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Hanau. Donnerstag, den 25^ Oktober 1827»

Kurfürstliche Ernennungen.

Se. königliche Hoheit der Kurfürst haben den bis­herigen Förstergehnlfcu in Eim, Christian Wcssel, zum' reitenden Förster des Forstes Bieder^ Forstin- fycfiion Steinau, nliergnädigst eruanut,

Allgemeine Verfügungen und Bekanntmachulu gen der Oberbehörden.

L Im Amte Ramholz bat sich kürzlich das Unglück ereignet, daß zwei Männer bei dem Reinigen eines tiefen Brunnens durch die über dem Was­serspiegel schwebende/zum Athemholen untaug­liche Luft augenblicklich erstickten. Um aber ähn­liche Unglücksfälle zu verhüten, und die erforder­lichen Vorsichtsmaßregeln beim Reinigen der Brun­nen zu veranlassen, wird Nachstehendes zur Be­lehrung und Warnung bekannt gemacht.

In tiefen, sowie in alten, lange nicht benutzten Brunnen sammelt sich über dem Wasser, in oft sehr beträchtlich hoher Schicht, eine Luft, welche, wenn sie eingeathmet wird, sogleich ErstickungSzufälle, ja den Tod hervorbringt. Diese Luft ist schwe­rer als die gemeine äussere,, und bleibt deshalb unten auf ihrer Stelle, wenn man sie nicht durch besondere angewandte Hülfsmittel daraus ent­fernt. Man nennt sie kohlensaure oder fire Lust, und es ist die nämliche, welche sich aus dem gäh- rcnden^Moste entwickelt. Hunde, Katzen und an­dere Thiere sterben augenblicklich darin, und ein Ächt oder eine breunende Fackel, welche man hiu-

einläßt, verlöschen. Schon viele Menschen, die ohne vorherige Anwendung der geeigneten Vor­sichtsmaßregeln alte und tiefe Brunnen reinigen wollten, und sich, m dem Ende chrnablicssen, na# den ihr Leben dabei ^'gebüßt.

Ein-einfaches Mittel, rx-n-t^htfL-ßiede 11 wart dwker erstickendest Lust in einem DrunncistMwarr^E- ist, daß man ein brennendes Licht, oder eine angezündete Strohfackel hineinlaßt. ' Verlöscht die Flamme in der Brunnenluft, so muß man erst den Brunnen von jener schädlichen Luft befreien, ehe ein Mensch hinabsteigt.

Dies kann auf mehrfache Weise bewirkt wer­den. Man bewerkstellige ein starkes Stroh- fdter in der Oeffnung des Brunnens, oder man breitne zum öfteren Schießpulver im Brun­nen ab. Ganz kaltes Wasser, Eimerweis in den Brunnen gegossen, soll sich ebenfalls dienlich er­zeigt haben. Eine vorzügliche Vorrichtung ist auch, wenn man durch lederne Schlauche, die an ein paar Schmiedeblasbälge befestigt sind, und deren Enden bis zum Wasserspiegel hinabhängen, frische äussere Luft anhaltend und lange genug in den Brunnen treibt, und dadurch die schädliche Luft heraushebt. Nicht eher aber sollte sich eu/Mensch, auch nach Gebrauch eines der erwähnten Vorsichts- mitteln, in den Brunnen begebeu, bis die ange- stelltcProbe mit einem hinabgclasseneu brennenden Stoffe die bewirkte Reinheit der Luft dargctban.

Diejenigen Personen, welche zur Rettung der in einem Brünnen Verunglückten sich in denselben bim« «blassen oder hinuntersteigen wollen, müssen mit ei­nem doppelten Seile um d-mLecb gebunden, und ei-