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ter, so bleiben diese hängen bis zu ihrer Zeitigung, es sei denn, daß man Frost befürchtet. Auch bei diesem Abnehmen des Tabaks ist Borsicht und Behutsamkeit nöthig, damit keine Blätter zerrissen werden. Sind alle Blätter abgenommen, so bleiben sie einige Stunden auf dem Felde liegen, damit sie etwas welk werden und nicht mehr so leicht zerbrechen.
Die stehenbleibenden Tabakssiengel werden nun auf der Erde abgehauen, oder, wenn sie nicht zu stark dazu sind, mit einer alten Sense abgemähet. Dies muß bald nach der Tabaksernte geschehen, weil die Stengel sonst neue Blätter treiben, die den Acker unnöthig auSsaugen und doch nicht zu gebrauchen sind. Die abgehauenen Stengel trocknet man entweder und verbrennt sie, oder man ackert sie unter, sie verwesen leicht und düngen gut.
7) Fernere Behandlung der Blätter bis z u in Bert a u f.
Der vom Felde nach Hause gebrachte Tabak wird dann, nachdem er gelb geworden, angeschnürt und zum Trocknen ausgehängt.
An einer schönen gelben Farbe des Tabaks ist viel gelegen, weil sie die Waare dem Kaufmann vorzugsweise empfiehlt. Grün gebliebene oder schwarz gewordene Blätter sind wenig werth. Soll der Tabak seine rechte gelbe Farbe erhalten, dann muß er nicht, so lange er noch grün ist, sondern beim Beginn seiner Reife, wie oben gezeigt ist, abgenommen werden, und dann an einem luftigen Orte Fuß hoch aufeinander einige Tage liegen bleiben. Am bequemsten ist es, wenn man ihn gleich auf den Boden trägt, wo er angeschnürt und aufgehängt werden soll Hier legt man ihn in Reihen, ohne die Blätter zu verwirren, Fuß hoch aufeinander, und schüttelt ihn bei dieser Gelegenheit etwas auf, damit die Blätter nicht allzu sehr aneinander kleben, in welchem Falle sie leicht faul werden. Man muß wohl acht geben, daß er in diesen Reihen nicht zu lange liegt, weil er sonst anfängt zu faulen und schwarz zu werden. Je nachdem das Wetter warm oder kalt ist, wird er in 2—1 Tagen gelb. Nun muß er sogleich angeschnürt und aufgehängt werden.
(Fortsepung folgt.)
aller Sorgfalt achten, weil davon die Güte des Tabaks zum größten Theile abhängt. Nimmt man ihn unreif ab, so bleiben die Blatter stete grün oder werden schwarz und verlieren dadurch sehr viel von ihrem Werthe, läßt man ihn zu reif werden, so verlieren die Blätter viel von ihrer eigenthümlichen Fetttigkeit, ihrer Schwere, ihrem guten Geschmack und Geruch und sind gleichfalls weniger preiswürdig. Wenn die Blatter anfangen sehr klebrig zu werden, etwas herunter hängen und röthliche Flecken bekommen, dann ist die rechte Zeit, sie abzuneh- men. Man warte nicht langer mit dem Abnehmen des Tabaks, wenn man auch noch keine Nachtfröste zu fürchten hätte. Freilich kann man nicht in jedem Jahre die so oben angegebenen Kennzeichen der beginnenden Reife abwarten, wenn man nicht besorgen will, durch Frost fast alles zu verlieren. Die ersten Nachtfröste können großen Schaden anrichten. Tabak, der erfroren ist, hat fast gar keinen Werth, weil er bei der geringsten Berührung zerbröckelt und deshalb zu Rauchtabak gar nicht gebraucht w-rden kann. Man laßt daher in hiesiger Gegend den^Ta- bak nicht länger als bis Michaelis auf dem Felde stehen, und die Erfahrung hat das Sprichwort gelehrt: „Nach Michaelis hat der Tabak kein Recht mehr im Felde."
Außer dem rechten Zeitpunkt zum Abnehmen deS Tabaks hat man auch darauf zu sehen, daß die Blätter nicht naß eingebracht werden, weil sie sonst leicht faul un6 schwarz werden oder schimmeln. Man ver. richtet diese Arbeit also nicht bei Regenwetter, auch nicht des Morgens, so lange die Pflanzen vom Thau noch naß sind.
DaS Abnehmen deS Tabaks muß schnell gehen, theils damit der rechte Zeitvunkt dazu nicht versäumt, theils damit man von Nachtfrösten nicht übereilt werde. Man stellt also dazu so viel Arbeiter an, als man bekommen kann. Diese brechen mit der rechten Hand die Blatter ab, inden sie jedes besonders anfassen, nehmen kann jede Hand voll unter den linken Arm und legen jeden Arm voll aus die Erde nebeneinander. Dabei müssen die Blätter regelmäßig zu liegen kommen, die Stiele alle nach einer Richtung, und die Haufen der abgebrochenen Blätter so, daß man bequem dazwischen fahren und sie aufladen kann. Finden sich hier und da nod) unreife Blät-
Gedruckt und verlegt in der Buchdrucker« deS vereinigten evangel. Waisenhauses.