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Polizeiliche Nachrichten.

Hanau, am 24. Dezember 1835. Nr. 52*

Bekauutmachun g,

916. Hanau. Bei dem bevorstehenden Jahreswech­sel wird hierdurch in Erinnerung gebracht, daß das Ensammeln von Neujahrsgeschenken nur den Hir­ten, sowie den Thurm- und Nachtwächtern dahier gestattet sey, bei allen andern Individuen aber, die sich dergleichen unterfangen sollten, als Bette­lei angesehen und bestraft werde. Damit nun kei­nerlei Unterschleif hierbei vorkommen könne, so er­kalten die zum Einsammeln von Neujahrgeschen- ken ausnahmsweise berechtigten Personen von der unterzeichneten Polizeidirektion einen besondernEr. laubnißschein hierzu ausgefertigt, welchen sie beim Sammlen der Geschenke einem Jeden unaufgefor­dert vorzuzeigen angensicsen sind. Man ersucht da­gegen auch das Publikum, alle andere zudringli­chen Gratulanten, welche einen solchen Erlaubniß­schein nicht vorzeigen können, ohne Weiteres zu- rückzuweisen. Hanau den 22. Dez. -1835.

____Aus kurfürstl. Polizeidirektion.

Vergehen und Verbrechen.

917. Hanau. In der Nacht vom 16. auf den 17. d. M. wurden auö einem Privatbause nachver­zeichnete Gegenstände gestohlen:

1) Ein ordinäres leinenes Betttuch,

2) ein do. do. Mannshemd,

3) ein v do. do. Weibshemd und

4) ein kleiner rothbaumwollener Kopfkiffenüberzug. Spuren, welche zur Entdeckung des Thäters oder der gestohlenen Gegenstände führen können, sind dahier oder bei der nächsten Polizei- oder Gerichts« behördc anzuzeigen. Hanau den 18. Dez. 1835.

_________Aus kurf. Polizeidirektion.

Steckbriefe.

918. Burghaun. Nachdem der ausgetretene Mili­tärpflichtige Johanne s^S ch Neider von Hühn- han sich öffentlicher Aufforderung ungeachtet zur Anhörung des wider ihn ergangenen Urtheils kur­fürstlichen Obergerichts nichtsistirt hat/werden alle Gerichts- und Polizeibehörden ersucht j denselben im Betretungsfalle arretiren und anher abliefern zu lassen. Burghaun am 14. Dezember 1835.

Kurfürstl., Justizamt. Silier.

vt. Kersting. v. A.

919. Burghaun. Da der ausgetretene Militär­pflichtige Wilhelm Frik von Rothenkirchen der öffentlichen Aufforderung sich zu Anhörung des wi­der ihn ergangenen Erkenntnisses kurfürstlichen Ober- gerichts zu Fulda zu sistiren, nicht Folge geleistet hat, so werden nunmehr alle Gerichts- und Poli­

zeibehörden ersucht, denselben im Betretungsfalle arretiren und an das unterzeichnete Gericht ablie­fern zu lassen. Burghaun am 14. Dez. 1835.

Kurfürstliches Justizamt. Gill er. vt. Kersting, v. A.

920. chter sba ch. Da der unten signalisirte Jo­hann Heinrich Reifschneider von Helfersdorf .im Kreise Gelnhausen der öffentlichen Vorladung, wel­che in einer dahier gegen ihn anhängigen Unter­suchungssache an ihn ergangen ist, keine Folge ge­leistet hat, so werden nunmehr sämmtliche Ge­richts- und Polizeibehörden ersucht, denselben im Betretungsfalle verhaften und an das unterzeich­nete Gericht abliefern zu lassen. Wächtersbach am 27. November 1835.

Kurfürstl. gräfl. isenburgisches Justizamt. Kröber.

Signalement des Joh. Heinrich Reifschneider.

Alter: 29 Jahr ^Größer 5 Fuß 8 Zoll 1 Strich; Haare: blond;. Stirn: hoch; Augenbraunen: blond; Augen: grau; Mund: gewöhnlich; Zähne: gut; Kinn: spitzig; Bart: schwarz und nicht stark; Ge­sichtsfarbe: bleich; Gesicht: länglich; Statur: schlank.

-S.2JL, _M.rv.Lalm crotzc. Daniel Koch, Weiß­binder aus Völkeröhausen, wegen Fälschung dahier in Untersuchung, hat sich der über ihn verhängten Haft mit Zurücklassung seiner Legitimationspcapiere durch die Flucht entzogen. Die Justiz- und Po- lizerbehörden werden ersucht, ihn im Betretungs­falle zu verhaften und anher abzuliefern. Gros- almerode am 30. November 1835.

Kurfürstl. Hess. Justizamt. Wurzer- Signalement. Alter: 26 Jahre; Statur: schlank; Stirn: schmal; Augen: braun; Mnntz: gewöhnlich; Bart: schwach; Gesichtsfarbe: gesund; Größe: 5 Fuß 91 Zoll köln. Maas; Haar: sckwarz- braun; Augenbraunen: deßgl.; Nase: spitz; Kinn: deßgl., Gesicht: schmal; Bekleidung bei der Ent­fernung: brauntuchener Oberrock, dergl. Hose, dergl. Weste, alte grüne Kappe, schwarztuchene Halsbinde, alte Schuhe und gelbtuchene Kamaschen 922. Gr ebenste in. Der hier unten signalisirte Tagelöhner Johannes Zimmermann von Oels- hausen hat sich auf die unter dem 27. November d. I. erlassene öffentliche Vorladung, zur Anhö­rung eines von kurf. Obergericht, Kriminalsenat zu Cassel, in der wider ihn, wegen Diebstahls ge­führten Untersuchung erlassenen Urtheils, bis jetzt nicht Wirt.

Es werden daher alle Justiz- und Polizeibehör, den ersucht, den ?c. Zimmermann im Betre- tungsfalle zu arretiren und unter sicherer Beglei-