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363. Fr'eiburg. Der unten signalisirte Zimmerge- feUe Konrad Zimmermann von Hockenheim, Gr. Bezirksamts Schwetzingen, ist eines Dieb- stahls beschuldigt. Da nun derselbe von hier sich flüchtig gemacht hat, ersuchen wir um Fahndung auf denselben und Einlicfcrung anher.
Signalement.
Alter 24 Jahre, Größe 5', Statur schlank, Gesichtsform etwas breit, Farbe gesund, Haare dunkelbraun, Stirne hoch, Augenbraunen und Augen braun, Nase gewöhnlich, Mund groß, Kinn rund, Bart braun und schwach, Zähne gut. Sonstige Kennzeichen: das rechte Knie von einer Wunde her dicker als das linke.
Freiburg den 27. Juli 1839.
Großh. Bad. Stadtamt.
Aufgefundener Leichnam.
1364. Alzey. Am 12. Juni 1839 wurde in einem Kohl- oder RepZackcr, im Distrikt auf der Platte, Gemarkung von Pfiffligheim, Kantons Pfeddersheim, in Rheinhessen, nahe an dem von Psiffligheim nach MonShcim führenden Feldweg eine männliche Leiche gesunden, die schon zwölf bis fünfzehn Tage lang, vielleicht noch länger, allda gelegen haben mag.
Allem Anscheine nach wurde an diesem Platz im Monate Mai letzthin ein Raubmord durch bis jetzt noch Unbekannte verübt; die genaueste Untersuchung und alle Nachforschungen haben bis jetzt noch nicht einmal eine Wahrscheinlichkeit über die Person des Gemordeten gebracht, welcher nach einigen Anzeigen und Vermuthungen ein von einer Rheinreise heimkehrender Flößer gewesen seyn dürfte.
Alle Behörden werden hiermit in Dienstfreundschaft ersucht, das Gegenwärtige so viel als möglich, zu verbreiten, damit man dadurch auf ein etwa seit jener Zeit vermißtes Individuum aufmerksam gemacht, vielleicht Gewißheit über die Person des Gemordeten, vielleicht sogar über dessen Mörder, erhalten könnte.
Die fragliche Leiche war zwischen 5 und 6 Fuß groß, von mehr schlanker, als gedrungener oder untersetzter Statur; sie hatte noch alle Zähne, regelmäßig gereihet, und deutete mit einiger Gewißheit auf ein Lebensalter zwischen 20 und 30 Jahren. und bei der Leiche fanden sich folgende Gegenstände :
1) ein Wammes oder Kamisol von dunkelblauem Tuch, mit Knöpfen von demselben Tuch überzogen; Futter von bläulicher Leinwand;
2) lange, nichi anliegende, Hosen, von feinem Tuch, oder sehr starkem, sogenanntem engli- schem Leder, eine Art Manchester, von graulicher, sogenannter Naturfarbe; am Bunde theils beinerne, theils mit demselben Tuche überzogene Knöpfe;
L) Weste von demselben Zeug, wie die Bein
kleider; daran von demselben Zeug überzogene Knöpfe; das Futter von grünem KannevaS;
4) Hosenträger von gewebtem, feinen Gurten- zeug, grün und weißlich feingestreift, unterlegt mit grünem Perkal;
. 5) ein alter, verwaschener blauer Kittel als Hemd, ohne Zeichen;
6) ein paar kurze Kammaschen von seinem blaugrauem Tuch, Knöpfchen von demselben Zeug überzogen;
7) ein paar lederne Schnürschube, mit ledernen Ricmchcn, je für den rechten und linken Fuß gerichtet; die Sohle des linken Schuhes in der Mitte etwas abgelaufen;
8) ein paar alte baumwollene, nur bis an die Knöchel reichende Strümpfe oder Socken.
In der einen Hosentasche war ein kleines Schlüs- felchen und in der andern ein leeres blattrundes, gewöhnliches Branntweinfläschchen, von grünlichweißem Glas, etwas mehr als einen Viertelschop- pen messend.
Ganz nahe bei der Leiche lag ein sehr zerrissenes, stark mit Blut beschmutztes baumwollenes Sacktuch, von weißer Grundfarbe, mit dünnen röth- lichen oder gelben Streifchen.
Etwas entfernt von der Leiche fand man ein anderes baumwollenes Sacktuch, von dunkelblauer Grundfarbe, mit weißen dünnen Streifen; beide Tücher ohne Einzeichnung.
Noch etwas weiter von der Leiche entfernt, fand man einen weißgeschälten, etwa daumdicken Wei- denstock, und ganz nahe bei diesem eine nicht ganz ordinäre Kleiderbürste, mit schwarzen Borsten; auf der Rückseite der Bürste, in deren Mitte, finden sich die Buchstaben L. T., beinahe zollgroß, mit nicht kunstfertiger Hand eingeschnitten.
Nirgendswo in der Umgegend wurde eine Kopfbedeckung gefunden, die etwa zur Leiche gehört hätte. Alzey, den 3. August 1839.
Der Großh. Hess. Untersuchungsrichter.
U h l c r.
Personen, deren Verhältnisse zu ermitteln sind.
1365. Hünfeld. In der Gemeinde Michelsrom- bach 'ist der nachsignalisirte, unbekannte Mensch als Bettler aufgegriffen worden, welcher blödsinnig ist, und nach dessen verworrenen Angaben zu vermuthen steht, daß er Andreas Zwicker heiße, und von einem Orte stamyit, welcher beiläufig den Namen Husselmich führt. —
Alle Polizeibehörden, welche über die Heimaths- verhältnisse dieses Unbekannten Auskunft geben können, werden um deren baldgefällige Milthei- • lung ersucht.
Hünfeld am 30. Juli 1839.
Der Landrath Mayer.
Sign.