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Warnun g.

129. Im verwichenen Jahre ereignete sich in «» j nein Stalle bei sieben Kühen eine Vergiftung ' durch Herbstzeitlosen. Vier davon waren gut bei Leibe, dagegen zwei, und eine zum erstenmal trächtige Kalbe, mager. Sämmtliche Stücke hat­ten des Abends zuvor mit dem größten Appetit gefressen und 'gesoffen; die sechs milchzebende Kühe auch noch die gewöhnliche Quantität Milch gegeben , und des Morgens darauf waren sie zu gleicher Zeit so heftig erkrankt, daß der hiesige Thierarzt, Herr Braun, eilig um Hülfe ersucht wurde. Bei der Untersuchung deö KrankheitSzu- standeS erhielt derselbe auf die Frage: was gefüt- tert worden sey? zur Antwort: man habe Wie- sengras, welches allenfalls die Hälfte hier ge­nannterKuh zize n die Frucht derHer b st- zeitlose, Herbstwiesenblume, des Wie­se nsafrans, Colchicum autumnale Linn., enthalten habe, gefüttert, von welcher Zeit die fraglichen Thiere nichts mehr gefressen und gesof­fen hatten. Alle Zeichen der Vergiftung durch die Saamenbehaltnisse, Körner und Blätter die, ser auf Menschen und Thiere giftig wirkenden Pflanze, waren nicht zu verkennen, durch eine zweckmäßige und fleißige Behandlung deS besag, ten Thierarztes, wurden fünf Stücke gerettet, . die trächtige Kalbe aber und die beste Milchkuh krepirten.

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Bei der Eröffnung dieser umgesiandeneu Thiere war der Leib sehr aufgetrieben und der After her, vorgedrängt. Die Kalbe hatte in dem ebenfalls Lufaetriebenen ®»«*#n noch eine ziemliche Mvr« Futter, unter welchem die Zeitlosen nicht zu ver­kennen waren.

Die übrigen Mägen der beiden Thiere, so wie ihre Eingeweide, waren entzündet, mit dunkel­rothen Flecken versehen, und war nicht wohl zu bezweifeln, daß beide Stücke durch Vergiftung ^ vom Genusse der Zeitlose umgestanden seyen.

Daß diese Pflanze besonders auf Menschen, Hornvieh, Hirsche, Dammhirsche und Hunde gif, tig wirke, und wenn sie genossen wird, diesen Grimmen, Entzündung des MagenS und der Gedärme, Erbrechen, Bäuch - und Blutflüsse durch den After, Zittern der Glieder, Krämpfe, Beängstigung, Kraftlosigkeit und endlich den Tod verursache, ist von den ältesten bis auf die neue­sten Zeiten bekannt, und dennoch läßt dieses Gift der Landmann auf seinen Wiesen, unbegreiflicher Weise, so überhand nehmen, daß es ein Wunder ist, daß bisher nicht mehrere Unglücke, wie daS eben angeführte, geschehen sind, welche uns aber selten, wie hier, zur Kenntniß kommen.

Fulda, 1835.

, 'Dr. Schneider, RegierulsASmedizinalreferent zu Fulda.