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G8. Srpt.lSSS)

Beilage zu Nr. 38

des Provinzial-WochenbU11s.

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Gemeinnützige.Nachrichten.

Belehrung in Hinsicht der Ruhr.

Eine besondere Aufmerksamkeit unter den Krank/ heilen , welche leicht aus Erkaltungen gegen den Herbst hin sich entstellen, verdient die Ruhr deshalb, weil sie, zumal auf dem Lande, oft höchst verbreitet herr­schend , und dann auch ansteckend wird.1 Sie äussert sich durch heftige, gewöhnlich von einem Fieber be­gleitete, Leibschmerzen, mit einem steten Drängen zum Stuhlgange^ obgleich dabei keilte gehörige Aus­leerung, sondern nur Blut oder Schleim, anfänglich mit Koch vermischt, abgeht. Diese Krankheit er­scheint am Ende, nicht leiten aber auch bereits in der Mitte des Sommers., wenn kühle Abende und Nächte mit heissen Tagen wechseln- In solcher Iahrs« zeit, bei eigenthümlicher Luftbeschaffenheit, veranlas­sen Erkältungen, denen der Landmann nach der er- , schöpfenden Hitze am Tage, der Erholung wegen, sich so gern aussetzt, häufig die Ruhr.

W«v deshalb vor ihr geführt sepn will, muß hauptsächlich jede Erkältung, besonders des Unter­leibs und der Füsse, zu verhüten suchen. Vorzüg­lich meide man Zugluft, das Schlafen bei öffnen Fenstern, zu leichte Kleidung, den Aufenthalt mit blossen Füssen in der Abendluft, das Liegen auf bethautem Grase, das kalte Trinken, Waschen oder Baden bei erhitztem Körper. Das beständige Tra­gen einer dünnen wollenen Binde um den Unterleib ist ein gutes Vorbauungsmittel.

Was die übrige Lebensordnung anlaugt, so ent­halte man sich des Genusses sehr fetter Mehlspei­sen, des unreifen Obstes, der inseitigen Kartoffeln, der ganz kalten sauern Milch, des Aepfel- oder Birnmostes, des jungen Biersre-, trinke zuweilen etwas mit bittern Kräutern (Wermuth, Enzian :e.) angesetzten Branntwein, oder ein Glas Wein, und gehe jeder Unverdaulichkeit möglichst aus dem Wege. Sind Ruhrkranke bereits im Wohnorte, so meide man, wenn es nicht die Umstände verlangön, Be­suche bei ihnen. Ihre Kleidungsstücke, so wie ihre Geschirre zum Essen und Trinken dürfen Gesunde nicht gebrauchen. Besonders ist die Vorsicht nicht V unterlassen, den Abgäng des Kranken sogleich bei Seite, an einen von Gesunden unbesuchten Ort, zu schaffen.

Wer von den oben erwähnten Zufällen einer bei ginnenden Ruhr ergriffen wird, bcgcve sich sogleich zu Bette, und trinke öfters zur Beförderung des Schweisses einige Tassen Hollunderblüchchee. Dann lasse er sich den Unterleib mit warmem Baumöle ein« reiben, täglich drei -bis viermal ein Klystir aus ei­ner halben Tasse voll Stärkeschleim (Stärkemehl mit Wasser zu einem dünnen Schleim gekocht) vorsich­tig geben, und eine mit warmer Milch gefüllte Blase auf den Unterleib legen. Als Getränk und Nahrungsmittel sind ihm zuträglich: Hafer«, Reis- oder Gerstenschlerm, Hammelsteischbrüherc. Vermei­den muß er Kaffee, Wein, Branntwein, Bier, Essig, Gewürze, kaltes Wasser ic. Alle starke Laxir- mittel sind höchst schädlich. Für Erneuerung der Luft im Krankenzimmer muß, ohne daß Zugluft den Kran, ken trifft, gesorgt, zur Verbesserung der Luft auch Essig darin verdunstet, und überhaupt grosse Rein­lichkeit beobachtet werden. Vermindert sich die Krank­heit, der genauen Befolgung dieser Vorschriften ungeachtet , binnen 4B Stunden nicht, so darf man schlechterdings keine Zeit mehr verlieren, um einen Arzt zu Rathe zu ziehen, indem sonst das Uebel bald eine sehr schlimme Wendung-nehmen kann.

(Aus dem Schatzkastlein des rheinischen Hausfreundes.)

Die Fixsterne.

(Beschluß.)

Was bisher über die Fixstern« gesagt worden, kann zum Theil mit dem leiblichen Auge gesehen und ersannt werden. Allein das Auge des Verstan­des sieht mehr als das Auge des Leibes.

Erstlich, die Fipäerne sind so weit von uns ent­fernt, daß gar kein Mittel mehr möglich ist, ihre ungeheuere Entfernung auszurechnen. Merke: der nächste Fixstern bei uns ist ohne Zweifel der Si­rius oder Hundsstern, den der Herr Pfarrer auch kennt. Man schließt es aus seiner Grösse und aus seinem wunderschönen Glanz, mit den, er vor allen andern Sternen heraus strahlt. Dessen unge­achtet muß er doch zum allerwenigsten 27,664 Mal weiter von uns entfernt seyn, als die Sonne, denn wenn er näher wäre, so könnte mans wissen, und eine Kanonenkugel im Sirius abgeschoffen, müßt« mit gleicher Geschwindigkeit mehr als 600,000 Iah-