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weniger bei uns den Unternehmungsgeist auf eine erfreuliche Weise geweckt hat, auch hinsichtlich des Anbaues der Rüben als Haupterforderniß dazu - Erfahrungen gemacht sind, deren Beachtung das Gelingen dieses neuen vaterländischen Gewerbes sichert, so theilen wir dieselben in Nachstehendem, insonderheit für unsere Landwirthe, in gedrängter Kürze ebenfalls mit.

Der Boden, worin die Zuckerrunkelrübe mit Sicherheit zur Verwendung auf Zuckerbereitung ge­deiht, soll aus fruchtbarem, bindigem, lehmigen Sand, oder sandigem Lehm bestehen, welcher lok- kcr, wenigstens einen Fuß tief tragbar und nicht salpeterhaliig ist.

Die Lage des in kräftigem Zustande befindli­chen Landes, soll mehr eben als abschüssig,. mehr flach als muldenförmig, mithin wasserablassend seyn, weil stehende Nässe der Zuckerrübe Nachtheil bringt, sowie frische Düngung. — Es soll daher das Land, worauf die Rübe gebaut wird, so aus­gewählt werden, daß es in der letzten Brache nicht besömmert und gut gedungen war. Solche Stücke guter Lage, worauf Weißkraut, Raps - oder Nübsamen und Tabak gedeihen und tief gelockert sind, geben den höchsten Ertrag an guten Rüben. Als Vorfrucht derselben kann auch da, wo der Boden in guter Besserung und kräftigem Zustand sich befindet,. noch eine Gersten - oder Haferernte gewonnen, und ebenso die Rübe auch in reiner Brache mit Vortheil gebaut werden, da sie ver­möge ihrer tiefen Pfahlwurzel und ihres schirmar- tigen Blärrerbaucs die Nahrung aus der Tiefe des Bodens und aus der Luft zieht. — Hinsicht­lich

der Bestellung des vorbeschriebenen Landes, so muß dasselbe wenigstens 10 bis 12, wenn mög­lich 15 Zoll tief gegraben oder geackert werden, welches letzteres durch gehörige Stellung des Pflugs und zweimaliges Ackern in einer und derselben Furche bewerkstelligt wird. — Kurz vor der Ein­saat wird das Land abgeeggt und mit dem Reihe- zieher (Marqueur) Rinnen darauf gezogen, welche 16 bis 18 Zoll ins Gevierte von einander zu lie­gen kommen, und worin die Saamenkerne der Zuckerrunkelrübe eingelegt werden. — Dies

Einlcgen des Samens geschieht in den er­sten Tagen des Aprils , mit Hülfe einer Handhak- ke (oder auch hinter dem Pflug) dergestallt, daß die Erde (etwa wie beim Einlegen der Kartoffeln) eines lehmigen Bodens '1 Zoll, und die eines san­digen 1 t Zoll lief aufgehoben wird, um hinter der Hacke mit der linken Hand (oder durch beson­dere Einleger) 2 — 3 Kerne bequem einregen, und solche "sogleich mit der zurückgezogenen Hacke (wodurch die aufgehobene Erde auf den Saamen zurück fällt und ihn gänzlich bedeckt), oder dem Fuß fest andrücken zu können.

Wenn nun der Saamen aufgegangen ist, so werden die aus einem Saamenpflanzloch ausge­

wachsenen Pflanzen bei feuchter Witterung (nach einem Regen rc.) bis auf eine, und zwar die kralligste, ausgezogen, doch so, daß man diese mit der einen Hand fest an die Erde drückt, während man mit der andern die überflüssigen Pflanzen be­hutsam heraus nimmt, und zu anderweitiger Ver­setzung verwendet *). — Nach dieser Arbeit, und wenn das Zuckerrübenstück mit Pflanzen überzogen, und diese bereits mit Blättern versehen sind, müs­sen di. selben behackt und dies, je nach Um­ständen , späte,hin ein- oder zweimal wiederholt werden, wobei zu gleicher Zeit die Rübe mit sorg­samer Verhütung der Blatt rbetckädigung bis an die Krone behäufelt und mit Erde bedeckt wird, damit dieselbe vor der unmittelbaren und allzustar- ken Einwirkung der Luft und der Sonne ge­schützt bleibe, und somit rein zuckerhaltig werde.

Das Abblatten bei Silben darf unter rci-. ner Bedingung während des Wachsibums dersel­ben Statt finden, und nur dann erst vorgenom- menn werden, wenn sie im Laufe der Monate September oder Oktober ihre völlige Reife erlangt hat.

Die Ernte der Zuckerrunkelrübe fällt in der Regel in diese letztgenannten Monate, und ist wie­derum nur mit großer Sorgfalt zu bewerkstelligen. Außer einer genauen Vorschrift dazu, und wegen des Reinigens der zur Zuckerfabrik zu liefernden Rüben, welche wir s. Z. mllzmheilen nicht erman­geln werden, diene hier vorläufig zur Nachachtung, daß die Rüben möglichst unbeschädigt, d. h. ohne wunde Stellen, Flecken u. s. w. bei günstiger, trockener Witterung sorgsam auszumachen, zu ent» blättern und zu verputzen sind. -* Cassel, den 25. Febr. 1836,

Kurf Hess. Landwirthschastsvercin.

C o n s b r u ch. G i c s l e r. W e n d e r o t h.

8. Nach bewirkter Abhörung der Rechnung des Lan- deshospitals Mcrrhausen vom Jahre 1834 finden wir uns veranlaßt, über die Verwaltung dieser Anstalt Nachstehendes zur öffentlichen Kenntniß z« bringen:

Im Jahre 1834 sind in dem genannten Landes­hospitale über 200 großtentheiis gemüthskranke Frauenspersonen aus allen Theilen des Kurstaates mit Wohnung, Heitzung, Kleidung, Speisen, Ge­tränken und der erforderlichen Krankenpflege unter­halten und versehen worden. Die vielfachen Be­dürfnisse der Anstalt, einschließlich der geringen Kosten der Verwaltung, haben einen Geldaufwand

♦) Die aus dem Saamenkern erwachsene, und auf der Stelle seiner Einlegung stehen gebliebene Rüdem pflanze wird kräftig anfwachsen,'"eine gerade und starke Pfahlwurzel bilden, und eine, vollkommene Rübe, reich an reinem'Zuckere,ehckt,,liefern, wät von den versetzten Pflanien nicht immer zu erwar­ten steht, indem verknippelte Pfahlwurzeln in der Regel auch unvollkommene Pflanzen liefern. ;