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Hanau, Donnerstag den 3. November 1836.

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Kurfürstliche Ernennungen.

Seine Hoheir der Kurprinz und Mitregent haben gnädigst geruht:

dem wirklichen Geheimenhofrathe und Mitgliede der Hofdomainenkammer, Lomersch, zugleich die Funktionen eines stimmführenden Mitgliedes des Ober- Hofmarschallamtes als Nebenstelle zu übertragen.

Besondere Bekanntmachungen der Verwal- tungs- und Finanzbehörden.

1. Die mit dem Schlüsse d. J. pachtlos werdende ausschließliche Berechtigung zum musikalischen Spiel in dem ehemaligen Freigericht und dem Gerichte Altenhaßlau soll Sonnabend den 5. November d. I , Vormittags 10 Uhr, im hiesigen Kreisamts- lokal auf ander-weite 3 Jahre verpachtet werden, welches mit dem Bemerken, daß nur solche Per­sonen , welche sich über ihre Zahlfähigkeit und daß sie Musikanten von Profession sind, mittelst orts- vorständlicher Zeugniste ausweisen, zum Bieten zu- gclasten werden können, hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Gelnhausen am 11. Okt. 1836.

Kurf. Hess, Polizeikommission. Klingelh öser.

2. Bei der abermaligen Snbskri'ptionseröffnung der milden Beiträge für die kommenden sechs Win- termonate, vom 1. d. M. anfangend, sehen wir uns in die Nothwendigkeit versetzt, Unsere verehr-- ltchen Mitbürger nochmals auf die Lage unserer Armevanstalt aufmerksam zu machen.

Nach unserer letzten Rechnüngsablage 'bis zum 31. März (. I. hatte sich bereits ein Defizit von 1632 fl. 56 kr. herausgestellt, und wir müssen vor allen Dingen an diesen Umstand um so mehr zurückcrinncrn, als die Einnahmen während des Sommers kaum zur Tilgung der laufenden Aus­gaben anreihend waren, und es uns im Laufe desselben, auch bei der umsichtigsten Verwaltung und größten Sparsamkeit, unmöglich gewesen ist, an die Deckung dieses Defizits zu gelangen.

Erwägen wir nun, daß zur Winter-zeit diese Ausgaben durch den Ankauf von Brennmateria­lien, Kleidungen rc. nothwendig noch gesteigert werden müssen, auch überdies 'manches Indivi­duum und manche Familie für den Winte?Unter- stützung anspricht und nöthig hat, welche im Som­mer sich selbst zu erhalten im Stande sind, so würden wir an dem gedeihlichen Fortbestande unse rer Armenanstalt verzweifeln müssen, wenn wir uns nicht verlrauungsvoll an die menschenfreund­liche Beihülfe und den allzeit bewährten Wohl- thätigkeitssinn unserer Mitbürger wenden dürften. Allein gestützt hierauf und im Hinblicke auf die Wichtigkeit unseres Instituts für die hiesige Stadt fassen wir neuen Muth und hegen die zuversicht­liche Hoffnung , daß unsere eindringliche Bitte um recht erkleckliche, den Verhältnissen jedes bemittel­ten Einwohners entsprechende Beiträge für die Wintermonate gewiß nicht fruchtlos verklingen werde.

Dabei werden wir stets daraus Bedacht neh­men, die Quellen der Armuth immer mehr und mehr zu verstopfen, um dadurch bessere Aussichten