JW 8.
Polizeiliche Nachrichten.
Hanau, den 23. Februar
1837.
Bekanntmach»« gen.
175. Hanau. Der Mincralwasserhändler Wilhelm Reul dahier hat heute nach beigebrachter Bescheinigung
1) 410 Stück Kruge Selterser-,
2) 392 - - Schwalheimer-, und
3) 200 - - LudwigSbrunnermineralwast scr eingebracht.
Hanau den 20. Febr. 1837.
Aus Kurs. Polizeidirektion.
176. Hanau. Mit Zustimmung kurfürstlicher Poli- zeikommiffion wird das Durchtreiben von lSchlgcht- vieh durch hiesige Stadt während der Dauer des Gottesdienstes, bei 3 fl. Strafe, verboten.
Hanau am 22. Febr. 1837.
Aus kurfürstl. Polizeidireklion.
vt. N e u ß.
Vergehen und Verbrechen.
177. Hanau. Am 18. d. M. wurde aus einem Privathause zu Frankfurt ein ledernes Leilstil für zwei Pferde, noch ziemlich neu, und frisch ae« schmiert, gestohlen.
Spuren, welche hierauf Bezug haben, sind sofort dahier oder bei der nächsten Polizei. oder Se» richtsbehörde anzuzeigen.
Hanau den 19. Febr 1837.
Aus Kurfürstl. Polizeidirektion.
178. Hanau. Gestern Abend um 6s Uhr ist der Israelit Michael Orschel von Windecken, auf dem Wege dahin (von Frankfurt.aus über Hanau gehend), eine Strecke von ungefähr 10 Minuten von Roßdorf, durch einen unbekannten Mann mittelst eines abgefeuerten Sackpistols, lebensgefährlich verwundet, und der Summe von 299 fl., nebst einer Gurte, worin er sie getragen, beraubt worden. Jener unbekannte Mann ist nach Angabe des rc. Orschel diesem schon an den Nöderhöfen bei Frankfurt begegnet, gleich darauf demselben nachgeeilt, und ihm bis , vor Hanau, ungeachtet der Eile des Jsracliten, in einer Entfernung von 15 Schritten gefolgt. Vor Hanau haben beide sich unterredet, wonach sich Orschel in Begleitung rlnes Bruchköbelcr Mannes nach Windecken zu weiter begeben hat, und der Fremde auf der Mitte der Kinzigbrücke, als ob er in die Vorstadt habe SK^n wollen, gesehen worden ist
Fremde hat angeblich erzählt: er habe von Offenbach nach Hanau gehen wollen, und sei aus rmem Naffauischen Dorfe, wo guter Wein wachst.
gebürtig. Nach der weiter abgegebenen Beschreibung war derselbe mit einem blauen Kittel, Schnürstiefeln, welche über hie Knöchel gingen, und mit einer platten dun. kelfarbiger Mütze, woran ein ledernes Schild, bekleidet; seiner Statur nach ziemlich groß und untersetzt, hatte ein rundes volles glattes Gesicht und schwarze Haare, welche hinten etwas lang herunter hingen, einen schwarzen, nicht großen Backenbart, und ein Alter von 30 bis 35 Jahren; er hat ein helles glattes spanisches Rohr, wahrscheinlich mit einemKnopfe, aberkeinGepäck getragen, und ein Fuhrmann oder ein Botengänger zu seyn geschienen,
' Die entfremdete Geld gürte war von Kalbleder, zwar schon gebraucht und schmutzig, aber noch ganz gut, nur ist das Riemchen über der Schnalle an einem Ende abgerissen, auf der Gurte sind die Buchstaben M. O. mit Tinte geschrieben gewesen. Das geraubte Geld bestand aus drei doppelten und sechs einfachen Louisdor's, und im klebrigen aus einigen ganzen und Viertelkronenthalern, aus einer ziemlichen Menge harter preußischer Thaler , sowie aus 6tel, 12tel, auch 3tcl preuß. Thalerstücken, und aus 6 kr. Stücken.
Alle Gerichts- und Polizeibehörden werden um sofortige Ergreifung und Ablieferung des Signa- lisirten, sowie um Mittheilung aller in Bezug auf ihn oder die geraubten Effekten sich etwa ergebender Spuren ersucht.
Hanau den 21. Februar 1837.
Kurfürst!. Landgericht.
Kersting.
Steckbriefe.
179. Hana u. Alle Polizeibehörden werden ersucht, den Heinrich Sauer aus Schwachem:, welcher sich der polizeilichen Aufsicht entzogen hat, im Be- tretungsfalle zu verhaften und an die unterzeichnete Polizeidireklion durch die Verbindungspatrouille der Gensd'armen oder unter sonstiger sicherer Begleitung abtiefern zu lassen.
Hanau den 14. Febr. 1837. ,
Kurfürstl. Polizeidireklion de^Provmz Hanau.
Allgemeine Bezeichnung..
Alter 41 Jahre, Größe 5' 3" , Haare schwarz, Stirne stach, Augenbraunen schwarz, Angrn hrsM,