— 118 —
ein paar Riemenschuhe und eine Schürze von grauem Leinen aus der fragl. Anstalt mitgenommen hat, im Betretungsfalle verhaften und an die unterzeichnete Polizeidirektion durch die Verbin- dungspatrouille der Gendarmerie abliefern zu lassen.
Cassel am 26. Juni 1839.
Kurfürstliche Residenzpolizeidirektion. Giesler.
Allgemeine Bezeichnung: Alter 44 Jahre, Größe 5 Fuß, Haare dunkelblond, Augen blaugrau, Nase und Mund mittet, Zähne gut, Kinn rund, Gesicht oval, Gesichtsfarbe gesund, Statur gesetzt, mager; besondere Kennzeichen: leidet an Epilepsie und hat eine Schnittnarbe auf der linken Hand; Kleidung: Leibchen von grauem Leinen ohne Aermcl, Rock von blauem Beiderwand, Halstuch von Baumwolle (geblümt), Mütze von braunem Kattun, Hemd gezeichn. Z. A., Schürze von grauem Leinen, weiß wollene Strümpfe, Riemen- schuhe.
1201. Nentershausen. Da der ausgetretene Militärpflichtige, Peter Manns von Jba, auf die erlassene öffentliche Vorladung nicht erschienen, so werden hierdurch alle Justiz - und Polizeibehörden ergebend requirirt, den ic. Manns im Be- trerungsfalle zu arretiren und anher abliefern zu lassen.
Ein Signalement kann nicht angegeben werden. Nentershausen am 24. Juni 1839.
Kurfürst!. Hess. Justizamt Hiers. Claus.
1202. Weisungen. Da der bei der Rekrutirung im Jahre 1838 in dem Aushebungslermine ringe, borsam zurückgebliebene Militärpflichtige, Adam Heer aus Melsungen sick der an ihn ergangenen Ladung ungeachtet nicht sistirt hat, so werden alle Gerichts - und Polizeibehörden ersucht, denselben im Betretungsfalle zu verhaften und anher abliefern zu lassen. Weisungen am 29. Juni 1839.
Kurfürst!. Justizamt.
Collmann.
Personen, deren Verhältnisse zu ermitteln sind. 1203 Kaiserslautern. Am 3. Mai laufenden Jahres wurde in der Nähe hiesiger Stadr ein Bursche, dessen genaues Signalement unten folgt, ohne alle Legitimalionspapiere aufgegriffen und als Landstreicher in Untersuchung gezogen.
Derselbe gab an, daß er Heinrich Seeger heiße, ohngefähr 19 Jahre alt sey (wiewohl er einige Jahre älter zu seyn scheint) und seit seiner früheren Jugend mit einem Marionetten, und Puppenspieler Friedrich Ruchard von Magdeburg, der ihn erzogen, herumgezogen und bis zu Ende des Monats April 1 J. in dessen Diensten gestanden sey, um welche Zeit er denselben in Kollmar vcr-
lassen fyabe. Seine Eltern will er nicht gekannt haben und eben so wenig deren Namen und früheren Aufenthaltsort.
Die bisher amtlich eingegangenen Erkundigungen haben die Unwahrheit der bisherigen Angaben des Jnkulpatcn dargethan und es ist höchst wahrscheinlich, daß der fragliche Bursche einen falschen Namen angegeben hat, und ein für die öffentliche Sicherheit höchst gefährliches Individuum seyn dürfte.
Indem man daher dessen Personalbeschreibung hiermit veröffentlicht, ergeht an alle resp. Polizeibehörden und Jedermann das Ersuchen, alle und jede Auskunft über das fragliche Individuum dem Unterzeichneten mittheilen zu wollen.
Kaiserslautern den 4. Juli 1839.
Der Königl. Untersuchungsrichter für den Bezirk Kaiserslautern.
F. Meuth.
Signalement.
des angeblichen Heinrich Seeger.,
Alter 19 Jahre (angeblich dem Anscheine nach 22 — 24) Größe 1 Meter 63 Zentimeter, Haare hellbraun, Stirn breit, bedeckt, Augenbraunen hellbraun, Augen grau, Nase proportionirt, Mund deßgleichen, Zähne gut, Kinn rund, Ohren pro- portionirt, Bart ohne, Gesichtsfarbe gesund mit Sommersprossen, Statur schlank.
Seinem Dialekte zufolge scheint derselbe aus dem Badischen oder Würtembcrgischcn Oberlande oder aber auS dem Elsäßischen zu seyn.
Besondere Kennzeichen: Am Nacken eine braune Warzenlinse, in der Mitte des Rückens einen blaßgelben Leberflecken, einem kleinen Wein, blatte ähnlich, an der innern Seite des linken Oberarms zwei Farben und an der Außenseite eine Narbe, ebenso an dem Unterarme desselben ArmeS an der einen Seite zwei und außerhalb eine Narbe. Diese Narben scheinen von einem Schusse oder von erhaltenen Stichen herzurühren.
Kleidung: ein Hemd von Baumwollentuch, ein seidenes lilafarbiges Halstuch, buntgestreifte baumwollenzeugene Hosen, eine geblümte Pibuee- weste, ein bunt grauer alter Tuckwammes, eine alte grüntuchene Schirmmütze und ein paar zerrissene Halbstiefeln.
Erledigungen.
1204. Handlungsreisender Friedrich Esch aus Köln (Stckbr. Nr. 499), Schuhmacher Kaspar B r a u- tigam aus Jmmenhausen (Stckbr. Nr. 255), Kaufmann Franz G r i sch e I e 'aus Ektlingen (Stckbr. Nr. 1032), haben ihre Erledigung gefunden; Ka- tharine Orth aus Düdelsheim (Stckbr. Nr. 1111) ist verhaftet.
----—