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AusgaugSröhre versehen, und hat besondere Abthei, hingen für Schlafstätten, Getraidevorräthe und die Entleerting der Exkremente.
Die Nahrung der Feldmäuse besteht in zarten Kräutern, Graskeimen und Wurzeln, so lauge sie der Getraidcköruer entbehren. Mit der Reife dieser eilen sie auf die Felder, beissen die Halme ab, und bringen die Aehrcu in ihre Höhlen. Auch die Kraut- felder benagen sie, und tragen so ihre Verheerungen überall hin, indessen sie die grössten im Winkerfeld anrichten. Folgt aufeinen warmen, trocknen Sommer, ein kalter, schneereicher Winter; so findet mau im F ühjahr die Aecker von lauter Krenzgängen unter deni Schnee durchschnitten und die grüne Saat ab< gefressen, was dann unvermeidlich Mißwachs vcran- - laßt, wenn schlechtes Frühlingswetter den Nachwuchs nicht begünstigt. In Wäldern sammeln sie Deere» und Körner, in Gärten die verschiedenen Sämereien in ihre Vorrathskammern, benagen die Gartenge, wachse, und selbst holzartige Wurzeln werden von ihnen in Ermangelung anderer Nahrung, nicht verschont. In den Weinbergen naschen sie die Trauten, iuiv nur der Nübsaämen ist es fast allein, was auf dem Felde von ihnen unberührt bleibt.
Ihre natürlichen Feinde sind Füchse, Katzen, Marder, Iltisse, Wiesel, Mäusefalkcu, Eulen, Naben, Krähen und Aelster», welchen sie die Natur zur Wiu- ternahrung angewiesen hat. Gemeinschaftlich mit ih, neu setzen ihrem Uebermaaße Nasse und Ueberschwem- muugen Schranken, und in regeuhäften Wintern mit abwechselnd starken Fröstön, kouilnen sie fast alle, ziunäl wenn die Wintersaat kurz ist , durch Frost und Hunger um, und so stirbt dann überhaupt sel- teil eine Feldmaus eines natürlichen Todes.
Indem nun aber aus das letztere Hülfsmittel bet Natur nicht immer, und niemals mit Gewißheit zu rechnen steht, dasselbe nicht selten auch zu spat kommt, so muß alles geschehen, waS zweckmässig ist, die er- siern zu begünstigen, und die Unzulänglichkeit dieser wie jener , in außerordentlichen Fällen durch künstliche zu ersetzen, und wenn gleich spät, doch immer noch früh genug, um ferneres Unheil wenigstens von der Wintersaat abzuwenden, und der übermas- sigen Vermehrung wirksam Einhalt zu thun.
Deshalb vor allen Dingen ist nöthig, daß jene natürlichen Feinde der Mäuse, diese treffliche Ger genaustalt der Natur, wider das Ucberhandnehmen einer so nachtheiligen Land - Und Feldplage, sorgfältig und allgemein, wo möglich,bis in die Nachbarstaaten hin , geschont , und so das Gleichgewicht in dieser Hinsicht wieder Hergesteklt werde, welches gemeinhin" dadurch, daß den Jagdberechtigten gestattet ist , jenes sogenannte Raubzeug zu allen Zei- ten, selbst gegen Prämien und mit Ueberlassuug seiner Pelze, zu todten, gestört wird. — Die nöthigen Anträge in dieser Hinsicht sind geschehen, und die höhere Verfügung darauf zu hoffeII und zu er, warten.
Mit diesen gefiederten und uugefiederten vier beim« gen Jägern macht der Mensch, zur schnellern und vollßaudigern Erreichung des Zwecks, gemeinschaft- liche Sache, und stellt allgemeine Mäusejagde» und Treibjagen an, als eins der wirksamsten Mittel, die man immer zur Vertilgung der Mäuse angerathe» hat und anwenden kann. Dazu müssen aber ganze Gemeinden aufgeboten werden, znsammenstehenund mit vereinter Bemühung den Schaden von sich ab, zuwenden suchen.
Das Verfahren dabei ist folgendes.
So wie die Felder nach und nach geleert worden, läßt maß sie durch die dazu gnfgcboleneu Ortschaften Mit Graben von einigen Fuß Tiefe und verhältniss, massiger Breite umgeben; sodann werden die Mäuse in ihren Aufenthaltsorten und Gängen aufgestört, mit Besen und besenähulichen Ruthen verfolgt und getöd, let. Man kann dabei auch Strohbuiide zu Hülfe nehmen , acht bis, zehn znsämmeustellen; in ihnen werden sich in wenig Tagen viele Mäuse sammelst; man klopft die Strohbunde dann tüchtig aus und tödtet die sich in die Graben rettenden Mäuse. Zu glei» cher Zeit werden die Löcher aufgegrabeu,.welchr M als Zu - oder Ausgänge derselben zeigen- man fteibt die Mäuse durch Schwefeldampf aus ihren Gängen, Höhlen und Nestern, odcr erstickt sie auch in densel- bett durch jenen, vermittelst einer eigenen Vorrichtung, da insbesondere, wo Ausgrabungen nicht anzuwenden sind, wie auf bereits bestellten Aeckern und aufsolchen mit schon- ausgelaufener Saat. Man bedient sich - dazu der sogenannten S ch w e fe l d am p f m a sch i- ne. Diese besteht aus einem doppelten Blasebalg etwas grösser als die gewöhnlichen, in bin Küchen gebräuchlichen. Er hat vorn eine 15 Zoll lange undIZoll dicke Röhrx. Die Mündung derselben führt in einen kleinen Kasten, der 4 Zoll weit und 9 Zoll hoch ist, üu wendig einen freistehenden Rost und oben einen festverschließbaren Deckel hatt Aus diesem Kasten geht schief an der dein Blasebalg gegenüber stehenden Seite eine kleine Röhre von ungefiihr 14 Zoll Länge und L Zoll Weite. — Alles, bis auf den Blasebalg, ist von Eisenblech.
Um diese Maschine zu brauchen, muß man Tags zuvor die gängigen Mäuselöcher auf dem Acker sorg- faltig zutreten lassen. Am andern Morgen wird die Oeffnung der zuletzt beschriebenen kleinen Röhre m diejenigen Löcher, welche sich wieder geöffnet finden, gesteckt; auf die auf den Rost befindlichen glü- henden Kohlen in Schwefel gefranste ZeUglappen geworfen , der Blasebalg in Bewegung gesetzt und nach einigen Zügen mit demselben daS Mauseloch zugetreten, damit der Dampf Nicht heraus dringen kann. So müssen die in den. Röhren ünd Gängen befindlichen Mäuse ersticken. Finden sich am nächsten Morgen wieder Gänge offen, so muß das Verfahren, welches keinesweges kostspielig und sehr erprobt ist, und zwar so oft, ÄS jeneS dir Fall ftyn sollte, wiederholt werden.