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Zwangsarbeitsanstalt entwichen ist, ist, im Betre- tungsfalle verhaften und an die unterzeichnete Po- lireioireftion durch die Verbindungspatrouille der Gendarmerie abliefern zu lassen.

Cassel am 11. April 1839.

Kurfürstliche Residenzpolizeidirektion.

Giesler.

A ll g e m e i n e B ezeichnung:

Alter 23 Jahre, Größe 5 Fuß, Haare blond, Stirn flach, Augenbraunen blond, Augen grau, Nase stumpf, Mund gewöhnlich, Zähne gut, Kinn oval, Gesiebt voll und breit, Gesichtsfarbe gesund, Statur stark. Kleidung: eine weiße Mütze mit rochen Blümchen und schwarzem breiten Bande, weißes Halstuch mit schwarzen Franzen, blaue Kailunjacke mit weißen Süppchen, Rock von blau gestreifter Beiderwand, baumwollene Schürze mit gelben Blümchen, weiße wollene Strümpfe.

Eine grieoleinene weiße Schürze und Schnür­schube, der Anstalt zugehörig.

773. Wien. Steiner'), Wolfgang, .Schutzjude, und Schnittwaarenhändler, aus Miltigau, Herr­schaft Königswarl, ellbogner Kreis in Böhmen, geb. Zuhälter der Anna Heller.

Alter 4t Jahre, Statur klein, schmächtig,'Haare schwarz, Augen braun, Blick scheu, 9iafe proport., Mund gewöhnlich, Bart schwarz, stark, Gesicht oval, bleich, Gang geduckt, Sprache deutsch und jüdisch, Benehmen heuchlerisch.

Ursache der Verfolgung: Diebstahl in Betrag zu 8065 fl. 35 kr' W. W.

Verfolgende Behörde: K. K. Polizeioberdirek­tion in Wien d. d. 20. März 1839 und K. K. Kriminalgericht in Eger.

776. Ulm. Krieg Johann Melchior, -Scribent, aus Bopsingen, Königlich Würlemberg. Oberamis Necesheim.

Alter 20 Jahre, Statur untersetzt, 5' 5", Haare schwarz, lockia, lang über die Schultern herabhän­gend, Stirn gewölbt, Augenbraunen braun, Augen grau, Nase fpiy, Mund proport., Zähne gut, Wangen voll, Gesichts,form länglich. Besondere Kennzeichen: auf dem linken Auge eiu Fell.

Ursache der Verfolgung: Betrug und Fälschung. Verfolgende Behörde: K. Würlemberg. Ober- amtsgericht Ulm, den 25. März 1839.

7Meersburg. Schneidergeselle Karl Wilhelm Fink von Ollerrode, Königreichs Hannover, der wegen Unterschlagung einer silbernen Taschenuhr dahier in Untersuchung gezogen werden sollte, hat sich von Eonstanz, woselbst er in Arbeit gestanden, mit Hinterlassung seines Wanderbuches entfernt ohne seinen nunmehrigen Aufenthalt anzuzeigen. 25ir ersuchen nun auf diesen, unten signalisieren,

*) Stecher ist schon am 25.©ept. 1837 von dem Ober­amt Komgswart steckbrieflich verfolgt, bis jetzt aber nicht er­griffen worden.

Schneidergesellen fahnden und ihn im Betretungs- fall auher abliefern zu wollen.

Signalement.

Alter 26. Jahre, Statur schlank, Stirne frei, Augen braun, Mund gewöhnlich, Bart keinen, Gesichtsfarbe gesund, Haare braun, Augenbraunen ditto, Nase spitz, Kinn rund, Gesicht oval, Größe 5 6". Besondere Kennzeichen: an der linken Hand fehlt der Zeigefinger.

Meersburg am 23. April 1839.

Großherzogl. Bezirkamt.

778. Jngvlstadt. Johann Andreas Kergel aus Burgbernheim, K. Landgerichts Windöheim, Soldat des K. Infanterieregiments Karl Pappen- Heim, der sich wegen des militärischen Verbrechens des Diebstahls im Dienste diesseits in Untersu­chung befindet und nun Der Spezialuntersuchung unterworfen werden sollte, ist am 12. d. M. in aller Frühe aus dem Militärkrankenhause dahier entwichen. Da dieser höchst übel beleumundete Sol­dat in jeder Beziehung ein seyr gefährliches Indi­viduum ist, da derselbe ferner auch angeschuldigt wurde, gleich nach seiner Entweichung das Ver­brechen des Raubs 3. GradS verübt zu haben, so werden alle Gerichts - und Polizeibehörden hiermit ersucht, auf ihn genaue Spähe anzuordnen und ihn im Falle Betretens hierher abliefern zu lassen. Kergel ist 27 Jahre alt, 5' 8" 1"' groß, von starker Körperkonstuuüon, hat blonde Haare und ein sehr breites Gesicht. Sein Dialekt ist Der mit- . telfränkischc.

Bei. seiner Entweichung hatte er einen blautu- chenen Militärspenser an, auf Dem jedoch auch ein blautuchener Kragen war und hatte die Beinklei­der eines Kranken, nämlich von weißem Gradl, so­wie hohe Schnürschube an. Seine Kopfbedeckung war feine militärische Schirmmütze. Uebrigens hatte er Hemde, Unterhosen und Socken am Leibe, wie sie ebenfalls die Kranken im Militärkrankenhause zu tragen pflegen.

Jngolstadt. Den 14. April 1839.

Die Königl. Kommandantschaft.

Cronegg, Generalmajor

779. An sbach. Am 3. März l. I. ist der unten signalisirte Schmiedegeselle Joseph Anton Sand von Mörlach, K. Landgerichts Herrieden, welcher dahier wegen Diebstahlöverbrechen in Untersuchung befangen ist, aus hiesiger Frohnveste entsprungen.

Es werden deßhalb sämmtliche Polizeibehörden und Gerichte andurch ersuckt, den Entflohenen auf Betreten ergreifen und wohlverwahrt hierher lie­fern zu lassen.

Ansbach den 3. April 1839.

Königl. Krfts - und Stadtgericht.

v. K i l l i n g e r, Direktor. Signalement des Joseph Anton Sand.

Derselbe ist ungefähr 5' 10" groß, von untersctz-