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stumm, Aussehen: leidend und schwächlich, schreibt fehlerhaft deutsch.

Der obenbezeichnete Fremdling wurde am 16. Mai 1839 in dem Bezirke des Königl. Hannov. Amts Bleckede wegen Legitimationslosigkeit und Mangels an Subsistenzmilteln durch die Landgen­darmerie aufgegriffen und an erwähntes Amt abi geliefert. Auf die schriftlich an ihn gerichteten Fragen gab er unter andern schriftlich zu erken­nen, daß er Adolph Eduard von Papel horst heiße, in Orleans geboren, aber schon als Kind von Jahren von seinen Eltern, deren Namen er nicht weiter angeben könne, bei ihrer Flucht aus Frank­reich nach Italien mit dem Marschall Ncy, dem Wachtmeister Mutschahl nebst einer Summe von 44,000 Franken zur Erziehung überliefert wor­den sei. Er will, als er angeblich 2 | Jahr alt gewesen, in Folge eines hitzigen Nervensiebers er­blindet und bis zu seinem achten Jahre in diesem Zustande verblieben sein. In Graudenz, wo er 11 1 Jahr gewohnt, will er in dem Hause des Wachtmeisters Mut schahl von den Lehrern Le- drecht, Kaiser, Schmidt, Rüge und dem taub­stummen Wenzel Unterricht erhalten, und dann drei Jahre in Neuenburg domicilirt, hiernächst aber zu Schiffe eine Reise nach Frankreich gemacht ha» den, um seine Eltern aufzusuchen. Zehn, Stun­den von Orleans, gab der sogen. Papelhorst weiter an, hätten ihn seine Pflegeeltern und Leh­rer im Walde verlassen und seitdem habe er sich in Frankreich, Deutschland, Rußland, in der Schweiz u. w. umhergetrieben.

Bei diesen, das Gepräge der Erdichtung an sich tragenden Angaben, blieb aber Arrestat selbst dann noch stehen, als ihm auf dem Grunde der einge­zogenen Erkundigungen bemerklich gemacht worden war, daß weder in Graudenz noch in Neuenburg irgend Jemand etwas von ihm wissen wolle. Da es dem Amte Bleckede aller angewandten Mühe ungeachtet nicht gelungen ist, die eigentlichen Ver­hältnisse des Arrestaten zu ermitteln, so wurde der­selbe , auf Befehl der Königl. Hannov. Landdro- stei zu Lüneburg, aus dem Königreich Hannover gewiesen und ihm die Rückkehr dahin unter An­drohung der Ausnahme in eine öffentliche Arbeits- anstalt verboten. Ueberzeugt, daß Papelhorst ein Schwindler ist, und zu erwarten steht, daß derselbe seine umzüglerische Lebensweise auch fer­nerhin fortsetzen wirb, so wird, dessen Personbe­schreibung andurch mit der Bitte veröffentlichet, alles, was sonst noch von dem mehr erwähnten Papelhorst bekannt werden sollte, gefälligst nu­tzer mitzutheilen.

Gotha am 11. November 1839.

Die Redaktion. ,

(Aus Eberhardts Allgem. Polizeianzeiger.)

Land esverweisungen.

2025. Hanau: 1) Anne Marie Kratz aus Küpper- tenrod im Großherzogl.Hess Landgerichtsbezirke Grün­berg, wegen verschiedener Liebstähle, durch Er­kenntniß Kurf. Obergerichts, CriminabSenaks dahier.

2. Barbara Wahldorf, aus Hochheim,.Kün. Preuß. Stadt- und Landgerichts Ebrenbreitsirin, wegen Gesindediebstahls, durch Erkenntniß derselben Gerichtsoberbehörde.

3. Louise Sei ferheld, aus Heilbronn, wegen Diebstahls, durchErkenntnißKurs Obergerichts dahier.

Gefundene Gegenstände.

2026. Ein großer französischer Thürschlüssel.

2027. Auf der Kinzigbrücke ein Geldbeutel mit etwas Geld.

2028. Eine blaue wollene damastgebildete Tasche mit einer Hänge von rother, blauer und heller Korkel, in welcher sich eine kleine Scheere befand.

2029. Ein brauner Pinscherhund (Weibchen.) 2030. An der französischen Allee ein Federmesser.

2031. In der Schloßgasse am 8. Dezember eine gold ne Vorstecknadel.

2032. Ein roth und blau fein gewürfeltes Sack- tüchelcken.

2033. Ein Leihzettel, Nr. 85,739, d. d. Hanau den 5. Dezember 1839, über 10 ft lautend.

Die rechtmäßigen Eigenthümer werden aufgcfor- dert, sich baldigst dahier anzumelden.

Hanau den 11. Dezember 1839.

Aus Kurfürst!. Polizeidirektion.

Verlorne Gegenstände.

2034. Eine alte rothe safsianene Brieftasche, in wel­cher einige Quittungen, namentlich über 137 fl. für eine bleierne Pumpe, von Steindeckermeister Buchhold ausgestellt, und eine desgleichen über 5 fl. Zinsen, von Frau Amtmann Rauh dahier ausge­stellt, und worin noch einige andere werthlose Pa­piere sich befanden.

Hanau den 11. Dezember 1839.

Der redliche Finder wird zu deren Zurückgabe anher ersucht.

Aus Kurf. Polizeidirektion.

Erledigungen.

2035. (Stckbr. Nr. 1914) Johann Herrmann aus Salzburg (angeblich). (Stckbr. Nr. 1288), Kas­par Perino auss Buchen. (Stckbr. Nr. 1943), Katharine Müller aus Steinau, sind verhaftet.

Der unterm 18. v. M. gegen den Taglöhner Ja­kob Troßbach aus Marbach erlassene Steckbrief ist erledigt.