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Haarbandchen, welches ungefähr 8 Zoll lang ist und an diesem befindet sich unten ein goldenes Ringchen. In dem Ringe hingen ein goldenes Pettschaft und ein goldener Schlüssel. An dem Pettschaft ist ein rother Stein, in welchem die Buchstaben J. P. gravirt sind, an dem Uhrschlüs­sel ist ebenfalls ein rothes Sternchen. Die Uhr­kette und der Uhrschlüssel sind mit der Uhr ent­wendet worden.

Wir ersuchen nun die betreffenden Polizeibehör­den dienstergebenst, nach diesen Gegenständen Nach­forschungen anstellen zu lassen, bei etwa sich erge­benden Spuren die Besitzer über den Besitz zu vernehmen, die Sachen selbst aber in Beschlag zu nehmen und uns mit den Verhandlungen diese Sachen zu übersenden.

Wiesbaddn den 25. September 1839.

Herzoglich Nassauisches Criminal- Gericht.

R e i ch m a n n.

1712. Karls ruhe. In der Nacht vom 23. auf den 24. v. M. wurden aus dem Museumsgebäude da- hier mittelst Einbruchs unten beschriebene Effekten entwendet:

1) 1 Garnitur elfenbeinerner Pyramide-Billard­bälle, bestehend aus 15 kleinen weißen Bällen, welche mit schwarzen eingelegten Punkten von Nr. 115 bezeichnet sind und aus einem rothen, klei­nen Ball; sämmtliche Bälle sind noch ganz neu und noch wenig gebraucht;

2) die 5 Bälle zur großen Parthie, etwa 2" im Durchmesser, noch ganz neu;

3) von der großen Parthie ferner ein blauer, gelber und die beiden weißen Bälle, etwas kleiner als die sub Nr. 2, und schon ziemlich gebraucht;,

4) kalte, zum Lampenputzen gebrauchte, Scheere sammt Billardbürste mit schwarzen Borsten und Ebenholz;

5) 1 Penduluhr in vergoldetem Kasten von Bronze, neben welcher eine weibliche Figur steht, welche auf der Harfe spielt; das Zifferblatt ist von wei­ßer Emaille, hat römische Zahlen und blaustählerne Zeiger. Die Aufziehlöcher sind vornen, das eine an der Zahl 8, das andere an der Zahl 4. Die Uhr schlägt auf eine Glocke. Sie ist besonders daran kenntlich, daß auf dem Zifferblatt, unter der Zahl 12 sowohl, als über der Zahl 6, die Schrift und der Name des Uhrmachers herausge­schliffen sind. Die ganze Uhr ruht auf einem Sockel von Ebenholz, um welchen der Einschnitt für das Glas läuft;

6) 16 Paar Bestecke, schon gebraucht, die Hefte von schwarzem Ebenholz, an den Messern sind die Klingen von Stahl und tragen die Inschrift KUL; an der Klinge oben ist ein stählerner Ring;

7) 4 messingene LeuHer, s. g. Wirthsleuchter, 1' hoch;

8) 4 stählerne, ganz gute, gewöhnliche Licht- scheeren;

9) 1 kleines Tischtuch für etwa 6 Personen hin­reichend, von Damastgebild, mit I. S. Nr. 13 in rothem, türkischem Garn bezeichnet, noch ganz neu;

10) 5 Servietten von Damastgebild, gleichfalls mit I. S. und der Nr. 134 bis 139 in rothem, türkischem Garn bezeichnet, noch neu;

11) 12 oder 13 gewöhnliche Porzelainteller. Karlsruhe den 1. Okt. 1839.

Großh. Stadtamt.

Steckbriefe.

1713. Miesbach. Der ledige Schuhmachergeselle Michael Ellmaier von Lam, Königl. Landge­richts Kötzting, dessen Personsbeschreibung unten mitgetheilt ist, erscheint der Miturheberschaft eines Diebstahls-Verbrechens verdächtig, und hat sich seit einiger Zeit aus diesseitigem Gerichtsbezirke entfernt, ohne daß sein dermaliger Aufenthaltsort bis jetzt ermittelt werden konnte.

Indem man sämmtliche Untersuckungs - und Polizeibehörden hiervon in Kenntniß setzt, werden dieselben ersucht, den Michael Ellmaier auf Betreten arretiren und hierher abliefcrn zu lassen.

Hierbei wird noch bemerkt, daß er im Sommer gewöhnlich als Bauernknecht, im Winter aber alS Schuhmachergeselle arbeitet.

Am 10. Sept. 1839.

Königl. Landgericht Miesbach. Wiesend, Landrichter.

Personalbeschreibung:

Michael Ellmaier ist bei 50 Jahre alt, 6 Schuhe groß, von untersetztem Körperbau, hat blonde Haare, die mit grauen gemischt sind, ist etwas kahlköpfig, hat ein blatternarbiges Gesicht, eine dicke und breite Nase und einen aufgeworfe­nen Mund.

Gewöhnlich trägt er einen dunkelgrünen Mies- bacher Filzhut mit einer goldenen Schnur auf dem Kopfe, einen grautuchenen Janker, solche Panta- lons, einen abgetragenen grautuchenen Mantel am Leibe und Halbstiefel an den Füßen.

1714. Maulbronn. Der Schaafknecht Wilhelm G ö ß e l e von Oetisheim , gebürtig aus Pflugfeld, hat sich vom Sonntage den H. aus Montag den 9. Sept. mit einer an den Pächter Specht auf dem Eilsingerhofe unterschlagenen Summe von 1350 fl. und 6 Kronenthalern, welches Geld er für verkaufte Scbaafe erlöst hatte, heimlich entfernt, um sich nach einem zurückgelassenen Briefe nach Tuest zu begehen, und von da aus nach Griechen­land zu reifen.

Man ersucht nun sämmtliche Behörden, auf Wilhelm Götze le, dessen Signalement hier an« gefügt ist, zu fahnden, denselben in den betreffenden