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per schlummerte und endlich doch noch erwachte. Jn- Leß gehören solche Beispiele zu den Seltenheiten, und ein (gebissener har, wenn er nach der nöthigen Vorbauungsknr binnen Jahresfrist seinen Anfall erlitten , nichts mehr zu furchten.
Ist nun die Bißwunde entweder zugeheilt (und eine Wunde der Art heilt gern schnell zu) oder noch offen, so entsteht in oder an derselben - eine juckende oder stechende Empfindung. Die noch nicht vernarbte Wunde entzündet sich, und nimmt ein übles bläuliches, bleifarbiges Aussehen an. Die geheure Verletzung oder die Narbe beginnt zu jucken, zu stechen oder zu schmerzen. Sie gerath in Entzündung, bucht bisweilen auf, und eS. fließt ein dünner jauchiger Eiter, der bald einen üblen Geruch bekommt, heraus/ Die Entzündung unb ziehenden Schmerzen der Wunde erstrecken sich in die umliegenden Theile, besonders aber, gegen den Hals und Nacken hin.
Jetzt verliert der Kranke, welcher oft vorher einige Zeit ungewöhnlich heiter, aufgeregt, überspannt und zu sinnlichen Genüssen aufgelegt gewesen, seine Munterkeit , wird mürrisch, nachdenkend, verdrüßücb, mißtrauisch, trage, erschlafft, reizbar, unruhig, beklommen , erschrickt leicht, sucht die Einsamkeit, athmet beengt. Er hat einen unruhigen, tmrd) schwere Traume gestörten, Schlaf und Widerwillen gegen das Essen, ist ängstlich, furchtsam, im ganzen Ansehen verändert, ermattet, niedergeschlagen, späterhin zornig, hat einen Unflaten, wilden starren Blick, verzerrte GesichtSzüge, Spannung und Brennen in der Magengegend w
Mit Ausbildung dieser Nervenkrankheit wird durch einen Krampf in den Schlingwerkzeugen das Vorstel- lungSvermögen deS Leidenden so verändert, daß er einen Abscheu gegen alle Flüssigkeiten bekommt.
Anfänglich hat der Kranke bloß eine Beschwerde im Schlingen. An einer Stelle im Schlunde nämlich empfindet er einen gelinden Schmerz oder ein Gefühl von Verengerung. Es veranlaßt dieser Zufall Aengst- lichkeit, Lust zum Trinken und doch Furcht davor, Trieb zu wiederholten Versuchen und dann konvulsivisches Athmen, Ekel und Widerwillen gegen Flüssigkeiten, Räuspern, Würgen, Brechen, Schmerzen im Magen und in den Därmen.
Immer größer werden diese krankhaften Erscheinungen , die Beängstigungen steigen, das Aeußere deS Kranken ändert sich, nimmt bald etwas Trauriges, bald etwas Wildes, Verzweiflungsvolles an; die Augen sind starr, düster oder glänzend, feurig, die Stimme heiser, die Zunge hart und trocken, die Bewegungm hastig, das Reden rasch.
Diesen sehr leidenden Zustand begleiten Schlaflosigkeit, Herzklopfen, schwerer Athem, Seufzen, Zittern , höchste Empfindlichkeit der Sinne, Lichtscheu, Abneigung gegen Kälte, Fieber, Verstopfung. Den Kranken quält innere Hiye und brennender Durst, und dennoch kann er nicht trinken. Der Leidende vermag seinen eigenen,. reichlich hervorguellenden
Sp.ichel nicht zu verschlucken, er speit ihn von sich Die Scheu vor etwas Flüssigem warbst endlich so, daß schon die Ben hrung von Wasser, der bloße Anblick einer Flüssigkeit, zumal einer bewegten, ja von glänzenden Gegenständen, die einigermaßen dem Flüssigen ähneln, von einem Spiegel oder von einer Me- rallfläcke, auch selbst das bloße Wehen der Luft, das Rauschen eines Vorhangs — Kufammenschnüren des Halses, Beängstigungen, Aufschreien, Furcht, Zitiern, Zuckungen, Wüthen hervor bringen, und die geringste Bewegung oder ein ungewohnter Eindruck unerträglich wird. Gleiche Wirkung erregt daS Geräusch des fließenden Wassers, das Fallen deS Re- gensrc. Feste trockene Dinge vermögen die Kranken gemeinlich zu schlingen. — Ist der Zustand noch nicht von sehr schnmmer Art, so sind die Kranken auch wohl bisweilen im Stande, Flüssigkeiten, im Falle sie solche nicht sehen, zu schlucken.
Im Verlaufe des Uebels treten noch mehr krampfhafte Zufälle ein, Krumpfe der Brust, deS Halses, Gesichts, kleiner zusammengezogener Puls, krampfhafte Bewegungen der Glieder mit abwechselnden Ohnmachten, -Urinbeschwerden, bald Blasse, bald Nöthe deS Gesichts, schmerzhaftes Zusammenzichen der Bauchmuskeln, Zähncncrschen, höchst gesteigerte Reizbarkeit der Haut, Nachrscbwc-iße, Schaum vordem Munde, Vor.legen der rochen trocknen Z- rge, völliges Rasen oder ein tiefsinniger Zustand. Nicht selten ist mit der Krankheit gegen das Ende eins heftige Begierde zu schlagen, zu beißen, zu speien, zu schreien und zu heulen verbunden. In lichteren Zwischenzeiten sehen diese Unglücklichen öfters das Schreckliche ihrer Krankheit ein , erinnern sich dessen, waS sie in den Anfällen begangen haben, bejammern ihre Leiden, warnen die Umgebungen. Endlich erfolgt der, Tod unter Krumpfen, Beklemmung, Röcheln, Erstickungszufällen, Schlafsucht, Speichelfluß — zwei, drei bis vier Tage nach dem Eintritts der Wagerfchen. Kurz vor ihrem Ende kommen sie gewöhnlich zu sich.
Behandlung der Wnnde, welche durch ein wüthendes oder der Tollheit verdächtiges
Thier hervorgebracht worden.
Je früher nach dem Bisse die Vorbeugungsvor- kehrungen getroffen wurden, um desto mehr Hoffnung ist vorhanden , daß die Wasserscheu nicht aus- brechen werde. 9fur die schnelle Anwendung der passenden Mittel kann daher wahre Hülfe schaffen, und von einer zweckmäßigen örtlichen Behandlung der Wunde hangt gewöhnlich die Rettung deS Gebissenen ab.
Man hüte sich deßhalb, die für die Kur des Kranken so hoffst nöthige Zeit mit Anwendung von gepriesenen Geheim- oder Familienmüteln, die mest unwirksam sind, zu verschwenden, und durch Unter-