geantwortet werden: „Fast alle besseren Raäen gebet. Hen, wenigstens bei ausschließlicher Stallfütterung, auch wohl in andern Ländern der gemäßigten Zone'" Welches aber sind die besseren Rac-en? —
In Oesterreich, namentlich in'der Gegend von Wien, hat man eine aus Kroatien, dem tieferen Ungarn und den angrenzenden Provinzen stammende Schweineraee, die man die Mongolitzer nennt, und von welcher jährlich mehrere tausend Stück nach der Kaiserstadt gebracht werden. Viele werden auch nach Baiern getrieben, wo man ihre Schinken und den Speck sehr^ hochschätzt. Vor längerer Zeit schon sah ich sehr schöne Eremplare dieser Ra^e auf einem von N o t e n h a h n'schen Gute in der Nähe^von BaMkerg, wo sie vielleicht heute noch gezüchtet wird. Der Körper dieser Schweine ist kurz und hoch, mit sehr kurzen wohlgebauten Beinen und ausrechislehen- den, zugespitzten Ohren. Ueberhaupt ist der Körperbau vorzüglich gut. Die Haare sind dünne und kraus, bei erwachsenen Thieren grau oder schwarzgrau, mitunter auch schwarz. Sonderbar sehen die Ferkel aus; sie sind weißgrau, in's bräunliche spielend, und haben an beiden Seiten dem Rücken entlang schwarze Streifen. — Die eigentliche Heimath dieser Ra„e ist die europäische Türkei. Sie wird bei gleiche m Futter doppelt so bald fett, als unser gemeines Schwein, und erlangt ein Gewicht von 3 b i s 400 Pfun d. Auch ist der Speck weit wohl- schmeckender. Vorzüge, die wahrlich nicht zu verachten sind.
Bei jetzc immer frequenter werdender Kommuni- kation unb erleichtertem Transportwesen, wäre ei vielleicht nicht schwer, jedenfalls aber wünschens- werch, diese ausgezeichnete Schweinezucht bei uns einzuführen.
Eine andere, mit der eben beschriebenen offenbar ganz nahe verwandte, wenn nicht förmlich verbrüderte, Rage, hielt der rühmlichst bekannte Oetonom, Hr. Domänenpachter Deubach zu Uncerrohn, bei Salzungen, zuerst; von wo aus sie in ben Jahren 1821 bis 1824 in dem Amtsbezirk Salzungen, besonders in der Stadt selbst, ziemlich verbreitet war. Sie hatte meist, wie jene, eine schwarzgraue, auch wohl schwarze Farbe, wurde bei gehörigem Futter bald recht groß und schwer; ihr Fleisch war sehr zart, und der Speck fein und hoch. Doch wurde der Speck bei heißer Witterung etwas leicht fließend. Von allen bekannteren Arten unterschieden sich diese Schweine beiowLers dadurch, daß Borsten und Haare nicht gerate, sondern vollkommen gekräuselt (wollig) waren. 'Nach der Versicherung eineS Verwandten des Hrn. Deubach hält dieser noch gegenwärtig die fragliche Raxe die man dort die „russische" nannte.
(Fortsetzung folgt.)
Gedruckt und verlegt in der Vochdruckerei des vereinigten evangel. Waisenhauses.