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Gemeirlnüßige Nachrichten.

1. Die anhaltend nasse Witterung dieses Sommers '-.läßt nicht nur ein sehr nachthcüiges Ergebniß der Kartoffelernte, sondern auch befürchte», daß die weniger geernteten Kartoffeln leicht in Fäulniß übergehen werden. Wir empfehlen deßhalb auf trockene Einbringung und öftere Auslesung der faulenden Kartoffeln, wie nicht weniger auf spar­samen Verbrauch derselben die möglichste Sorg­falt zu verwenden, und in dieser Beziehung ins­besondere die zeitige Sammlung und gute.Auf­bewahrung der Keimaugen, nach der in der land- wirthschaftlichen Zeitung, Jahrgang 1827 , Pag. 33, und Jahrgang 1828, Pag.. 48, gegebenen Anleitung zu beachte». Hierbei können wir nicht unbemerkt lassen, daß nach den uns vorliegen­den landwirthschaftlichen Berichten, jenes Ver­fahren bei den in den hiesigen Landen im vori­gen Jahre damit angestellten Versuchen sich voll­ständig bewährt und die gepflanzten Keimaugen reichliche Ernten gebracht haben. Cassel am 5. Oktober 1829.

Kurfürst! Hess. Landwirthschaftsverein.

2. Aufforderung zu r Vertilgung der Ä ck e r s ch necke u.

Die sich bei der diesjährigen nassen Witterung wieder häufig eiustellende Ackerschuecke (Limax agrestis I-) veranlaßt uns, aufdie in landwirth- sckaftlicher Zeitung für Kurhessen (Jahrgange 1823 S. 119 f.f., 1824 S. 54, 1825 S- SO, 2) anempfohlenen Vcrtilgungsmittcl mit dem Be­merken aufmerksam zu machen, daß seither die Er­fahrung eine zweckmäßige Anwendung des einen und andern, insbesondere das Behüten der mit Schnecken überzogenen Ländereien durch Schweine, Puter, Enten rc., das Annetzen des Saatkorns mit Kalkwasser, das Walzen der Accker u. s. w., als zuverlässig bewährt habe. Cassel den 1. Ok­tober 1829.

Kurfürstl. Hess. Landwirthschaftsverein.

3. Belehrung für den Landmanst, wie er sich bei der anhaltend nassen Witterung die­ses Jahres zu verhalten habe, um sowohl die Ern­ten, als das Wohlseyn der Hausthiere gegen die Nachtheile derselben zu schützen.

In der landwirthschaftlichen Zeitung für Kurhes- sen findet der Land - und Hauswirtb vielfältig Rath u^d auf Erfahrung gegründete, bewährt gefundene und daher vertrauungsvoll anzuwendendeMittel an­gegeben , um den Nachtheilen zu begegnen , welchen die-Ernten sowohl, wie die Hausthiere bei so übler Witterung, als die diesjährige ist, und unter die­ser ähnlichen'Umständen ausgesetzt sind. Man sehe z. B. dasjenige nach, was im Märzhefte dieser Zci- tnng vom Jahre 1827, S. 119 ff., hinsichtlich der

Nachtheile, die nach Ueberschwemmun- gen z »entstehen pflegen, und der dabei zu beobachtenden Vorsichtsmaßregeln mltgetheilt worden ist. Ferner, die Aufsätze über den Gebrauch und den Nutzen des Koch­salzes bei den Hausthieren (Jahrg. 1823, S. 130 ff.); über die Behandlung des Kal­befiebers bei dem Rindvieh (1824, S.42ff.); Mittel gegen dieLungenfäule des Rind­viehs (1827, S. 119 ff.); Krankheiten un­ter dem Hornvieh (S. 259 ff.); über die Anwendung der Ge trcideharfen (1825, S. 201); des Heu- und Grummetbohrers (S. 28 ff.); die Heu-, Grummet- und Ge­treideernte bei anhaltend nasser Wit­terung zu bewahren und zu sichern (1824, S. 135 ff.); das Verfahren, Heu - und Grummet nahrhafter, als die gewöhn­lich geernteten zu machen, unb zu feucht ei »gebrachte gegen Verderben und Selbstentzündung zu schützen (1825, S. 29 ff.); einfaches Mittel, Getreide auf Böden lauge Zeit vor Verderben zu be­wahren (1826, S. 110 ff.); über das Trock­nen des Korns (1828, S. 504) u. st. m.

In Betreff desjenigen, was nun noch insbeson­dere zur Vorbeugung der Gefahren, welche das an­haltende Regeuwetter dieses Jahres für die Ge­sundheit des Viehstandes besorgen läßt, zu thun seyn möchte ^dürfte nicht leicht etwas Zweckmäßige­res zur sorgfältigen Beachtung und Nachahmung zu empfehlen seyn, als die Abhandlung des Herrn A. Numann, Direktors der Thierarzneischule in U- trecht, über diesen Gegenstand, welche zuerst das kön. niederl. Gouvernement, und sodann auch das kön. preuß. Oberpräsidtum der Provinz Westphalen zur allgemeinen Nachachtung hat bekannt machen und verbreiten lassen. Wir theilen sie daher hier ebenfalls zu gleichem Zwecke und in gleicher Absicht nachstehend mit. Cassel am 2. Okt- 1829.

Kurf. Hess. Landwirthschaftsverein.

Rath für Landbewohner, um den Viehseuchen vorzubeugen, welche das dies­

jährige Regeuwetter befürchten läßt. t

Daß eine anhaltende nasse Witterung gewöhnlich allgemeine Viehseuchen zur Folge hat, haben die traurigen Beispiele der Jahre 1809 und 1816 dar­gethan. Auch in dem vorjährigen Sommer hat, wiewohl in geringerem Maße, als in den genann­ten Jahren, der laugdauernde Regen auf diejeni­gen Thiere, welche beständig auf den Weiden blei­ben mußten, die Wirkung gehabt , daß sie zum-gro- ßen Theile erkrankt sind., In vielen Provinzen sind die Schafe faul geworden, und die Verluste bei den Heerden mancher Gegenden waren dadurch sehr bedentend. Auch das Rindvieh und die Pferde wur- den ebenfalls mit der Wassersucht, Egclkrankhert

(Mit 2tex Beilage.)