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M. 52 Sonntag, 25. Dezember 1932
Empfehlung des LonWiusboleu.
(Aus dem Kirchl. Amtsblatt.)
Von neuem nehmen wir Gelegenheit, den Boni- fatiusboten als unser Diözesansonnlagsblalt warm zu empfehlen. Er ist ein treuer Helfer des Priesters in der Seelsorge und eine wichtige Stütze der Eltern im Erziehungswerk. Er bietet den Familien gesunde Unterhaltung und religiöse Erbauung und ist zugleich ein kluger, wohlabwägender Führer auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Es sollte kein Haus in der Diözese Fulda geben, in dem der Bonifatiusbole nicht allfonntäglich auf dem Familientisch sich findet und von jung und alt gelesen wird. Es ist dringend zu wünschen, daß er auch in den Pfarreien, in denen er etwa noch nicht einge- führl ist, baldigst zur Einführung gelangt.
Bischöfliches Generalvikariat Fulda.
Aus der Diözese f«Ba
Der Kurhessische Bauernverein hielt am Samstag, den 1-7. Dezember, im Gesellenhaus zu Fulda eine stark besuchte Versammlung ab, in welcher Generalsekretär Dr. Kayser (Berlin) den Hauptvortrag über die Lage des Bauernstandes hielt. Der Vortrag fand seinen Niederschlag in einer Entschließung, die vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft die unverzügliche Einlösung seiner Kontingentierungszusagen fordert.
Fulda. Die Vereinigung der Krippenfreunde veranstaltete am 4. Adventssonntag im Saale des Gesellen- hausss eine sehr stimmungsvolle Adventsfeier. Nach der Ansprache des P. Dr. Ewald Müller. O. F. M., über den Sinn der Krippenbewegung folgte die Aufführung des großen Adventsspieles „Die G e i g e r m e t t e" von Ludw. Huain
Die^.^ufen (Kreis Fulda). Am Dienstag wurde ^fV: - -rerin Frl. Salzmann zu Grabe getragen. In dem Trauerzuge, den die ganze Pfarrei bildete, sah man viele Lehrer und Lehrerinnen, sowie ehe- 4^'Äè.- "Hierinneu von auswärts. Trauerchoräle der 'iöiwj'ii^^^^ und vierstimmige Grabgesänge des Ge- fant,ot gegleiteten die Tote. Tiefergriffen wurden alle Teilnehmer, als ein Schulkind ein Abschiedsgedicht am offenen Grabe sprach und einen Kranz von weißen Lilien niederlegte. Pfarrer Günther schilderte in einer Ansprache das tief religiöse Wirken der Verstorbenen in der Pfarrei. Fräul. Salzmann hat es verstanden, nachdem vor mehr als 30 Jahren die hiesige zweite Lehrerstelle auf Betreiben des damaligen H. H. Pfarrers Gies in eine Lehrerinnenstelle umgewandelt wurde, als erste Lehrerin mit Geschick, reichem Wissen und tiefer Religiösität eine ganze Generation heranzubilden. In der Oeffentlichkeit kaum hervortretend, wirkte sie umso planmäßiger durch ihren Unterricht. In Wiesbaden, wo sie Hilfe für ihr schweres Leiden suchte, ereilte sie nach Jahrzehnte langer erfolgreicher Tätigkeit in unserer Gemeinde plötzlich der Tod. Hier, in ihrer zweiten Heimat, hat die treue Lehrerin nun auf dem Friedhof, den sie täglich besuchte, wenn es die Witterung er- übte. leider all zu früh die letzte Ruhestätte gef'" Sie ruhe in Gottes Frieden!
Hainzell. Die Gesellenvereine hielten hier einen gut verlaufenen Bezirkstag für den Vogelsberg ab. — Einige Seit nortjer hatten auch die Jungfrauenkongregationen ein Bezirkstreffen in der Gnadenkapelle zu Kleinheiliq- kreuz.
Hainzell (Kreis Fulda). Die Jungfrauenkongregation von Hainzell führte am 2. Ad- vendsfonntag das Spiel „Die Vestalin", ein tiefreligiöses Stück aus der Christenverfolgung unter Kaiser Nero, auf. Vorher fand eine Adventsfeier statt. Ein Sprechchor der Jungfrauen führte die Anwesenden in den Geist des Advents, ein herrlicher Blumenreigen von IGjäbr = gen Mädchen schloß mit einer Weihe an Maria die Feier Alls Anwesenden waren von der sinnigen Adventsfeier und dem Spiel ergriffen. Präses KurcLns Preis dankte allen, vor allem Fräulein Lehrerin Werner, die als Präfektin der Kongregation mit großer Muche und Geduld den schönen Abend der Gemeinde gegeben hatte. Der Tag der „Unbefleckten Jungfrau" wurde am Morgen mit herrlichem Hochamt und abends mit Predigt und Wecheerneuerung an die Mutter Sot= tes festlich begangen. Jetzt setzt auch in den Jungfrauen- vsremen die Winterarbeit ein. Hatten die Mädchen in
Hainzell vor 2 Jahren einen Kochkursus, im letzten Winter einen Zuschneidekursus, so wird in diesem Winter ein Nähkursus abgehalten werden. Es find diese Kurse ein dringendes Bedürfnis für die Mädchen die zu 80 Prozent, während der Sommermonate als Saisonarbeiterinnen auf den Höfen arbeiten und o sich für ihren späteren Beruf als Hausfrau kaum vorbr- reiten können. Möge die Himmelskönigin diese Arbeiten segnen.
— Großenbach (Kr. Hünfeld). Die dritte Adventswoche brachte unserer Pfarrgemeinde die große Gnade einer Missionserneuerung. Herr Oblatenpater L i e rs, der ja durch feine frühere segensreiche 12jährige Tätigkeit im Kloster Hünfeld Land und Leute unseres Kreises sehr gut kennt, hat es verstanden, die Herzen der Pfarrangehörigen nachhaltig auf ihr ewiges Ziel hinzuweisen. Am Morgen und Mittag waren die Predigten für die ganze Gemeinde, am Abend waren ungefähr 60 Jünglinge und Jungmänner begeistert um ihren Missionar geschart. Sie lauschten mit großer Sammlung seinen Worten, wenn er ihre Pflichten schilderte, wenn er sie vor den modernen Gefahren warnte, wenn er sie auf ihr ewiges Ziel hinwies. Den Glanzpunkt bildete der vergangene Sonntag: Generalkommunion der ganzen Gemeinde am Morgen, Weihe an die Muttergottes am Mittag vor dem reichgezierten Marienaltar, das Fuldaer Bekenntnis der Jungmannschaft zu Christus, ihrem König, ihre Aufnahme in die Sturmschar Jesu Christi, die Weihe des Christuswimpels durch den Mist sionspater. Möge die ganze Pfarrgemeinde unter der Fahne Jesu Christi den' guten Kampf sümpfen und bis zum Ende unter dieser Fahne äusserten nach dem Wahlspruch der Papstgarde: „Tapfer und treu".
Mitlelaschenbach (Kr. Hünfeld). Vor 9 Jahren war hier eine eigene Schulklasse für die Kinder der Gemeinden Mittel- und Oberaschenbach eingerichtet worden. Es fehlte aber ein geeigneter Schulsaal und eine Dienstwohnung für den Lehrer. Erst im vergangenen Jahre konnte die Gemeinde daran gehen, ein Schulgebäude zu errichten. Am Donnerstag wurde es feiner Bestimmung übergeben. Zur Einweihungsfeier hatten sich mit den Schülern, Lehrern und Ehrengästen fast sämtliche Einwohner der beiden Ortschaften eingefunden. Bürgermeister Heil, der sich große Verdienste um die Verwirklichung des Planes erworben hat, schilderte in seiner Begrüßungsansprache denWerdegang der Schule H.H. Pfarrer Pr a l l e-Hofaschenbach hielt die Festrede.Weiter sprachen Kreisinspektor Frank als Vertreter der staatlichen Behörden, Lehrer Köhler-Nüst für die Lehrerschaft, und Schulrat Senner. Nach einem Schlußwort des Schulleiters, Lehrer F e ck e, und einem Lied der Schulkinder fand der Festakt mit dem gemeinsam gesungenen Danklied „Großer Gott, wir loben Dich" ihr Ende. Erwähnenswert ist, daß im Kellergeschoß des zweckmäßig und schön eingerichteten Schulgebäudes sich ein Brausebad für die Schulkinder und ein Wannenbad für die Einwohnerschaft befindet.
Großentaft. Die Nationalsozialisten, die selbst so viel Dreck am Stecken haben, wetteifern mit den Kommunisten in niedrigster Hetze. So sah sich jetzt die Gemeindevertretung von Großentaft veranlaßt, in der „Fuld. Ztg." folgendes zu veröffentlichen: Im „Fuldaer Beobachter" vom 5. November (Nr. 51) wurde die Gemeindevertretung von Großentaft besonders der Gemeinderechner, schwer verleumdet. Die gerügten Vorkommnisse liegen 2—3 Jahre zurück. Es ist niemand gezwungen worden, etwas zweimal zu bezahlen. Irrtum ist menschlich, und nur wer noch nichts für die Allgemeinheit getan hat, hält sich für unfehlbar. Scheinbar gönnt man dem Gemeinderechner die kleine Kriegs- öeschädigtenrente nicht. Die Aufsichtsbehörde ist Hünfeld sah sich durch die Behauptungen im „Fuldaer Beobachter" genötigt, eine unangemeldete Revision der Ge- meindekasse vorzunehmen. Diese fand am 18. November mit dem Ergebnis statt, daß die Bücher, sowie die Kasse Ubereinstimmten und nichts zu beanstanden war. Es war aber ein Steuerrestverzeichnis von über 3000 Rm. vorhanden. Dieses wurde gerügt und die Einziehung der Reste verlangt. Wir mochten nun, da der „Fuldaer Beobachter" gerne „ausmisten" will, ihn höflichst bitten, doch seine Parteigenossenliste von Großentaft mit nach hier zu bringen, sie mit denkt Steuerrestverzeichnis zu vergleichen, um zu sehen, wo die größten Misthauf^l zu entfernen sind. In einer anderen Nummer des „Fuld Beobachters" werden schamlose Lügen und Verleumdungen gegen unseren hochverehrten Herrn Pfarrer vorgebracht. Diese Verleumdungen werden von allen an-- ständigen Großentaftern mit Empörung zurückgewiesen. Diese Verleumdungen beweifen nur die gehässige Gesinnung des Einsenders. Für die Zukunft möchten wir den „Fuldaer Beobachter" bitten, sich in Großentaft andere Gewährsmänner zu suchen. Wenn wir die jetzigen einmal in das Licht der Oeffentlichkeit rücken würden, so könnte es wohl manchem hinsichtlich der Fooüerun-
gen nach Ehrlichkeit, Erfüllung nationaler und staats» bürgerlicher Pflichten recht schwül werden.
— Thalau (Rhön). Vor kurzem legte der Gemeinderechner Gregor A l b i n g e r sein Amt als Gemeinderechner nieder. Fast 24 Jahre bekleidete er dieses Amt auf das getreueste und gewissenhafteste zum Wohle der Gemeinde. Er verstand es in dieser geldarmen Zeit den Steuerzahler mit Milde, ohne ihm Kosten zu bereiten, zur Zahlung zu bringen.
Hersfeld. Das Fest des hl. Sturmius, des Patrons der hiesigen- katholischen Pfarrkirche, wurde hier feierlich begangen. Pfarrer Herbert schilderte in der Predigt den hl. Sturmius, den Einsiedler von Hersfeld, als Mann des Gebetes und der Arbeit. Das feierliche Levitenamt wurde von dem in Westkanada wirkenden Oblatenmissionar P Wilh. Ebert gehalten, der gegenwärtig in seiner Heimat zu Besuch weilt.
Bernlerode. In unserem Gesellenverein wird gegenwärtig ein Fortbildungskursus im Bauzeichnen abgehal- ten. Baumeister Huch hat sich um die Gestaltung desselben besonders verdient gemacht.
Ershausen. Das dreißigjährige Bestehen unserer Iungfrauenkongregation gab Anlaß zur Abhaltung eines Triduums, das der Pater Präses vom Hülfensberg, Pater Bonaventura, leitete. Die Feier desselben wurde mit gemeinsamer heiliger Kommunion und der Aufnahme der zuletzt aus der Schule entlassenen jungen Mädchen beendet. In der abendlichen Theateraufführung wurde ein Weihespiel und ein ernstes Volksstück geboten. In seiner Festansprache zeichnete unser Herr Pfarrer den Werdegang der Kongregation, die im Jahre 1002 mit 70 Mitgliedern gegründet wurde.
Diedorf. Anstreichermeister Heinrich Goldmann, der die Feldzüge von 1864, 1866 und 1870-71 mitgemacht hat, ist im Alter von nahezu 93 Jahren gestorben. Er war der älteste Ortseinwohner und bis zu seinem Ende ein begeisterter Bienenfreund.
Dingelstädt. Der Erweiterungsbau der hiesigen Volksschule wurde in der vergangenen Woche feiner Bestimmung übergehen. Unter Maßgabe der bereitstehen- den Mittel hat der leitende Architekt Cordier-Heiligenstadt seine Aufgabe in bester Weise gelöst. Außer zwei neuen Klassenräumen wurde im Dachgeschoß ein großer Versammlungsraum, im Erdgeschoß eine Brauseanlage und die Möglichkeit für die Erteilung hauswirtschaftlichen Unterrichts geschaffen. Mit der Einweihung waren Adventsfeiern der verschiedenen Schulklassen verbunden.
Hildebrandshausen. Nachdem Herr Wetzel aus Heiligenstadt in unserer Schule theoretische und praktische Anleitung zum Krippenbau gegeben hatte, schufen die Schulkinder eine stattliche Anzahl von Krippen, die um einen Christbaum gruppiert am vergangenen Sonntag gezeigt wurden. Die Ausstellung fand viel Anerkennung. Hoffentlich spornt sie recht viele Besucher dazu an, die Krippe auch in den Mittelpunkt der häuslichen Weihnachtsfeier zu stellen.
Hohengandern. Der Sturmtag des Bezirks „Nusten- berg" hat einen erhebenden Verlauf genommen.
Heiligenstadt. Unser katholischer Jungmännerverein hielt in der vergangenen Woche seinen Adventsabend im großen Saale des Kolpingshauses, der einen sehr starken Besuch aufwies. Vikar Gogolin sprach als Präses des Vereins über den Sinn bes Abends und das Wollen des Vereins. Studienassessor Dr. Murawski zeigte dann Bilder von frohen Wanderfahrten, gemüt» lichen Heimabenden und luftigem Logerleben. Zwei aus der Bewegung des Jungmännervereins entstandene Spiele vom goldenen Apfel und der Notverordnung zcig- ten die helfende Liebe der Sturmschärler. Innige Wcih- nachtsliede? und eine religiöse Lesung gaben dem Abend einen stimmungsvollen Ausklang.
Heiligenstadl. In einer Kundgebung des Volksoereins gegen die Gottlosenbewegung sprach für den verhinderten Dr. Allgermissen dessen Assistent in der Zentrale des Volksvereins, Rektor Biegenwald. Nach Begrüßungsworten des Bezirksleiters Giesen fang der Schülerinnenchor des Oberlyzeums einen Schubertschsn Chor, dem das von Schülern der Bürgerschule gesprochene Christusbekenntnis folgte. Prologe und Adventsreigen leiteten sodann über zum Referat des Rektors Biegenwald über Zeitnöte und katholische Verantwortung. Nachdem der Lyzeumschor die Christus-Hymne von Welker bargeboten hatte, sprach der Bischöfliche Kommissarius das Schlußwort, mit dem er den Dank an den Redner und die Anerkennung über das einträchtige Zusammenwirken der hiesigen Katholiken verband.
Nordhausen. Der hiesige Gesellenverein beging den Tobestag des Gesellenvaters mit gemeinsamem Kirchgang und dem Empfang der hl. Kommunion. In der abendlichen Festveranstaltung bildete das Spiel „Wenn du noch eine Mutter hast" den Mittelpunkt. Präses Kaplan Nolte eröffnete den Abend mit einer herzlichen Begrüßung und mit Worten des Gedenkens an den Vater Kol-