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1848.
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Hanan, Donnerstag -en V. Dezember L848.
An das deutsche Volk!
Deutsche! In ernster Stunde für unser Vaterland spreche ich zu Euch; hört meine Worte mit Vertrauen!
Eine bsklagenswerthe Spaltung ist eingetreten zwischen der Krone und den Volksvertretern Preußens- In weiten Kreisen hat das deutsche Volk Partei genommen in diesem Streite; eS hat es gethan in ruhiger und gesetzmäßiger Haltung. Aber auch die Stimme der Leidenschaft ertönt, und sie entzündet neue Leidenschaft. Ein Theil der Preußischen Volksvertreter hat beschlossen, daß die Erhebung der Steuern einzustellen sei. Die Bande des StaatslebenS sind dadurch gelockert, die bürgerliche Gesellschaft ist tief erschüttert, Preußen und mit ihm ganz Deutschland stehen auf Lr Schwelle des Bürgerkrieges.
Preußen! Die zu Frankfurt versammelten Vertretendes deutschen Volks haben in so verhangnißvollem Augenblicke das ausgleichende Wort des Friedens gesprochen. DieReichsversammlung hat verlangt, daß Preußens König sich mit Männern umgebe, welche das Vertrauen des Landes genießen. Sie hat die Euch gewahrten und verheißenen Rechte und Freiheiten feierlich verbürgt; sie hat Euch gegen jeden Versuch einer Beeinträchtigung derselben ihren Schutz zugesagt. Sie hat aber zugleich den auf die Einstellung der Steuererhebung gerichteten Beschluß der Preußischen Volksvertreter für nichtig erklärt.
Preußen! Die Reichsversammlung zu Frankfurt vertritt die Gesammtheit der deutschen Nation, ihr Ausspruch ist oberstes Gesetz für Alle!
Deutsche! In voller Uebereinstimmung mit der Reichsversammlung werde ich handeln. Ich werde die Vollziehung jenes Beschlusses nicht dulden, welcher durch Einstellung der Steuererhebung in Preußen die Wohlfahrt von ganz Deutschland gefährdet. Ich werde aber auch die Bürgschaft der Rechte und Freiheiten des Preußischen Volkes zur Geltung bringen; sie sollen ihm unverkümmert bleiben, wie allen unseren deutschen Brüdern.
Ich rechne auf Euch, Preußen; Ihr werdet mir beistehen; Ihr werdet jede Ungesetzlichkeit, jede Gewaltthat meiden und Euch der Freiheit werth zeigen. Haltet den Frieden, ich werde ihn wahren.
^ Deutsche ! Auf Euch Alle rechne ich. Steht Ihr zu mir, wie ich zu Euch stehe! Das längst ersehnte nach dem wir streben, ist näher gerückt, bald wird das Verfassungswerk für Deutschland vollendet und unser schönes Vaterland wird in Einheit und Freiheit groß und mächtig sein!
Frankfurt a. M. am 21. November 1848-
Der Reichsverweser: Crzherzog Johann
Die Reichsminister: Schmerling. Peucker. Duckwitz. Beckerath- R. Mohl.
Ernennungen und Beförderungen.
Seine Königliche Hoheit der Kurfürst haben aller- gnadigst geruhet:
den Staatöanwalt Justizrath Ernst Zimmer
mann zu Marburg zum Obergerichtsrathe im Ci- vilsenate des dasigen Obergerichts zu ernennen; auch
den Aktuar Friedrich Ritter zu Burghaun in gleicher Eigenschaft zum Justizamte in Nentershau« sen zu versetzen.