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Polizeiliche Nachrichten.

H a u an, am 19. September 1833. Nr. 33.

Vergehen und Verbrechen.

493. Cassel. Am 9. d. M. ist einem Menschen, welcher vor dem holländischen;Thvre an der Land­straße arbeitete, ein blauer leinener Kittel, wel­chen er in die Nahe auf die Mauer eines Gar­tens gelegt hatte, und in welchem sich eine zwei- gehäusige englische silberne Taschenuhr, auf deren Zifferblatt „ London" steht, mit einer Stahlkette, ein neues roth unb weiß gestreiftes Taschentuch und ein rother lederner Geldbeutel mit 14 7a gGr. Geld befand, entwendet worden.

ES wird vor dem Ankäufe dieser Gegenstände nicht nur gewarnt, sondern es werden auch dieje- , nigen, welche Spuren zur Entdeckung dieser Dieb­stähle aufsinden sollten, zur Anzeige aufgefordert.

Aus kurfürstl. Nesidenzpolizeikommission.

Steckbrief.

494. Nachdem Valentin Mausehund aus Hof Gut- tels, 38 Jahre alt, dessen Vernehmung in einer dahier gegen ihn und mehrere Konsorten, wegen Meineids, rs^p. Holzentwendung, anhängigen Un­tersuchung nothwendig ist, sowohl der. speziellen als auch öffentlichen Vorladung keine Folge gelei­stet hat, so werden alle und jede Behörden hier­durch ganz ergebend ersucht, auf denselben invigi- liren, ihn im Betretungsfalle arretiren, und an- » her abliesern zu lassen, mit dem Bemerken, daß rr. Mausehund seither in, der Gegend von Eaffel als Dienstbote oder Tagelöhner in Arbeit gestan­den haben soll. Rotenburg, am 31. Aug. 1833.

Fürstl. Hess, rotenburg. Unteramt. G l e i m.

495. Der unten signalisirte Balthasar Hären- gel, gebürtig von Hattenhof hiesigen Amtsbe­zirks, auf Lebenszeit zur Eisenstrafe verurtheilt und wiederholt aus der Strafanstalt zu Ziegenhain entsprungen, treibt sich seit einiger Zeit innerhalb und in der Nähe des hie­sigen Amtsbezirks bewaffnet herum.

Er ist dabei höchst verdächtig, in der Nacht von gestern auf heute aus scharf geladenem Gewehr

zu den Fenstern der Schlafstube des Schullehrers m Mittelkalbach hinein geschossen zu haben.

Bei der eingeleiteten Untersuchung des eben genannten Verbrechens hat es sich ergeben, daß dies höchst gefährliche Subjekt nur wegen der Besorgniß, welche er den Landbewohnern durch seine Bewaffnung und drohende Stellung ringe- stößt hat, derFestnehmung seither entging. Deß­halb fordert man nicht nur sämmtlich« betreffende Behörden deS In-- und Auslandes, sondern auch sonst Jedermann, dem die öffentliche Sicherheit am Herzen liegt, hiermit auf, mit Aufmerksamkeit über jenen Feind der menschlichen Gesellschaft zu wachen, ihn im Betretungsfalle scstzunehmen und wohlverwahrt anher oder an die nächste Obrigkeit abzuliefern. — Zugleich wird demjenigen, welcher über den gewöhnlichen nächtlichen Aufenthalt je­nes Verbrechers einige erfolgreiche Auskunft an­der ertheilt, auf deßfallsiges Verlangen, die Ver- schweigung seines Namens zugesichert. Neuhof, am 11. Sept. 1833.

Ku.chess. Justizamt das. Kleinhans.

Persönliche Beschreibung. Alter: 45^ Jahr; Größe: 5 Fuß 1 7, Zoll; Haare: schwarz; Stirn: schmal und platt; Augenbraunen: schwarz; Augen: dunkelbraun; Nase: gewöhnlich und spiy; Mund: klein; Zahne: gesund; Kinn :spiy ; Bart: schwarzbraun und stark; Gesichtsfarbe: blaß; Ge­sicht: länglich; Statur: Hager. Besondere Kenn­zeichen. Blatternarben, am linken Unterarm zwei rothe Buchstaben B. und H.

Kleidung: eine Tuch mühe, eine blaue Tuchjack« und blaue lange Beinkleider von Sommerzeug.

in fidem Krisch, Attuargehülfe.

Ediktalladung.

496. Rosenthal. Bar Goldschmidt von Rosen- thal soll sich binnen vier Wochen von heute an, so gewiß vor unterzeichneter Gerichtsbehörde stel­len, um sich in der gegen ihn anhängigen Unter, suchungssache wegen Mißhandlung des Lob Blu- menthal weiter vernehmen zu lassen, als er wj.