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Polizeiliche Nachrichten.

Hanau, den 26. Januar

1837.

Bekanntmachung.

82. Bergen. Am 3. l. M., Mittags, wurde auf der Landstraße zwischen Dörnigheim und der Mainkur ein versiegelter 1833. Nr. 30. W. O. ge, zeichneter Sack mit 70 bis 80 Pfund frischem Rind­fleisch aufgefunden. Das Fleisch ist verkauft, und der Erlös nebst dem Sack in dem Gewahrsame des unterzeichneten Gerichts. Der Eigenthümer des Fleisches rc. wird aufgeforderr, sich binnen 4 Wo­chen dahier zu melden, widrigenfalls das Deposi­tum als herrenlose Sache betrachtet, und nach ge­setzlicher Vorschrift damit verfahren werden wird.

Bergen am 24. Jan. 1837.

Kurf. Justizamt.

Merker k. A.

vt. Avenarius.

Vergehen und Verbrechen.

83. H a n a u. Seit Kurzem wurden aus verschie­denen, außerhalb hiesiger Stadt gelegenen Gärten

1) fünfzehn Stück Wallnußbäume, Zjährig, und

2) zwei Stück Aepfelbäume, Zjährig, gestohlen.

Vor dem Ankäufe wird gewarnt, und Jeder­mann ersucht, Spuren zur Entdeckung des Diebes oder der gestohlenen Bäume dahier oder bei der nächsten Polizei- oder Gerichtsbehörde anzuzeigen.

Hanau den 24. Jan. 1837.

Aus Kurfürstl. Polizeidirektion.

84. Burghaun. Am 12. v. M. wurden dem Johannes Boländer zu Wehrda sieben Ellen Wergentuch und eine blaugedruckte leinene Schürze aus seinem Garten hinter dem Hause entwendet, welche Gegenstände am folgenden Tage bei einem Schneider zu Rhina vorgefunden wurden. Die Untersuchung hat ergeben, daß der unten signali- sirte Mensch diese Sachen gestohlen, und dem Schneider zur Anfertigung einer Hose gegeben hat. Dieses dem Anscheine nach sehr gefährliche und an­derer Diebereien verdächtige Subjekt ist nach Na­men und Wohnort bis jetzt noch nicht ermittelt worden, weßhalb man alle Gerichts- und Polizei, behorden ersucht/sich die Ermittelung desselben an­gelegen seyn, dasselbe im Betretungsfalle verhaften und hlerher führen zu lassen, auch Jedermann auf- gesordert, seine etwaige Kenntniß von diesem Men­

schen dahier oder bei der nächsten Behörde zur Anzeige zu bringen.

Burghaun am 4. Jan. 1837.

Kurf. Justizamt.

Giller.

Signalement.

Alter ungefähr 40 Jahre, Größe 5 F. 6 7 Z., Statur untersetzt, ziemlich stark, Gesicht voll, Haare schwarz und stark, Kleidung eine blautuchene Mütze mit Schild, blautuchene Jacke mit eingeleg­tem Krägen, hellblaue leinene Beinkleider, große Stiefeln. Derselbe trug früher einen Eichenstock, raucht aus einer kurzen Pfeife mit Holzkopf, und will, seiner Angabe nach, von Weisenkirchen oder Wcisenborn bei Grünberg seyn.

85. Hanau. Am 14. l. M., Abends, wurden aus einem Privathause zu Offenbar!) 1000 fl. entwen­det, welche sich in einem weißleinenen Säckchen, mit Kordel zugebunden, und worauf mit Tinte 800 fl. und wahrscheinlich auch 1000 fl. gezeichnet war, befanden. Das Geld bestand aus neuen Kronenthalern und einer Rolle Kenvcntionsthalern, letztere meistens von sächsischem, nur wenige von baierischem Gepräge mit dem Bilde der Maria. Die Kronenthaler waren hessische, würtembergische, nassauische, badische und baierische, und jede Rolle bestand aus einem Gepräge, wonach sie auch über- fchrieben waren.

Spuren des Thäters oder des gestohlenen Gel­des sind alsbald dahier oder bei der nächsten Po­lizei - oder Gerichtsbehörde zur Anzeige zu bringen. Hanau den 21. Januar 1837.

Aus Kurf. Polizeidirektion.

Steckbriefe.

86. Allendorf. Alle Gerichts- und Polizeibe­hörden werden hierdurch ersucht, den unten näher bezeichneten Wilhelm Aschenbrenner von Ab- tcrode, welcher dahier wegen Diebstahls in Unter­suchung ist, sich aber von seinem Wohnorte ent­fernt und auf die vom vorhinnigen Justizamte zu Germerode erlassene öffentliche Ladung nicht gestellt hat, wo er sich betreten läßt, zu verhaften und hierher abliefern zu lassen.

Allendorf am 7. Jan. 1837.

Kurf. Hess. Justizamt.

K u l e n k a m p.

Allgemeine Bezeichnung.

Alter 23 Jahre, Größe S F. 6 Z., Haare dun­kelblond, Stirn oval, Augenbraunen blond, Au-