Nr. SL.
H^rrau am 25. Mai.
1848.
Bekanntmachungen.
489. Frankfurt. Nachstehend beschriebener Mann starb dahier am 5- Mai d. J. ploplid), ohne daß über dessen Person oderHeimath irgend etwas bekannt wäre.
Indem man bemerkt, daß derselbe früher immer mit Besen hierher gekommen ist, ersucht man alle resp. Behörden, baldmöglichst Auskunft über dessen Person hierher gelangen zu lassen-
Frankfurt am 9. Mai 1848.
Polizeiamt-
Signalement:
Alter circa 70 Jahre, Größe 6 Schuh Frankfurter Maß, Haare grau, melirt, Stirn hoch, Augenbraunen grau, dünn, Augen blau, Nase spitz, etwas rechts gebogen, Mund groß, Zähne mangelhaft, Bart grau, Kinn rund, Gesicht länglich, eingefallen, runzelich, Gesichtsfarbe blaß, Statur hager. Kleidung: dunkelbaue Kappe mit angenahten, aufwärts geschlagenen Klappen, langer hellblauer Rock mit großen übersponnenen Knöpfen, schwarze Tuchweste, grauer wollener Wamms, schwarze wollene Halsbinde, dunkelgrau gestreifte Hosen, weiße leinene Strümpfe, Schnürschuhe, weiße barchenten Unterhosen. Effekten: einen hellblauen Bettelsack, ein ledernes Beutelchen mit 2 st. 3 kr. und 6 Heller, ein Taschentuch, G. G. gez., weiß und blau, klein gewürfelt.
Vergehen und Verbrechen.
490- Hana u. Am 10. L M. sind aus einer unverschlossenen Kammer in einer außerhalb der hiesigen Stadt gelegenen Mühle folgende Kleidungsstücke, als:
1) ein Frauenunterrock von hellgrauem Bieder mit grauem Meinen besetzt, noch ziemlich neu, 2) ein neues Umhängetuch von wollenem Teppichzeug, von schwarzem Grunde, mit gelben und rothen Blumen, 3) ein Paar bereits gesohlte aber noch nicht geflickte lederne Frauenschuhe, s. g. Schnürschuhe, 4) ein Paar neue Straminschuhe von rothlicher Farbe, 5) ein Paar alte Frauenschuhe von schwarzem Tuch mit Ledereinfassung,'6) eine weiße leinene Schürze mit rothen Streifen, mit einer Tasche auf der rechten Seite aufgenaht; in dieser Tasche befand sich ein weiß- und blaugewürfeltes baumwollenes Taschentuch und in diesem 4 Dreikreuzerstücke, und 7) ein Leibchen von blau und weißgestreiftem Zwilch, an
welchem sich hinten zwei und auf der vorderen Seite zwei Fischbeinstöcke befanden,
entwendet worden.
Indem wir diesen Diebstahl zur öffentlichen Kenntniß bringen, ersuchen wir, etwaige Spuren des Thäters sofort dahier oder bei der nächsten Gerichtsbehörde zur Anzeige zu bringen-
Hanau am 19. Mai 1848.
Kurfürstliches Landgericht, filier.
vt. Gerlach-
491. Hanau- Anfangs oder Mitte v- M. ist ant einer unverschlossenen Wohnstube eines in der Vorstadt gelegenen Hauses eine etwa 2 Ellen lange Umhängekette von röthlichem Gold« entwendet worden.
An der Kette befand sich ein goldner Springring.
Indem wir diesen Diebstahl zur öffentlichen Kenntniß bringen, ersuchen wir, etwaige Spuren des Thäters dahier oder bei der nächsten Gerichtsbehörde zur Anzeige zu bringen.
Hanau am 17. Mai 1848.
Kurfürstliches Landgericht.
Giller.
vi. Gerlach.
492- Wächtersbach. In der Nacht vom 7. auf den 8- d. M. wurde dem Adam Reifschneider von Leisenwald von seinem im Hof stehenden Wagen zwei eiserne Nägel, der Arennagel und f. g. Wellennagel, und ferner in der Nacht vom 9- auf den 10. cjusd. ein beschlagenes Wagenrad, in welchem an den Speichen in den Felgen 3 Nägel nebeneinander auSgesprungen waren, entwendet.
Spuren zur Ermittelung des Diebes und der gestohlenen Gegenstände ersucht man hierher mit- zutheilen.
Wächteröbach am 17. Mai 1848.
Kurfürst!. Gräflich Jsenburg- Justizamt.
K r ö b e r. vt. Harcke-
FahnduuWchreiben und Steckbriefe.
493. Cassel. Wilhelmine Karoline Wortmann aus Lennep im Preußischen, hierunter soweit thun- lich näher bezeichnet, verließ am 9. d. M- heimlich ihren hiesigen Dienst und Hat ihrer Dienstherrschaft' entwendet:
1) ein Paar neue Tuchstiefeln; 2) ein großes wollenes buntkarrirtes Umschlagtuch; 3) zwei Frauenhemden von Leinen, mit F. B. gez.;