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Versuches verhaftet und entsprang aus dem Gefängnisse.
Berfolgende Behörde: Das Großh. Hess. Land- acrickt Schlitz den 27- März 1839.
667 Langenselbold. Der hierunten stgnalisir- te Heinrich Markus Kleiß von Hüttengesäß, welcher wegen Bettlen, Vagabundirens und Betrugs im dritten Betretungsfalle dahier in Untersuchung gewesen und durch Urtheil Kurfürstlichen Oberge. richts, Kriminalsenats zu Hanau, vom 25. Jan. b. I., in eine sieben monatliche, in Gaffel zuverbüßende Zuchthausstrafe, nebst einer angemessenen körperlichen Zichtigung, mit dem Anhang verur- theilt worden, daß derselbe nach überstandener Strafe, so lange in dem Zwangsarbeitshause zu beschäftigen sey, bis er gegründete Hoffnung zur Besse, ntng geaeben, ist heute Morgen aus dem hiesigen Amisgefangniffe entsprungen, ohne daß man seiner bisjetzt wiederum habhaft werden konnte.
Indem man Civil - und Polizeibehörden ersucht, auf dieses gemeingefährliche Subjekt spähen und im Betretungsfalle anher begleiten zu lassen, bemerkt man, baß jicb dasselbe vieleicht in der Nähe von Hanau, Offenbach, Frankfurt, Wochenheim, Mainz y. aufhalten dürfte.
Langenselbold am 5. April 1839.
Kurfürst!. Fürstl. Jsenb. Justizamt. WöriShoffer.
Signalement.
Alter 34 Jahre, Größe 5 Fuß, 9 Zoll, Statur kräftig, Gesichtsfarbe gelblich, Gesichtsform oval, Haare dunkelbraun, Augen blau, Augenbraunen dunkelbraun, Bart u. Backenbart rothbraun, Mund gewöhnlich, Lippen gewöhnlich, Stirn frei u. hoch, Nase lang etwas gebogen, Kinn oval, Zähne gut.
Kleidung.:
Ein blauer Oberrock, schwarze Beinkleider, schwarze Weste von Tuch ein gestrickter wollener Shawl, Halbstiefel und schwarze Tuchmütze.
668. Gaffel. Johannes Pfannkuch aus Elms- Hagen, hierunter näher bezeichnet und wegen verschiedener Verbrechen schon mehrfach bestraft, hat sich alsbald nach seiner Entlassung aus dem Zucht Hause eines abermaligen Vergehens, angeklagter- maßen schuldig gemacht und sich auf flüchtigen Fuß gesetzt. Alle betreffende Behörden werden daher ersucht, denselben im Betretungsfalle verhaften und anher transportiren zu lassen.
Cassel am 4, April 1839.
Kurfürst!. Landgericht.
M o r d) u t t. Signalement.
Alter 29 Jahre, Größe 5 Fuß 5 Zoll, Haare braun, Stirn breit, Augenbraunen braun, Augen blaugrau, Nase Mittel, Mund mittel, Zähne gut, Kinn rund, Bart schwach, Gesicht oval, Farbe blaß, Starur mittel. Besondere Kennzeichen: der kleine Finger der rechten Hand ist krumm.
669. Haitnover. Alovs MicbaelKögl aus Brau, nou im Lande ob der Ens, im Oestreich'schen, ein früher steckbrieflich verfolgter Betrüger, unter dem angenommenen Namen: Sekretär von Ginter, Karl Becker, v. S a f fe n t, von S ch w e i n i & Baron v. Lass ert, vom Polizeigarichte zu Frankfurt a. M. mit dreimonatlicher Arbeitsstrafe belegt und sodann wegen eines in hiesiger Stadt verübten Betruges anhero transportirt, hat gestern Abend Gelegenheit gefunden aus dem Gefängniß zu entkommen und sich auf flüchtigen Fuß zu seyen.
Alle und jede Behörden werden angelegentlichst ersucht, zu der Wiederhabhaftwerdung jenes gefährlichen Betrügers mitwirken zu wollen, im Betre- tungssalle denselben arretiren und an hiesiges Stadtgericht abliefern zu lassen.
S i g n a l. e m e n t.
Alter 25 Jahre, Größe 5 Fuß 11 Zoll, Haare dunkelbraun, Gesicht länglich, Stirn frei, Augen dunkelblau, Blick k.uq und scharf, Nase etwas gebogen, Gesichtsfarbe bräunlich und gesund, Backenbart dunkel, Mund mittler Größe und starke Lippen, östreich'scher Dialekt. Bekleidung bei dcrEnt- weichung: gelbliche Kappe von Rauhwerk oder Felbel, weiße Weste, kurzer Ueberrock von schwarzem Tuch, lange weite Hose grauer Farbe mit dunklern Streifen, Schuhe mit Bändern.
Hannover am 1. April 1839.
Das Stadtgericht der Königl. Residenzstadt.
Heiliger.
670. Witzenh a ufe n. Hermann Wagner auB Laudenbach, dessen Signalement nicht mitgetheilt werden kann, ist seinen Begleitern auf dem Transporte von Härter in feine Heimath entsprungen.
Alle Polizeibehörden werden deßhalb ersucht, den selben im Betretungsfalle verhaften und anher ab» liefern zu lassen.
Witzenhausen am 25. März 1839. Der Landrath.
Heuser.
671 Münden. Am 18. Dez. v. I., erschienan hiesigem Polizeibüreau ein Fremder, welcher für einen Gold - u. Silberarbeiter Namens Friedrich Wilhelm Heinzel aus Schönberg sich ausgab. Derselbe produzirte ein angeblich von dem Magistrate zu Otlerndorf am 14. November ,v, I. ausgefertigtts, verschiedentlich visirtes, anscheinend ganz richtiges, Wanderbuch. Weil aber dieses Wanderbuch mit dem vorschriftsmäßigen Paßstempel noch nicht versehen war, wurde foldreä dem tc. Heinzel von dem hiesigen Magistrate abgenommen und, der bestehenden Ministerialverfügung gemäß, demselben eilt anderes Wanderbuch unter dem 18. Dezember aus- gefertigt, welches die Nummer 66 und zunächst das Visa nach Hannover erhielt. Bei genauer Nachforschung hat es sich ergeben, daß das angeblich zu Otterndorf ausgestellte Wanderbuch faljcb war, daß auch der ic. Heinzel der ursprünglich gcge-