nlß5 sie können- Bei der letzten Etternbeiraiswahl hat der Vater die rote Liste nicht mehr unterschrieben, die Mutter aber schon die christliche. . Luise und Lotte dürfen für den Elisabethenverem Lose verkaufen. Die Mutter selbst hat ihnen eins abgekauft. Langsam, aber sicher reijt die Ernte der kleinen Laienapostel.
Religionsstunde im Advent. Wir sprechen vom Schenken Gott schenkte den Menschen seinen eingeborenen Sohn. Aus Liebe. Darum ist Weihnachten ein Fest der Liebe und des Schenkens. Ein Mädchen fragt: „Was soll man aber tun, wenn man nichts zu schenken hat?" Eine Fünfzehnjährige sagt prompt: „Man kann auch sich selbst schenken." Seltsam, wie dieses Stichwort die Mädchen packt. Rasch kommen die Vorschläge, wie man in der Familie sich selbst verschenken kann. Auf einmal fragt die ernste, stille Elli dazwischen: „Wenn aber ein solches Geschenk nicht angenommen wird!" — Ich erfahre dann später von Elli Folgendes: „Ich habe es zu Hause schwer. Meine Mutter und ich verstehen uns nicht. Sie ist bei den Bibelforschern und will auch mich durchaus „bekehren". Wenn ich in die Kirche und zur Kommunion gehe, regt sie sich sehr auf und sieht mich tagelang nicht an. Ich habe jetzt vor, eine Mädchengruppe im Agnesbund zu übernehmen. Der Herr Kaplan hätte es sehr gern, und ich habe große Freude daran, aber die Mutter gibt es nicht zu. Um mich gefügig zu machen, straft sie mich mit der Kleidung. Sie verändert mir ihre getragenen Kleider und sagt, ich bekomme nicht eher etwas Neues, bis ich mit ihr zu den Bibelforschern gehe. Ich gebe aber nicht nach, lieber gehe ich in den alten Sachen". Ich fragte nach dem Vater, ob sie denn an ihm keine Stütze hätte. Darauf Elli: „Mein Vater ist katholisch. Er geht auch in die Kirche, weil er sich vor mir geniert. Aber seine Ostern hält er leider nicht. Einmal hatte ich ihn bis am Beichtstuhl, aber er ging wieder weg. Der Mutter sagt er nichts und laßt ihr freie Hand." „Ja, aber was soll denn nun werden? Soll ich einmal mit deiner Mutter sprechen?" „Tuen sie das lieber nicht, Herr B., davon wird es nur noch schlimmer. Ich halle einfach durch und gehe meinen Weg allein. So mache ich es schon jahrelang. Ich wollte es Ihnen ja nur einmal sagen, daß meine Mutter meine Liebe nicht mag und daß dem Vater alles egal ist." So geht eine Fünfzehnjährige ihren schmalen, harten Weg zu Gott.
Es gibt eine nicht geringe Anzahl Familien in der Großstadt, in denen die Kinder und Jugendlichen bewußt die geistige Führung in die Hand nehmen, zu der die Eltern sich nicht aufraffen können. Ein guter Religionsunterricht in der Schule und vor allem die katholische Jugendbewegung gaben ihnen den Mut und das Selbstbewußtsein dazu. Die innerste Kraft aber quillt ihnen aus der hl. Kommunion, deren früher, häufiger, frommer Empfang Wunder der Tapferkeit und Lebenssicherheit wirkt. Heil solchen Kindern!
Ein Großstadtlehrer.
Mem schönster Attardienst.
Von Hanns Langer.
(Erlebnis eines Schulschiff-Kadetten in West-Indien.)
Am zweiten Weihnachtsfeiertaq in San Juan war es. Frühmorgens 6 Uhr. Die Sonne strahlt bereits hinter den Berggipfeln in blauer Ferne. Einsam hallen meine Schritte in den hohlen Berg- gassen. Ab und zu bekomme ich einen freien Blick über die See. Unten am Strande wiegen sich Palmen in der frischen Morgenbrise. Einige Papageien krächzen. Die See ist spiegelglatt. Die Mor- nenftiffe tut mir gut nach, all dem Hasten des gestrigen Festtages. Mit einer seltenen Leichtigkeit finde ich meinen Weg durch das Gewirr der Gassen. Bald stehe ich vor altromanischen Steinfassa- den. Ein mächtiges flaches Sandsteinbauwerk. Eine Kuppel krönt die Mitte des Baues. Keine Einzelheiten, keine Verzierung. Alles schwere Mauermasse mit einigen wenigen mächtigen Rundbögen. Gewaltig wirkt dieser Kreisbau, aber auch arm. Drei große Torbögen führen ins Innere. Ich gehe die breiten Stufen hinan. Ein steinerner .Weihwasserkessel, einfach, eben dem .'.weck genügend. Mit fester Hand schlage ich den portalvorhang zurück. Ah! — entfährt es mir vor
Ueberraschung. Schnell noch einen Schritt ganz hinein. Dann bleibe ich überwältigt stehen. Blen- dendweißer Marmor. Wuchiige viereckige Säulen. Die breiten Arkaden fließen förmlich dem Altare zu. Kleine bunte Glasfenster werfen magische Re- flere auf den spiegelnden Marmor. Blitzende Goldmäander und — frische goldverzierte Kapitäle und Gewölbe. Unter dem Kuppelbau steigt der Säulenaltar gen Himmel. In den Seitenschiffen prachtvolle Nebenaltäre. Porpurrote Teppiche wallen über seine Stufen. Das Ouerschiff ist nur ange beutet, da es auf beiden Seiten Sakristeien ausnimmt. Es ist kurz vor 7 11 hr. Die Kathedrale füllt sich. Ich knie an der linken Sakristei am Grabe der heiligen Lucia nieder. Von meiner Bank aus kann ich nur Apsis und Sakristei überblicken. Bei einem Blick in die Sakristei kommt es mir ganz sonderbar vor. Der Monsignore kleider sich ganz allein an. Nun! Sch denke, das ist hier fo. Die große Wanduhr in der Sakristei rasselt 7 Schläge herunter. Der hochw. Herr wirkt das Meßgewand über. Ungeduldig geht der fierr aus und ab. Es ist fünf Minuten nach 7 Uhr. Da wird es mir doch zu dumm. Leise gehe ich aus meiner Bank. Eine deutsche Ehrenbezeugung vor seiner Hochwürden. „May I be allowed to service your meß." (Darf ich Ihnen die Messe ministrieren?)
Ein gutmütiges Lächeln und please (bitte) sind die Antwort. Wir verlassen die Sakristei.
Da setzt eine Musik ein! Mein Gott! das vergesse ich nicht. So berauschend, so wild und doch fo feierlich, so innig. — Schnell wage' ich einen Blick zur Orgel hinauf im rechten Ouerschiff. Sitzen da vor der mächtigen Orgel zwei Mädels in schwerer Mansille. Rechts und links davon stehen welche in weißen Kleidern mit Klappern, Kastagnetten, Rasseln, Trommeln Tambourins usw. Ganz eigenartig wirkt diese Musik auf uns Ausländer. Aber besser wie ein Vortrag oder ein Buch offenbart sie uns den Volkscharakter. Feurig, fast wild, sanft und traurig zugleich. Man muß die Seele des Volkes verstehen, um diese Musik begreifen zu können. — Rechts und links vom Altare knien lauter Mädels in weißer Manfille und fingen. Die spanische Sprache ist an und für sich schon klangvoll. Der Gesang war einfach herrlich. Der Priester steigt die Stufen herab zum Staffelgeber. Klar und deutlich hören die Gläubigen ihren Monsignore und den fremden Ministranten im Confiteor. Ernst und feierlich kling, das Miseralur. Die Schwestern sagten mir, jede meiner Bewegungen wäre verfolgt worden. Ich wußte es nicht. — Weiter geht der Gottesdienst. Schon sind wir beim Deo gratias. Ein leises Grauen überkommt mich. Zur Opferung brauche ich eine Glocke. Nichts davon zu sehen. Die Orgeltöne wogen und brausen durch die vergoldeten Hallen. Hier, wo ich knie, hat Columbus bereits gekniet und gebetet. — Da! Hinter einer Säule die Glocke. Langsam stehe ich auf und gehe darauf zu als wenn das so fein müßte. Damit es nicht ausfüllt, bleibe ich dort knien und läute von dort aus zur Opferung. So geht's weiter bis zur Kommunion. Da entdecke ich hinter einer Kanontakel einen wundervollen goldenen Teller mit geschnitzten Ebsnholzgriff. Was soll das bedeuten? — Ach! Ja! An der Kommunionbank war ja keine Decke. Zum Confiteor gehe ich die Stufen hinauf und hole mir den Teller und bete dann _*wr der untersten Stufe Confiteor Deo omnipotenti, Bea- tae Mariae semper Virigini. Als die hl. Kommunion ausgeteilt wird, halte ich den Teller. — Nanu! Was wollen diese kleinen Mädels hier? Kaum sechs Jahre alt. So zart, so jung! — Doch auch sie empfangen zu meiner Verwunderung die hl. Kommunion. So heilig der Augenblick war, habe ich doch meine Studien gemacht in den En- qelsgefichtern und Augen. Das vergesse ich nie. — Die Kuppel des Marmoraltares erglüht im Morgenlicht, ein warmes Karmin durchflutet die. Hallen. Die Messe ist beendet. Das klangvolle spanische Vaterunser verhallt. Stuf meiner weißen Paradejacke liegt wie ein Blutfleck ein roter Lichtkringel.
Jetzt kann ich mir die Kirchenbefucher näher an- sehsn. Bewundernde Blicke. Zufriedenes Lächeln. Ich hätte schön ministriert, sagt mir eine deutsche Schm öfter. Ich verabschiede mich von seiner Hoch- I würden und grüße noch einmal das Allerheiligste.
Stummer 52 / Seife 3.
Draußen vor dem Portal stehn die Kirchgänger in Gruppen. Schnell schreite ich mitten hindurch. Alles zieht freundlich den Hut. knickst oder nickt gönnerhaft. Bald bin ich wieder an Bord. Ein Rädchen in der Dienstuhr unseres Schulschiffes „Deutschland".
Das hochheMge Weihnachßssest.
(Epistel und Evangelium der ersten Messe.)
Titus 2, 11—15.
Die Gnade Gottes ist erschienen.
Geliebter! Erschienen ist allen Menschen die Gnade Gottes, unseres Heilandes. Sie lehrt uns, der Gottlosigkeit und den weltlichen Gelüsten zu entsagen, nüchtern, gerecht und fromm zu leben in dieser Welt, und in seliger Hoffnung zu harren der glorreichen Erscheinung des großen Gottes, unseres Heilandes Jesus Christus. Dieser hat sich selbst für uns hingegeben, um uns von aller Ungerechtigkeit zu erlösen und uns zu einem reinen Volke zu machen, das ihm wohlgefällig ist und sich eifrig zeigt in guten Werken. So rede und ermahne in Christus Jesus, unserm Herrn!
Der Heiland ist geboren.
- Lukas 2, 1—14.
In jenen Tagen erging vom Kaiser Augustus ein Befehl, das ganze Reich aufzuzeichnen. Dies war die erste Aufzeichnung; sie fand statt unter Cyrinus, dem Statthalter von Syrien. Alle gingen hin, um sich eintragen zu lassen, jeder in seine Vaterstadt.
So zog auch Joseph von Nazareth in Galiläa nach Judäa hinauf, in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, um sich eintragen zu lassen mit Maria, seiner Verlobten, die guter Hoffnung war. Er stammte nämlich aus dem Hause und dem Geschlechte Davids. Während sie dort waren, kam für sie die Zeit, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn eine Krippe; denn in der Herberge war kein Platz für sie.
In derselben Gegend hüteten Hirten ihre Herde und hielten Nachtwache bei ihr. Und siehe, da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit Gottes umstrahlte sie. Und sie fürchteten sich sehr.
Der Engel aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Seht, ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volke zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren, Christus der Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe liegt" Alsbald stand beim Engel eine große himmlische Heerschar, .die Gott lobte und sang: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind!"
Hu» den Semeinvon
St Maria. Am 1. Weihnachtsfeiertag haben wir in der Rosenkranzkirche ein levitiertes Hochamt um 9.30 Uhr. Der Kirchenchor fingt darin die St. Barbaramesse von Sebastian Baur, acht» stimmigen Introitus und Communio von August Weirich, Graduale und Offertorium von Josef Gruber. Zum Segen am Schluß ein Tantum ergo von Rammelt.
Gemeinde St Kunigundis. Am 2. Weihnachtsfeiertag nachmittags 4 Uhr findet im St. Heinrichs- Haus unsere Weihnachtsfeier mit Vorträgen, Liedern und einem Theaterstückchen statt. Alle Ge- mendeangehörigen sind zu der Feier Herl, eingeladen.
Katholischer Arbeiterverein. Montag (2. Weihnachtsfeiertag), findet nach der 8 Uhr-Messe in der Kirche St. Familia unsere gemeinschaftliche Quartalskommunion statt. Es ist Ehrensache aller Mitglieder daran teilzunehmen. Unsere Weihnachtsfeier findet aus Lokalgründen erst am Sonntag, 8. Januar, im Ritter statt.
Lotterie des Vinzenzvereins. Am 7. ds. Mts. fand im Gesellenhause die Ziehung der diesjährigen Lotterie des Vinzenzvereins statt. Folgende Nummern wurden mit Gewinnen gezogen: Serie I: 3 7 12 18 32 42 49 50 51 52 59 70 76 78 79 88 90 106 109 113 122 125 126 128 138 145 148 149 161 169 181 185 186 192 195 196 198 199 202 208 219 220. 251 253 259. Serie: II; 13 9 16 18 20 25 39 40 45 46 47 48 50 56
65 67 69 71 74 85 90 93 103 104 111