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den sind, oder doch wenigstens sehr nahe zusammen liegen, so kann man immer annehmen, daß sie eine ziemlich gleiche Beschaffenheit des Bodens haben, und da es für die jungen Bäume sehr vorrheilhast ist, weun sie in einem Boden erzogen werden, der dem Orte ihrer künftigen Bestimmung möglichst gleich ist, so kann man im Küchengarten einen Oit zu einer Baumschule bestimmen. Dieser Ort muß aber, wenn er mit Bäumen bepflanzt wird, keinen sichtbaren Dünger mehr enthalten , we l frischer Dünger allen Bän, iucn nachtheilig ist, sobald sie ihn mit ihren Wurzeln berühren. Die zarten Wurzel fasern, die dem Baume die Nahrung aus der Erde zuführen, werden von der Berührung des frischen Mistes, schwarz, kraus „schimmlicht, und fangen an zu faulen. Ueber» dirs zieht der frische Dünger allerlei den Bäumen schädliches Ungeziefer nach sich. Er dienet den Mäusen zum Aufenthalt, besonders wenn er viel Stroh enthält. Er lockt den Mäulwurf an, der das Gewürm« zur Nahrung suchet, LaS häufig darin nistet.
2) Die Eigenschaft, die ein jedes gute Garten- land fordert, nämlich die nöthige Tiefe, ist für die Baumschule doppelt nöthig. Denn ob den jungen Stämmcheu gleich die Pflanzwurzel schon genommen wird, wenn sie in die Baumschule versetzt werden, so müssen sie doch Raum haben, sich nicht nur nach allen Seiten, sondern auch in die Tiefe ausznbrci- len, damit sie eine regelmäsige Wurzelkrone bilden, und in der Folge mit Vortheil versetzt werden können- Wenn sich also in einem Lüchengarten kein solcher Boden findet, so muß er verbessert werden.
5) Der Ort, der zur Baumschule bestimmt wird, muß, so viel als möglich ist, von allem Unkraut«, Steinen, Wurzeln benachbarter grosser Bäume, und besonders von den so schädlichen Graswurzeln oder Quecken gercinigct, und beständig rein erhalten werden. Das Unkraut entzieht den jungen Bäumen die Nahrung , und über der Erde überwächst und erstickt eä-mit seure-u gailen Wüchse die jungen Pflanzen in den Saamcubccten. Zwischen Steinen und grossen Baumwurzeln aber können die jungen Bäume ihre Wurzeln nicht gehörig ausbreiten, und Nahrung suchen ; sie bleiben daher in ihrem Wachsthums stehen, kränkeln oder sterben gar ab.
4) Die Baumschule muß eine freie Lage haben, und dies ist der Grund, warum man dieselbe in dem meistens freiern Küchengarten, und nicht im Schatten des Baumgartens anzulegeu räth. Wenn gleich junge Bäume auch im Schatten fortkommen, so werden sie doch dadurch allemal schwächlich, und sind gewöhnlich dem K ebse sehr unterworfen. Die freie Luft befördert nicht nur das Wachsthum der Bäume, fembern theilt ihnen auch Stärke und Dauerhaftigkeit mit. Vorzüglich miß die Baumschule gegen Morgen und Mittag eine freie Lage haben,
und weder durch vorliegende Gebäude, noch durch hohe Bäume von diesen Seiten begt'änzt werden. Denn von hieraus wirken die Souuenstralen am meisten zum Gedeihen der Bäume. Gegen Mitternacht und Abend aber schützet man sie gern, weil aus die, sen Gegenden die meisten Stürme wehen, die nicht nur den jungen Bäumen durch ihre heftige Erschütterung schaden, und sie wohl gar abbrechen, sondern auch den Schnee zum Nachtheil der Bäume zusammen- tieibeti, und die gute fruchtbare Erde wegführen. Zur guten Lage einer Baumschule gehört auch noch, daß sie nicht bergig, sondern eben sey, weil sich sonst das Wasser vom Regen und Schnee leicht irr den Gründen sammelt, und heftige Regengüsse bei merklichen Abhängen auch wohl die Erde wegspüh- leu, und die Wurzeln der Bäume entblößen.
5) Die Baumschule und Saamenbeete dürfen nicht zu feucht und niedrig liegen, der Saame geht au solchen Orten nicht auf, verfault leicht, oder erfriert. Nicht weniger leiden die zarten Wurzeln von beirr Froste und der Füulniß. Um diesen Fehler des Bodens zu verbessern, muß der Platz entweder mit einem Graben, der die überflüssige Feuchtigkeit abziehet, durchschnitten, oder so hoch erhöhet werden , daß die Bäume nicht mehr von der Nässe leiden.
6} Wenn der Garten, in welchem die Baumschule angelegt wird, nicht schon für sich eine sichere Emhequua hat, so ist es höchst nothwendig, den Platz dcr'Baumschnle noch besonders cinzuhegen, damit sie nicht jeder Beschädigung von Menschen und Thieren dloßqcstellt ser. Es hängt übrigens von einem jeden Eigenthümer ab, ober dazu einen Zaun, eine Planke, oder eine lebendige Hecke wählen will. Diese letztere Art der Eiuhegnng ist freilich die leichteste und wohlfeilste, und leistet auch in den meisten Fällen den gewünschten Nutzen, besonders wenn sie von solchen Sträuchern angelegt ist, die dichte wachsen und mit Stacheln versehen sind, als Weisboru, Berberizen u. dgl., und wenn sie durch fleissiges Beschneiden gezwungen werden, sich von unten auf dichte mit Zweigen zu besetzen, und gehörig nahrhaft zu werden. Nur einer der gefährlichsten Feinde der Baumschulen, derHaase, der durch das Abna- gen 6er Rinde in kurzer Zeit ganze Reihen verder, den kann, pflegt immer noch Zugänge durch dieselben zu finden, und in dieser Rücksicht vei dienen die Planken und Zäune den Vorzug. Man wähle aber eine Befriedigung, welche man wolle, so ist, besonders bei enge eingeschlossenen Plätzen, eine Höhe von 5 Fuß vollkommen hinreichend, und eine höhere Umzäunung würde schädlich seyn, weil der freie Zugang der Luft, der allen Gewächsen, und besonders auch jungen Bäumen, so nöthig zu ihrem Wachsthume ist, dadurch gehindert werden würde.
Gedruckt und verlegt in der Campeschen Waisenhaus bnchdrnckerei.