HanaN «w 27. Okt.
Nr. 43.
1831.
Vergehen und Verbrechen.
235. Schlächter n. Dem Bürger Johannes Reu- ter daselbst wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. d. M. ein Kraulfaß entwendet. — Ebenso sind dem Schullehrer Breidensteiii daselbst am 13. d.
3 Mch Gerste und dem Konrad Jakob alldorten ein Gebund roher Flachs aus der Scheuer gestoh- leu worden.
236. R o h rigs (Kr. Gelnhausen.) In der Nacht vom 16. auf den 17. d. M. sind dem Kreioberei- ter Meyer daselbst 3 Bienenstöcke entwendet worden. — Spuren der Thäter oder der' gestohlnen Gegenstände sind dabier oder bei den betreffenden Behörden zur Silbrige zu bringen.
Aus kurfürstl. Polizeidirektion für die Provinz Hanau.
237. Einer. Mittheilung der großherzogl. Hess Landrathsbehörde zu Seligenstadt ist am 19. d. aus einem dasigen Privathause eine Sackuhr mit einfach goldnem Gehäuse, mittler Größe und mit einem besondern Staubdeckel versehen, entwendet worden. Auf dem Staubdeckel war der Name: Breguet et fils, eingezeichnet. Der Glasring ist verbrochen und der Zeiger im Spiral abgebrochen. — Ebenso wurde ein goldnes Pett- schaft entwendet. — Spuren zur Entdeckung des Thäters oder der entwendeten Ubr sind dahier oder dem Herrn Laudrath in Seligenstadt mit- zuthejlen.
Aus knrf. Polizeidirektion der Provinz Hanau.
238. In Bebra (hiesigen Oberamts) ist in der vergangenen Nacht ein schwarzer «-jähriger Wallach von mittler Größe, mit großer durchgehender Blesse, zwei weißen Hinterfüßen und zwei kleinen weißen Flecken auf dem Rücken, gestohlen worden. ^ Die betreffenden Behörden werden, ergebenst ersucht, die zweckdienlichsten Nachforschungen anznsteUen und deren Ergebniß der unterzeichneten Bchorde gefällig mitzutheilen. Ro- tenburg am 29. September 1831.
F. H. Rot. Oberamt hiersclhst. G l e i in.
239. Ziegenhain. Dem hiesigen Bürger Wilhelm Caillee ist am 1ten d. M. eine eingehäusige silberne Taschenuhr mit einer zackigen Umfgffvnq, email- ltrtem Zifferblatt, deutschem schwarzen Stuudcn- zähler und gelben Stundenzeiger,und ein Manns- Hemd von Flächsenleinen, noch nicht viel getragen und ohne weitere Zeichen, aus seiner Wohnstube entwendet worden. Etwaige Spuren, wel, che zur Entdeckung der Thäter oder §tr grstoh-
lenen Sachen führen könnten, find bei der unter- ' zeichneten oder der nächsten Gerichrsstelle zur Anzeige zu bringen. Ziegenhain am 15. Okt. 1831.
Kurfürst!. Justizamt.
’ W a g n e r.
Eenwinschädliche Herumtreiber.
240. Gvtha. Da nur der 8. 5731 in den Mittheilungen vorkommende Mechanikusrc Wilhelm Schaart als ein für die öffentliche Sicherheit gefährliches Subjekt persönlich bekannt ist, so fühle ich mich verpflichtet, folgende Nachrichten über denselben hierdurch zur Kenntniß aller Polizeibe- dörben zu bringen, um auf diese Weise zur Unschädlichmachung desselben das Meinige beizutra- gen. — Wilhelm Schaart ist aus Diethard, her- zogl. nassauischen Amts Nastädten, gebürtig und in Tahlheim, Amts Hadamar, erzogen, Taschenspieler, Gaukler und Bauchredner. Aller, ungefähr 43 Jahre, Strtur: mittet, breitschultrig; Haare: braun; Stirn: hoch, halbbedeckt; Augen- braunen: blond; Augen: blau; Nase: sehr groß, dick, lang und gerade; Mund: groß; Kinn: rund; Gesicht: etwas breit und voll; Zähne: vorn vollständig, etwas angelaufen; Bart: braun. Besondere Kennzeichen: auf dem rechten Arm eine Granate, ein paar übereinander liegende Säbel, eine männliche Figur, eine Trompete und Herz und die Buchstaben A. B, N. A. -— P. O. E. — W,, dann auf dem linken Arm ein Altar mit 2 brennenden Herzen und der Jahrzahl 1810, eine Meerjungfer mit Blitze», in der Hand , eine Trompete, und auf der Brust ein Medaillon »ist einer Kette, roth und blau eingeätzt und eine Stichnarbe auf dem Bauch.
Et hat bereits wegen Versuch der Nothzucht meh, rere Jahre im Zuchtbause und wkgen Bagabundi- rens vom 14. Okt. 1825 bis 1826 in der berz nas- sauis. Korrektionsanstalt zu Eberbuch zugebracht, ist ein äußerst gefährlicher Mensch, und war kauNi 3 Tage aus derselben entlassen, als er sich im Hause des Gutsbesitzers Tburnciscr zu Erbaed bei Eltville,der Entwendung eines silbernen Löffels . schuldig machte» Früher bat derselbe in k. k. österreichischen, in kön. baierschen, herzogl. Coburg- schen und vormals kais. kön. franz. Militärdien.- sten gestanden, zog dann mit verschiedenen Gau- kelspielern sn der Welt herum, und wußte sich am 25. Januar 1828 auf Empfehlung der f. f. österreichischen Gesandtschaft in Hamburg, bei der er sich fälschlich von Kronenburg, unweit Wien gebürtig, ausgab, von der dortigen Polizeibehörde einen legalen Äheisepaß zu erschleiche»,