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Steckbriefe.

66. Der unten näher signalisirte Martin Vogt aus SeigertShausen, hiesigen GerichtSbezirkS, welcher sich öfters taubstumm, auch als von Epilepsie be­fallen, stellt und zuweilen für Friedrich Frank auS Straßburg ausgiebt, ist bei dem unterzeichneten Gerichte wegen wiederholter Landstreicherei in Un­tersuchung befangen, hat sich jedoch aus seinem Wohnorte entfernt und der, dessen jetzigen Au­fenthaltes, ist unbekannt. Da nun derselbe sich anf eine, am 28. Dez. v. I. erlassene öffentliche Vorladung nicht sistcrt hat, so werden alle Ge­richts- und Polizeibehörden hiermit ersucht, den­selben im Betretungsfalle verhaften und an das unterzeichnete Gericht, abliefern zu lassen. Neu- kirchen, am 22. Januar 1834.

Kurf. Hess. Justizamt das.

M i l ch l i n g.

Signalement des Martin Vogt aus Sei- Zertshausen. Alter: 29! Jahre; Größe: 6 Fuß

7 Zoll 2 Strich; Haare: schwarz; Stirn: nieder; Augenbraunen: schwarz; Augen: braun; Nase: lang und stark; Mund r etwas dick, die Unterlip­pe aufgeworfen; Zahne: die vorderen vollständig und gesund; Kinn: oval; Bart: schstrarzbraun; Gesicht: oval oder länglich; Gesichtsfarbe: braun- lichgelb. Besondere Kennzeichen: Löcher von frü­her getragenen Ohringen in beiden Ohren.

Muthmaßliche Kleidung. Dunkelblaue Militär- mütze'mit rother Borde; der hessischen Kokarde uNo kleinem Schild; weißer leinener Kittel mit gelben Metallknöpfen; baumwollenes, blau und weiß gestreiftes Halstuch; altes Hemd; 1 paar alte weiße leinene Strümpfe; i paar weiße lei­nene, bis an die Kniee gehende Kamafchen mit weißen leinenen überzogenen Knöpfen; ein paar alte, Schuhe.

67. Stile Justiz - und Polizeibehörden werden er­sucht, den Johannes Dietz aus Steinheim, im großherzoglich hessischen Landgerichte Nidda, da er sich der Eröffnung des wegen Verwundung des Johannes Laupus zu Gronau gegen ihn er- gangenen Urtheis und somit der Vollziehung der erkannten Strafe, bisher entzogen hat, im Betre- tungsfalle verhaften und unter sicherer Bedeckung anher abliefern zu lassen. Bergen, den 16. Ja­nuar 1834.

Kurf. Justizamt N euho f.

68. Da der aus der Altersklasse des Jahres 1812 für ungehorsam erklärte Militärpflichtige, und deßhalb durch Urtheil Kurs. Obergerichts zu Rin- teln vom 28. Sept. 1833 zu einer 6monatllcherr Gefängnißstrafe verurtheilte Friedrich Wilhelm Null aus Nöhrkasten, der an ihn am 10. Okt. v. I. durch alle Provinzialwochenblatter erlasse­nen Ediktalladung, sich binnen 3 Monaten da-

hier zur Publikation dieses Urtheils und Voll­streckung jener Strafe zu stellen, keine Folge ge­leistet hat, so werden nunmehr alle Justiz - und Polizeibehörden, sowie kurf. GenSd'armerie hiermit ersucht, denselben im Betretungsfalle arretiren und sicher anher tranöportiren zu lassen. Obern- kirchen den 20 Januar 1834.

Kurf. Hess. Justizamt dass G ö tz.

Wille v. c.

69. Alle Polizeibehörden werden ersucht, die Va- gantm Katharine Wallner aus Marköbel, welche sich der besonderen polizeilichen Aufsicht, worunter sie gestellt war, entzogen hat, im Betretungsfalle zu verhaften und an die unterzeichnete Polizeidi- rektion, durch die Verbindungspatrouille derGens- d'armen oder unter sonstiger sicherer Begleitung abzuliefern. Hanau, den 30. Januar 1834.

Die Pollzeidirektion der Provinz Hanau. Dr. Hupfeld.

Allgemeine Bezeichnung.! Alter: 32 Jahre; Größe: 5 Fuß; Haare: blond; Stirne: frei ; Singen: blaugrau; Augenbraunen: blond; Nase: klein; Mund : Mittel; Zahne: gut; Kinn: oval; Bart:; Gesichtsfarbe: gesund; Gesicht: oval; Statur: schmal. Besondere Kennzeichen:.

Bei verdächtigen Personen vorgefundene Ge­genstände.

70. Eine wegen vielfältiger Diebstähle dahier zur Untersuchung gezogene Frauensperson hat sich unter andern im Besitze eines wahrscheinlich in den 'Monaten Mai oder Juni v. I. gestohlenen Taschentuchs von feinem Battistmousselm mit drei- singerbreitem Saume und gestickten Guirlanden in den Ecken, befunden. Der Eigenthümer des­selben wird hierdurch aufgefordert, sich alsbald bei dem unterzeichneten Gerichte zu melden. Ha­nau, am 28. Januar 1834.

Kurf. Landgericht daselbst.

B e ch t e l. E g g e n a.

Gefundene Gegenstände.

71. Eine Vorstecknadel mit weißen und rothen Steinen. Der Eigenthümer wolle sich bald mel­den. Hanau, den 24. Januar 1834.

Kurf. Polizeldirektion.

Dr. Hupfeld.