Wochenölatt f ü r die Provinz Hannu.
Hanair. — Donnerstag, den 11^ Juli 1822.
Kurfürstliche Ernennungen.
Der bisherige Forstaufseber Splittorfzu Schlüch- tern ist in den Ruhestand versetzt, und an besten Stelle der bisher überkomplette Gardejäger Peter Möller zum Forstaufseher ernannt.
Bekanntinachungen öffentlicher Behörden.
(Auf Verfügung kurfürstlicher Regierung eingerückt.)
1. Bei der anhaltend warmen Witterung in der ge, genwärtigen Jahreszeit ereignet sich es oft, daß Menschen, besonders Landleute während der Feld, arbeiten, welche erhitzt, um sich Abkühlung zu verschaffen, kalt trinken, oder in einem Flusse oder Bache baden, plötzlich erkranken. 'Leiden des Kopfs, der Brust oder des Unterleibs sind dann die. Folgen solcher Unvorsichtigkeiten. Na, mentlich können dadurch veranlaßt werden, hef, tige Katarrhe, Dlutspeieu, Schlagflüsse, Entzündungen des Gehirns, des Halses, der Lun, gen, der Gedärme, Kolik, Brechen, Durchfall, Ruhr. Nicht selten siechen dergleichen Menschen lange an scheinbar unbedeutenden Uebeln, die erst später sich als gefährliche, ja unheilbare, darstellen, und wohin vorzüglich die Lnm genschwindfucht gehört.
Um den Krankheiten, die das heiße Wetter leicht nach sich ziehen kann, zu entgehen, ist da, her die erste Regel, nicht ganz kalt zu trinken, wenn der Körper noch erhitzt, der Blutumlauf
und die Hautansdünstung noch vermehrt sind. Man lasse erst durch Ruhe Abkühlung eintreten, und trinke dann, nachdem man vorher einige Bissen Brod gegessen hat, nicht zu kalt, auch nach und nach. Wer sich in der Hche durch kaltes Trinken, oder durch andere Erkältung geschadet haben kann, suche d e Ausdünstung wieder herzustellen. Hierzu dienen Bewegung, Ar, betten, Gehen, Vermeidung der Zugluft, beim Nachhausekommen Wechseln der vom Schweiße durchnäßten Wäsche mit trockener, erwärmten, einige Tassen Flieder, oder Hollunderblüththee im Bette getrunken-
Bei wirklich sich einstellenden Zufällen von Krankseyn müssen alle erhitzende Getränke, Branntwein, warmes Bier, starker Kaffee rc-, gemieden, dagegen Wasser mit warmer Milcb, Lindcnblüththcc, durchgeschlagene Abkochung von Hafergrütze getrunken werden. Der Kranke halte sich im Bette, nicht zu schwer bedeckt, in einer kühlen Stube auf. Er darf keine grobe, schwerverdauliche Speisen, frisches Schwarzbrod, Käserc. sondern nur leichtere Nahrung, Suppen von Gersteuschleim, Milch rc. gemessen. Bei mangelnder Oeffnung gebe man ihm ein Klystier auS einem durchgeseiheten Absude von Weitzenklcie oder Leinsamen. Dauert das Uebelbefiudcn fort, so muß einsArzt zu Hülfe gerufen werden, weil durch längeres Warten Gefahr für den Kranken entstehen kann.
Die ungewöhnlich warme Witterung reizt auch mehr als sonst die Menschen zum Baden in Flüf