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werden die betreffenden Behörden ersucht, densel­ben verhaften und anher abnesern zu lassen.

Steinau am 28- Januar 1848.

Kurflirstliches Justizamt.

M ü l h a u s e-

vt. Keiln

Signalement: Alter 59 Jahre, Größe 5' 5t-, Haare braun, Stirn niedrig, Augenbraunen braun, Augen blaugrau, 9tase etwas dick, Mund Mittel, Zähne fehlen bis auf einen Bart braun, Gesicht oval, Gesichtsfarbe gesund, Starur Mittel; besondere Kennzeichen: das rechte Bein ist etwas lahm.

148. N euho f. Nachdem sich der Militärpflichtige Peter Ruppel von Ellers auf die am 4. Dezem­ber v. I. an ihn erlassene öffentliche Ladung da- hier nicht sistirt hat, so werden alle Justiz - und Polizeibehörden hiermit ersucht, auf denselben vigi- lirenunb ihn im Betrecungsfalle verhaften und anher abliefern zu lassen.

Neuhof am 28. Januar 1848.

Kurfürstliches Justizamt. M ertz.

149. Hünfeld. Die Untersuchungsgefangenen Melchior Heil von Horas und Johannes, Schä­fer von Buchenau sind am Abende des 4. d. M. aus dem hiesigen Gefängnisse entsprungen, werden deshalb steckbrieflich verfolgt und alle Gerichts- und Polizeibehörden ersucht, auf dieselben achten, sie im Betretungsfalle verhaften und anher abllefern zu lassen-

Hünfeld am 5. Februar 1848.

Kurfürstliches Justizamt. Fulda, k. A.

150. Mannheim Der Kellner Pankratius Traut«er von Baireuth, dessen Beschreibung wir unten beiüfgen, hat sich der Entwendung eines feinen braunen Tuchmantels mit rothem Kragen und Furter und messingenen Hasten, und einer Tuchmütze mit Schild und seidenem Futter dringend verdächtig gemacht. Auf das Gestohlene und den Thäter wolle gefahndet werden.

Mannheim am 29. Januar 1818.

Großherzogl. Stadtamt.

Signalement: Derselbe ist beiläufig 20 Jahre alt, von großer, schlanker Gestalt, hat blondes, fast rölhlicheö Haar und Bart, ein läng­liches, volles und frisches Gesicht und blaue Au­gen. Er trägt zuweilen einen braunen Frack mit gelben Knöpfen, einen schwarzen Seidenhut, einen goldnen Ring mit einem Plattchen und um's Kinn einen Bart.

151- Speier. Am 3. d. M. wurde dahier in der Mittagsstunde zum Nachtheil des Ockonomen Friedrich Heppenheimer von Speicr eine goldne Repetir- Cylinderuhr entwendet, welche in dem ziselirten und gravirten Gehäuse die Nummern 433, 145 unb ,10633 hatte, und woran eine kurze

goldne Kette mit goldnem Petschaft und Schlüs- selchen hing.

Der Verdacht des Diebstahls fallt auf zwei Hand- Werksburschen, deren einer dunkeln Oberrock, hell­graue Hosen und weiße Muße trug, auch hell­blondes Lockenhaar haben soll; der andere, größere trug dunkeln Oberrock mit Seitemaschen, worin eine Pfeife, dunkelgraue Hosen und hatte schwar­zes Haar nebst Schnurrbart

Auf die Uhr und den Dieb wolle gefälligst ge­fahndet werden.

Speier am 4. Februar 1848.

Der Königl. Pouzeikommissär.

D u y.

152. Schweidnitz. Der Fleischergeselle Wilhelm Hiller aus Reichenbach ist der Theilnahme an der Ermordung der Geschwister Ritter auf dem Zobten dringend verdächtig und hat sich der Ver­haftung durch die Flucht entzogen. Am 15. Ok­tober v. I. ist ihm in Saga« der Paß nach Frank­furt a. d. O. visirt worden. Wir ersuchen , ihn im Betretungsfalle au uns abzuliefern. Er ist an­geblich ein äußerst boshafter Mensch und soll stets, selbst bei Tanzmusik, ein Fleischermesser im Stiefel tragen. Religion evangelisch, Alter 22 Jahre, Größe 5 Fuß 2 Zoll, Haare und Augenbraunen braun, Stirn bedeckt, Augen blau, Nase und Mund gewöhnlich, Bart blond, Zähne gut, Kinn und Gesichtsbildung oval, -Gesichtsfarbe gesund, Gestalt untersetzt. Hiller ist im Besitze eines Wanderbuchs, d. d. Reichenbach vom 14. Juli 1847, bis zum 1. Mai 1848 im Jnlande gültig.

Schweidnitz am 6. Januar 1848.

Das Königl. Preuß. Jnquisitoriat.

153. Saarbrücken. Der ProvisionSreisende W- C- Göbel aus Bessungen bei Darmstadt, welcher vom 10- auf den 11. Dezember c. bei dem Gast­wirth Jochem zu St. Wendel als Gast ausgenom­men war, hat bei demselben mehreres Silberzeug entwendet. Er wurde verfolgt und bei seinem Ergreifen fanden sich noch nachbezeichnete Gegen­stände, deren rechtmäßige Eigenthümer unbekannt sind, vor: 1) zwei silberne Eßlöffel, gez. F. E.; 2) ein desgl-, gez. P. K.; 3) ein deSgl., gez. W. H.; 4) ein deögl., gez. Hurst; 5) eine silberne Gabel ohne Zeichen. Da der rc. Göbel sich der Untersuchung durch-die Flucht entzogen hat, so ersuche ich, ihn zu verhaften und mir vorführen zu lassen. Der­selbe ist von großer Statur, 48 bis 50 Jahre alt, hat lange schwarze Haare, starken Backenbart, trägt einen Hut, braunen Paletot und einen alten grauen, mit Schafpelz besetzten Schlafrock statt Mantel, führt einen Tornister mit sich und macht angeblich Geschäfte in Papier für das Haus Wies in Darmstadt, und mehrere andere Häuser in Streich­feuerzeug, Saffian und Lithographien.

Saarbrücken am 23. Dezember 1847.

Der Ober - Prokurator Matzerath.