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Polizeiliche Nachrichten.

Hau au, am 5. März 1835. Nk, 10,

Bekanntmachungen.

130. Raboldshausen. Karl Jericho, Sohn des Forstlaufers Wilhelm Jericho von Ellingshausen, welcher früher als Bedienter und Kellner an ver­schiedenen Orten in Diensten gestanden, hat Ende Sept. v. I. eine Reise nach Frankfurt a. M. un­ternommen, um sich wieder einen Dienst als Kell­ner ic. zu suchen. Er will beiläufig vier Wo­chen lang sich daselbst aufgehalten, nämlich 14 Tage im Gasthaus zum Reichsapfel und 14 Tage bei der Wirthin Wittwe«Lauderbach logiret haben, von Frankfurt, Anfangs Nov. v. I. über Geln- Hausen, Fulda und Hersfeld nach Cassel gegangen und dann nach Ellingshausen zurückgekehrt seyn.

Seit seiner Rückkehr von dieser Reise ist er im Besitze einer kostbaren (unten genau beschriebenen) goldnen Repetiruhr und behauptet, solche von ei­nem fremden Reisenden, welchen er angeblich in Gclnhausen getroffen und mit dem er die Reise bis Fulda gemeinschaftlich fortgesetzt, für 20 Rthlr. baarcs Geld erkauft zu haben, ohne daß er sich je­doch darüber genügend auszuweisen vermocht hat.

Da unter den obwaltenden Verhältnissen, und da der angebliche Kaufpreis verhältnißmäßig allzu gering erscheint, zu vermuthen steht, daß diese Uhr, oder das zum Ankäufe .derselben verwendete Geld vom gedachten Karl Jericho nicht auf, recht­mäßige Weise erworben worden, so wird diese Sa­che hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebrach;, und werden der etwaige wahre Eigenthümer dieser, in gerichtlicher Verwahrung befindlichen Uhr, sowie alle diejenige», welche, zum Zwecke der Untersuchung, geeignete sonstige Mittheilungen zu beschaffen im Stande sind, aufgefordert, einen gegründeten Anspruch, bezüglich ihre deßhalbige Mittheilungen dahier, oder beider nächsten Gerichts­behörde baldth unliebst vorzubringen und anzu- geben. Raboldshausen am 17. Februar 1835.

Kurf. Hess. Justizamt. das. Schüßler. vt. Wennkng.

Beschreibung der Uhr.

Die anher abgelieferte, ziemlich große goldene Repetiruhr, welche Stunden, Viertelstunden und Achtelstunden schlägt, ist eingehäusig und hat ein weißes Zifferblatt, worin sich auch die Oeffnung

für den Uhrschlüssel befindet, mit arabischen Zah­len; unter der Ziffer 6 stehen die Worte: Brauet ä. Paris in kleinster Schrift,.chic. Zpiger sind von blau gemachtem Stahle und oben am Sliste, wo­rin solche laufen, ist ein gelbes Blättchen ersicht­lich. Die Uhr öffnet sich oben und unten und ist mit einem s. g. Scaubdeckel versehen, in dessen Mitte ebenfalls die Worte: .Breguet ä Paris sich befinden.

Die untere Decke der Uhr (eine Goldplatte) ist äußerlich dadurch kenntlich, daß darauf eine Sonne abgebildet ist, deren Strahlen sich, vom Biegel abwärts, über die Hälfte der Platte aus­dehnen und den darunter befindlichen Kreis gleich­sam überschatten. In dem inneren Theile die­ser Platte steht K 18 D L G 16990 und ist das Gewerk äußerst schön und gut gearbeitet.

An der Uhr befindet sich, an einem schwarzen seidenen Bande, ein Uhrgehänge, bestehend aus einer, durch komponirtes (dem Anscheine! nach) un- achtes Metall eingefaßten, geschliffenen länglich runden Glasplatte, an deren Einfassung selbst Verzierungen ersichtlich sind, sowie aus" einem ähn­lichen Uhrschlüssel, worin sich ein zleicht zu öffnen­der Behälter (zu Aufbewahrung von Locken k.) befindet.

131. Gotha. Der Maurergeselle Johann Weite von Neuhausen, im großherz, badifchen Bezirksamt Engen hat sein Wanderbuch d. d. Engen 3. April 1828 an den hier arrecirten Mau­rergesellen Joh. Dill von Windsheim für acht Kronenthaler verkauft, und sich dann unter dem erdichteten Vorgeben, alS habe er dessen verloren, unterm 17. November v. J. bei dem oben ge­nannten Bezirksamte ein neues Wanderbuch Nr. 7394 erschlichen und treibt sich nun mit diesem in der Fremde umher, welches hiermit bekannt gemacht wird. Gotha, am 7; Februar 1835.

Der Polizeirath Eberhard t.

Vergehen und Verbrechen.

132. Hanau. Im Laufe der vorigen Woche wur­den aus einem Privathause zu Darmstadt nach­folgende Gegenstände entwendet: