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Wiesenkulturen bezeichnet, und die betreffenden Was­ser- und Straßenbaubeamten beauftragt, die betref­fenden Bauoffizianten zu bescheiden und zu ermächti­gen , den diesseitigen deßhalbigen Anforderungen je­doch ohne Beeinträchtigung ihrer übrigen Berufspflich­ten Folge zu leisten. Diesem zu Folge haben wir auch bei denselben überall sowohl die schriftliche als auch thatsächliche Zusicherung der lebhaftesten Theilnahme an unsere auf Erhöhung der Landeskultur den augen­fälligsten Einfluß äußernden Bestrebungen, diesen seit­her leider sehr vernachlässigten Theil der Landwirthschaft zu verbessern, mit Vergnügen entgegen genommen.

Indem wir dies nun ebenfalls zur Nachachtung der betreffenden inländischen Wiefenbesiper bringen, verbinden wir damit zugleich die Aufforderung an die­selben, daß sie sich im Falle einer benötbigten techni­schen Hülfe bei etwa beabsichtigten Wiesenverbesserun- gen direkt an die in nachstehendem Verzeichniß aufge­führten Bauoffizianten, sowie an die weiter unten nahmhaft gemachten Wiesenbauern, nach vorgangiger Anmeldung bei den betreffenden VereinSmitgliedern zu wenden haben, welche alsdann auf deßhalbige Be- richtSerstattung und resp Vorlegung zweckmäßiger Wie- senkulturpläne (die auf diesseitige Kosten, nach vvr- gangig eingeholter Genehmigung zu entwerfen, diesel­ben nach Befinden angewiesen werden) mit der Aus­führung, wobei die Kosten für die technische Leitung ebenfalls auf den diesseitigen Wiesenbauverlag , soweit dieser dazu ausreichen wird, übernommen werden soll, alsbald beauftragt werden.

Zugleich dient zur weitern Nachricht, daß ebenfalls nach wie vor direkte Anmeldungen bei der unterzeich­neten Behörde, behufs beabsichtigter Wiesenverbesse- rungen und dabei gewünschter technischer Hülfeleistuirg, angenommen und denselben, in soweit die Mittel dazu vorhanden und die beiden Domanialwiesenaufseher Wicke und Weiffenbach hierselbst disponibel sind bewilligt werden.

Namenverzeichnis; der oben beregten Bauoffizianten.

1) V o m W a s s e r bau:

Der Wasserbauaufseher Noll zu Hof GuttelS bei Notenburg; dergleichen Drücke zu Gicsclwerder; der Wasserbaueleve Heyken zu Castel; die Wasserbau- aufseher L> a n.d m eher zu Goßfelden, Hucke zu Haina an der Edder, und Rupp zu Treisa bei Ziegenhain; der Wasserbaueleve Schubart, derma­len zu Schmalkalden.

2) Vorn Straßenbau:

Die Straßenbaukommissare: Ehrhardt und Dali w i gk zu Cassel, M rille r in der Wilhelms- höher Allee, Heiderich zu Gudensberg, und E b ezrt zu Wabern ; der Banaufseher Stein zu Homberg; der Straßenbaukommissar Schuwirth zu Notenburg; der StraßenbaukommissaraMent Dohles zu Bebra; die Straßenbaukommissäre Nie-

mann zu Rodenberg, Gobel zu Fulda, Claus zu Hünfeld, Auffarth zu Neuhof und Schimmelpfeng zu Hersfeld; die Wiesenbaues Walter zu Hünfeld und Förster zu Fulda.

Außerdem hat der Wasserbaumeister Hermann zu Hanau, sowie der Straßenbauingenieur S p a n- genberg zu Eschwege und der Straßenbaumeister Rudolph dahier sich bereitwillig erklärt, wie bisher schon häufig von ihnen geschehen sey, so auch ferner dergleichen Arbeiten zu leiten, und namentlich gele­gentlich auf den Dienstreisen sich derselben anzunehmen. Cassel,' im Dezember 1835

Kurfürst!. hessischer Landwirthschaftöverein.

ConSbruch. Gieöler. Wenderoth.

Die kostenfreie Bildung inländischer Wie­se n b a u l eh r l i n g e betreffend.

Um bei den nützlichen, seit einiger Zeit in mehre­ren Landestheilen rasch vorwärts schreitenden Wiesen- verbesserungen Sie benöthigte technische Hülfe in grö­ßerer Ausdehnung, als bisher, gewähren zu können, ist die Vermehrung der Zahl sachverständiger Wiesenbauer ein dringendes Erfordern. Wir beab­sichtigen deßhalb, während dem nächsten Frühjahre eine gewisse Anzahl Wiesenbaulehrlinge, welche sich als Wiesenbauer oder Wiefenwarter *) ausbilden wol­len, anzunehmen und denselben auf den bei Cassel gelegenen Domanialwiefen bei den daselbst ausgeführt werdenden Kulturen praktischen Unterricht kostenfrei ertheilen und dieselben mit den Erfordernissen einer zweckmäßigen Wiesenbewirthschaftung in allen ihren einzelnen Theilen bekannt machen zu lassen. Wir er­suchen demnach die kurf. KreiSamter unb unsere ver- ehrlichen Vereinsmitglieder, gefällig bis Ende Februar l. I. uns die dazu geeigneten Personen namhaft zu machen, welche zu ihrer Ausbildung an diesem Unterricht Theil nehmen wollen, wobei jedoch darauf aufmerksam gemacht wird, daß es wünschenswert^ sey, daß dieselben bereits in Erdarbeiten eine gewisse Fertigkeit erlangt und einige geometrische Kenntnisse mitbringen.

Nachdem uns übrigens die betreffenden königl. preußischen Behörden und mehrere Beamten im Sie- gen'schen, wo bekanntlich der Wiesenbau auf einer hohen Stufe der Vollkoürmenheit steht, die freund­nachbarliche Zusage gemacht haben, uns in unserm Bestreben, auch in den hiesigen Landen den Wiesen­bau, diesen wichtigen landwirthschaftlichen Kultur, zweig, immer mehr zu hoben, in der Art gern un­terstützen zu wollen, daß den W i e so nb a ulehrlin gen, welch/ der Landwirthschaftsverein im Monat April nach Siegen und Stift Koppel, wogegen 80 Morgen Wiesen auf Staatskosten mustermaßig gebauet werden, mit den nöthigen Vorkenntnissen ausgerüstet, senden

S. die Tienstawreisung für Wiesinwärter, Seite 181 der 2. Quarsachestr der diestabrigei, landwirchsch.fft- li^eu Zeitung.