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.schneiden und Verkürzen der Zweige. Der Baum soll an der Mauer einen angenehmen, und auf bei­den Seiten des Stammes gleichförmig ausgrbreile- ien Teppich bilden, überall in guter Ordnung mit Zweigen besetzt seyn, grössere und eben so gut be­schaffene Früchte bringen, als frei stehende Bäume. Daher muß ein solcher Baüüi, so lauge er lebt, Zwang ausstehen. Er ist vdn der Zeit an, da sei­ne Knöpfe anfangen aufzuschwellen, bis zur Reife seiner Früchte, dem Messer des Gärtners unterwor­fen, der mit einer geschickten Hand und richtigem Auge alles in guter Ordnung erhält, Verstand und Vorsicht auweudet, auch aufs Künftige denkt, die Folgen und Wirkungen seiner Hnudlungen vorher, sieht, und, da er die allgemeine Ordnung der Na­tur kennt, zu unterscheiden weiß, wenn er dersel­ben folgen, oder davon abgehen muß Er kennt seinen Baum, alle seine Theile, nebst ihrer Be­stimmung und Nutzen; mit einem Wort, er ver­steht die Kunst, durch ordentliche Einrichtung und überlegtes Beschneiden der Zweige dem Baum eine schöne Gestalt und nützliche Fruchtbarkeit zu geben.

Ein sehr gutes Mittel, den häufigen Trieb ei­nes Zwergbaumes zu hemmen, und ihn in guter Gestalt und Ordnung zu erhalten, ist auch daS Abdrücken der jungen Triebe und ans- geschlagener Knospen, oder das Ab zwicken sol­cher Augen, welche neue Zweige treiben würden, die weiter nicht nöihig noch zierlich sind. Auch dadurch wird der Baum veranlaßt, seinen Saft zu Fruchtaugen anzuwenden, und seinen Trieb ms Laubholz zu massigen. Dieses Abzwicken der ans- schlagenden Augen mit den Fingern, oder das fnb< file Ab schneiden, wenn die Knospen schon ein paar Wochen ausgetrieben haben, ist überhaupt einvor- rreffüches Mittel, die Bäume in Ordnung zu hal­ten , ohne daß sie es gleichsam empfinden. Läßt man solche noch in ihrem Keim liegende Zweige, die doch hinweg müßten, weil sie dem Baume hin­dern , oder seiue Gestalt verderben, fortwachsen bis in den Herbst oder ins Frühjahr, so würde Nicht nur den Sommer hindurch sein Saft ver­geblich in den Ast verschwendet werden, sondern durch Wegschneidung des Zweigs bekommt der Baum auch eine beträchtliche Wunde, die verheilt werden müßte. Wer demnach ein sorgfältiger , Banmgärtner seyn, und seinen Zwergbämnen ei­ne Wohlthat erzeigen will, der gehe alle Wochen ein paarmal zu ihnen, betrachte sie, und drücke die Augen und ausgelaufenen Knospen ab, wcl, che unnütze, schädliche, oder verunstaltende Zwei­ge treiben würden.

So verkehrt es nun aber seyn würde, wenn man einen 'Zwergbaum, der zu sehr ins Holz treibt,

beschneiden, mit seine Beste vtrstutzin wollte, weil er dadurch nur iüehrrre Hdlzäste und Laubreiser treibe» würde, so regelwidrig wurde Man handeln, wenn Man an eitern solche» BätiMche» Nichts schnridcn wollte, däs allermeist Fruchtholz und fast gär keine Holzreiser, austreibt. Rein, solche Stämnichen muß man alle Jahre scharf verstntzeii- Und Mst bis ins alte Holz schneiden, damit sie Mehr Holirci- ser ansireiben, unb sich nicht vor den Jahren bürch übermäffiges Frnchrtragen erschöpfen- und vor der Zeit alt und abgängig werden. Jedoch mnß solches Mit MaaS und Ziel geschehen. Man kann jedes Jahr hier und da einige Zweige verschneiden, damit sie nicht in ihrem guten Naturtrieb ganz irre ge­macht werden, solider» an den mehresten Nnver- siutzteu Aeste» Frucht tragen, aus den beschnittenen Ae,ieü aber auch etwas neues Laubholz treiben nwi gen, als welches den Herbeizug des Saftes frisch und lebhaft erhält, und nach einigen Jahren, wenn man es unverstutzt läßt, und hingegen einige an« bete Zweige schneidet, ebenfalls tragbar wird.

Vom Beschneiden und Ausputzer» al­ter Bäume. Es ist nöthig, daß man alle Frühjahre im März seine BäuMe die Musterung passiven lasse, sie »uspntze, aber auch hier weder zu viel noch zu wenig thue, Bei saftigen, guten und gesunden Dä'uuke» müssen alle Wafferschosse, die nicht Nur anfverschiedeneJahre selbst unfruchtbar sind, sondeeu auch durch Entziehung des Saftes die an­kerst Aeste unfruchtbar machen, hinweggeschnitten werdest. Doch treibt die Mir auch öfters einen Wasserschoß zum größten Nutzen des BauMes, des­sen man sich bedienen kann, den Baum zu verjün­ge». Mau säget nämlich den alten abgängigen Ast da ab, wo der Wasser schoß entsprungen ist, wel­cher, »veiin er einige Jahre stehet, fruchtbar wird, und durch diese Verjüngung kann der alte Baum noch lange dauern-

Hat aber ein alter Baum auch keine Wasser- schosse, und man siehet, daß er zurückgehct, so kann man ihm dadurch wieder anfhelfen, daß man seine Aeste abstumpfet, und zwar das eine Jahr diese, und das anbere Jahr die andere Hälfte, jedoch so, daß jederzeit einem jeden Ast sein Zug- ast gelassen »verde.

Auch die Wurzelausschläge müssen ausgehauen werden, weil sie dem Baume den Saft entziehen; so auch alte abgestorbene kleine und grosse Aeste. Man muß aber den Schnitt glatt machen, und 'die Wunde mit-Kuhmist und Leimen wider Regen und Lufp verwahren. Auch alles Movs und Mis­peln werden wegaeschafft.

(Der Schluß folgt.)

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Gedruckt unb verlegt in der Campeschen ÄZaisenhattöbuchdr'ucferei.

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