Einzelbild herunterladen
 

183 ^

Polizeiliche Nachrichten.

Hänau, am 15. Oktober 1835* d^k. 42»

-------------------- - " ''^HWffMMHBMHaHB^ ............................................. ...

Bekanntmachungen.

700. Gaffel. Mit Bezugnahme auf die Bekannt- - machung vom 28. v. M., den als einer Entwen­dung verdächtig bezeichneten Schmiedegesellen Ernst Friedrich Vogelei aus Ellingerode betreffend, er­theilen wir die Nachricht, daß das Individuum, auf welches nunmehr der dringendste Verdacht des verübten Diebstahls fällt, sich erst für einen Schrei­ner, dann bei einem Andern für einen Blech­schmiedgesellen aus Gaffel ausgegeben hat, etwa 26 brs 30 Jahre alt, schlanken Wuchses, schma­len Gesichts mit kleinem schwarzen Schnurrbarte, und vor der Entwendung mit einem schwarzen Fracke, dunkelgrünen (marcngofarbigcm) Hosen mit schmalem Lätze beide Kleidungsstücke abgenutzt und zerrissen schwarzem seidenen Halstuche, einem Hemde von grobem Leinen mit weiten Er- meln, so wie mit,breitem Einfasse und Falten nach vorne versehen, und zerrissenen Stiefeln be­kleidet gewesen ist, eine blaue Tuchmütze mit la- ckirtem Schild und einen Stock von Eichenholz getragen hat, und die erwähnten Hosen, Hals­tuch, Hemd, Stiefeln und Stock dahier in Einsicht genommen werden können.

Hiernach ersuchen wir um allenfallsiige, zur Ent­deckung des Thäters führende Mittheilungen drin- gendst. Gaffel, am 5. Oktober 1835.

Kurfürstliches Landgericht. Morchutt.

701. Berlin. Der auf dem Transporte von hier nach der Festung Cüstrin in Seelow entwichene mittelst Steckbriefs vom 11. Juli 1831 verfolgte ehemalige Bombardier Karl Wilhelm Emil Nime ist am 9. August d. I. in Frankfurt a. M. ergriffen, upd am 22. d. M. an unsere Geläng- nißcrpedrtion abgeliefert worden. Er hat einae- standen, sich in Hamburg, Harburq, Luzern und auch hier wegen Wechselfälschungen in Untersuchung A und unter den falschen Na- StudiosuS Rentier, Lieutenant a. D. ^er Domanenrath Neumann aus Strelitz; gtubtofug, Forstkandidat oder Mühlenbesitzer Emil Schröder aus Strelitz; 3) Heinrich- 4)be Ber"rant.^a^'^ ®miI Darnier de 0) Baron Emil Grabowski nisck-?m^n^ ^ WiM, Kapitän im 2. pol- Jost N^Z^ 7) Studiosus Heinrich radi-A K^-hnm; 8) Studiosus n^L Con- r 9) Studwsus Roseler aus Strelitz^10)

Partikulier Grafs aus Straßburg; 11) Graf Eugen v. Ledochowsky, polnischer Kapitän, a. D., seit seiner Entweichung aus Seelow als angeblich polnischer Flüchtling in Deutschland, Frankreich und England umher gereiset zu seyn, falsche Wechsel angefertigt, verausgabt, und von den ihm als vermeintlichen Polen gereichten Un­terstützungen gelebt zu haben. Der in unserer Bekanntmachung vom 16. April d. J. signalisirte, ehemalige hiesige Handlungsdiener Friedrich Eduard Fritze hatte sich während seiner Haft in Gotha fälschlich für den Nime ausgegeben, wodurch mehrfache Verwechselungen dieser beiden, für die öffentliche Sicherheit so höchst gefährlichen Verbrecher veranlaßt worden sind. Nicht unwahr­scheinlich ist, daß der Nime noch an andern, als den uns bereits bekannten Orten Wechselfälschun­gen und andere Betrügereien unter falschen Namen verübt hat, und deßhalb steckbrieflich verfolgt wird. Um sein verbrecherisches Treiben vollständig zu er- Mitteln, besonders aber, damit auf den Grund früherer Steckbriese unter so vielfältigen Namen nicht etwa irgend Jemand unschuldig verhaftet werde, haben wir es für Pflicht gehalten, diese öffentliche Bekanntmachung unter Beifügung des Signalements des N i m e zu erlassen.

Signalement. Der ehemalige Bombardier Karl Wilhelm Emil Nime ist 29 Jahr alt, aus Großglogau gebürtig, katholisch, 5 Fuß 2 Zoll groß, von mittler Statur, gerader Haltung und regelmäßigen Körperbau. Er hat ein mehr läng­liches als ovales Gesicht, eine gesunde, von der Sonne etwas gebräunte Gesichtsfarbe, eine große, gebogene, zugespiyte, auf den Seiten ein wenig eingedrückte Nafe; blaue hervortretende lebendige Augen, einen mittelmäßigen Mund, dicke aufge­worfene Lippen, dunkelbraune, glatte, nach hinten hinübergekämmte Haare, eine hohe freie gewölbte Stirn, welche über den Augenbraunen etwas her- vorstehende Stellen zeigt, -braune, stark behaarte, große Bogen bildende Augenbraunen. Die beiden linsen oberen Schneidezähne sind gegeneinander bis zur Hälfte schwarz und zerstört, die übrigen Zähne vollständig und gesund; er hat ein breites, in der Mitte mit einem Grübchen versehenes Kinn, und einen behaarten, bräunlichen Bart. Unter dem rechten Auge und auf dem rechten Augenliede befinden sich mehrere schwarze Pünktchen, wahr-, scheinlich von angespritztem Pulver herrührend. Auf der linken Backe hat er einen kleinen brau­nen Fleck, und unfern des Auges ein, bei dem