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Seite 2 / Nummer 52.

WschenkânLer.

Sonnlag, 25. Dez. hochheiliges Weihnachlsfest. Ana­stasia, Jgfr., 9Jlart

Montag, 26. Dez. Erzmackyrer Stephanus.

Dienstag, 27. Dez. Johannes, Apostel und Evangelist.

Mittwoch, 28. Dez., Hl. Unschuldige Kinder, Mart.

Donnerstag, 29. Dez. Thomas von Canterbury, Bisch-, Mart.

Freitag, 30. Dez. Vom Sonntag in der Weihnachts­oktav.

Samstag, 31. Dez. Silvester I., Papst, Bek.

NB. Am 1. Weihnachtstage ist die Kollekte für das Bischöfliche Konvikt zu Fulda und für die Lateinschulen bestimmt.

Die Matze der göttlichen Liebe.

sind die Himmel auf der ganzen Welt honigsüß geworden. So beten beute 300 Tausend Priester auf dem katholischen Erdenrund im Weih- D^AW^ nachtsoffizium.Honigsüß" durch die Liebe, die aus den unermeßlichen Höhen der Gottheit herabqeträufelt ist auf diese arm' selige, unfruchtbare, schuldbeladene, sündenschwere Erde.Honigsüß" durch die Barmherzigkeit, die uns widerfahren ist in der Geburt unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, dem Anbetung, Lob und Dank gebührt bis in ewige Zeiten.

Dieser Liebe Größe, Süßigkeit und Kraft, wer kann sie ermessen? Der Umfang und Durchmesser der Erde, die Tiefe des D.^ans, die höhe der Al­penriesen, die Entfernung der Sonne und der wei­testen Fixsterne alles hat sein bestimmtes Maß, das in Zahlen und Einheiten sich aussprechen läßt. Die Liebe Gottes allein ist ohne Maß, ohne Gren­zen, ohne Berechnung, ist unermeßlich, unendlich, uferlos!

Mit rührenden Worten hat der göttliche Hei­land selbst in jenem berühmten nächtlichen Ge­spräch mit Nikodemus das Wesen und die Wirkun­gen der göttlichen Liebe gezeigt mit den denkwür­digen Worten:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe,

sondern das ewige Leben habe."---

Gott und die Welt, der Schöpfer und das Ge­schöpf, welch schroffe, unversöhnliche Gegensätze. Und auf dieser Welt die Menschen, von Gott er­schaffen, einzig und allein Werke des Allerhöch­sten. Und siehe, die Menschen haben sich von ihrem Schöpfer abgekehrt. Adam und Eva haben der Einflüsterung der Schlange Raum gegeben und von ihrem Wohltäter sich schmählich losgesagt durch Ungehorsam und frevelhafte Uebertretung. In die Fußtapfen der Stammeltern sind seine Nachkommen fast alle ein getreten, haben dem Götzendienst und allen Lastern gefröhnt und wa­ren wie der hl. Augustinus sagt eine massa damnata, eine zur ewigen Verdammnis verurteilte Menschenmasse.

Und diese treulose. Hochverräterische Menschen­masse der Allerhöchste stößt sie nicht von sich, schleudert nicht den Dannstrahl gegen sie. Was tat er? Höre und staune! Eine Erfindung unbe­greiflicher Liebe macht er, das Werk der Erlösung erdachte er.

Gott der Vater ließ sich rühren, Daß er uns zu retten sann.

Und den Ratschluß auszuführen Trug der Sohn sich selber an.

Und was gibt nun Gott für die Welt? Was legt er in die Wagschale als Gegengewicht gegen die Sünde. Läßt er Hekatomben von Menschen hinschlachtcn, um die beleidigte Gerechtigkeit zu versöhnen? Legt er den Engelchören Bußwerke auf, um sie für die zahlungsunfähigen Menschen darzubringen? Nein. Größeres geschieht. Seinen Sohn, seinen einzigen, sendet der Vater in die Welt und gibt ihn dahin. Schon tönt durch die stille Nacht die Botschaft des Engels:

Ich verkündige euch einer große Freude, die allem Volke zuteil wird. In der Stadt Da­vids ist der Heiland geboren?"

Schon schallt über Bethlehems Fluren das Engellied:

Ehre fei Gost in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind." Ja, freut such alle: der Heiland ist da. Alleluja- Betrachte die Einzelheiten dieser maßlosen Liebe. Gott selbst ist Mensch geworden, um den Menschen Erlöser, Lehrer und Vorbild zu werden. Gott ist klein geworden, um uns zu erhöhen.Hat er ja sich selbst erniedrigt und Knechtsgestalt an­genommen." Gott ist arm geworden, um uns reich zu machen. Gott ist auf die Erde herabgekom­men. um uns in den Himmel hinaufzuführen. Gott ist Mensch geworden, damit wirder göttlichen Natur teilhaftig werden." Gott ist in der Krippe gelegen, um anzudeuten, daß er sogar unsere Speise werden wolle.

So ist uns das Heil aufgeschlossen in der Menschwerdung des Sohnes Gottes. Und der Schlüssel zum Heil ist in unsre Hände gelegt'

Daß ein Hin­ein Priester werde...

Daß ein Kind ein Priester werde. Kann ihm geben nicht die Erde< Gnade ist das Priestertum.

Von dem Wukler-Gottes-Throne Steigt herab die Priesterkrone Reinster Wutter Gottes-Ruhmi

Soll ein Kind ein Priester werden, Muß das Multerherz auf Erden Weinen erst in bitterm Schmerz. Doch der Schmerz ist nicht verloren: Mutteeherz, du hast geboren Deines Kindes Priesterherz.

Soll ein Kind ein Priester werden, Wüsten falten sich auf Erden Wutlerhände zum Gebet, Vis nach Schmerz und banger Stunde

Lieblich die Erhörungskunde Durch das Herz der Wutler weht.

Multerherz, zum Himmel lenke

All dein Flehen imGedenke"

Zu der Mutter, mild und rein.

Gottes Wille soll geschehen" Dieses sei dem einzig Flehen Gottes Wille ganz allein!"

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Alle, die an ihn glauben, sollen nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben" Damit ist für uns die Mitwirkung zur Erlösung deutlich umrissen: der Glaube. Wir dürfen nicht wie die Protzen von Bethlehem dem Gotteskind die Türe weisen. Wir dürfen nicht wie die Bürger von Na­zareth den Heiland hinausstoßen. Wir dürfen nicht wie die Pharisäer von Jerusalem den menscbgc- wordenen König verleugnen und kreuzigen. Wie Maria müssen wir das Jesuskind freudig aufneh­men. Mit den Hirten müssen wir kommen, das Kind anzubeten. Wie die Apostel müssen wir auf unsern himmlischen Lehrer horchen, seine Lehre und Beispiele befolgen. Wehe der Welt, von der ein schmerzliches Großteil nicht bloß einen Hei­land und Erlöser ablehnt, sondern auch dem Da­sein eines Gottes Hohn spricht und den Gottes- glauben mit Hohn und Spott, mit Gesetzen und Zwangsmitteln auszurotten sucht. Auch heute müßte der Evangelist wie schon einmal die schmerz­lichen Wo-te niederschreiben:Der Gottessohn kam in sein Ciaentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf." Kniefällig wollen wir als gläubige, dankerfüllte Katholiken beten, daß in die Festung des Unglaubens eine Bresche gelegt werde, und

daß die Türe der Erlösung weit sich öffne für eine verblendete, unglückliche Welt.

Um die Frucht solchen Glaubens? Der Evan­gelist nennt sie:das ewige Leben". Was sind d'e Belohnungen, die Gehälter, die Orden, die Brillan­ten, welche die Großen dieser Welt ihren treuen Dienern ausfolgen, und die am Grabe Halt ma­chen, gegenüber diesem unschätzbaren Gut der ewigen Seligkeit? Möchte als letzte und höchste Vollendung der Liebe die Krone des ewigen Le­bens uns allen zuteil werden.

Der Talpfarrer.

Jugend 6N der Gottesfrsnt.

Religionsstunde in einer Großstadtschule. Wir sprechen von der Nächstenliebe, die Nächstenhilfe sein soll in Gesinnung, Wort und Tat. Zuletzt stel­len wir fest: Wenn man dem Menfchenbruder nicht mehr zu helfen vermag, kann man immer noch für ihn beten. Da bricht ein vierzehnjähriges Mäd­chen in Tränen aus. Nach der Stunde frage ich sie nach der Ursache ihrer Erregung. Sie ant­wortet:Weil ich so gut weiß, daß man mit Beten helfen kann. Weine Mutter und ich haben meinen Vater katholisch gebetet. Es war immer so traurig, daß er anders dachte wie wir. Da haben wir uns gemeinsam ans Beten gemacht. Alle hl. Kommu­nionen haben wir für ihn aufgeopfert. Und es hat auch wirklich geholfen. Vorige Woche ist mein Vater zur katholischen Kirche 'übergetreten. Es war eine schöne Feier in einer Seitenkapelle unse­rer Pfarrkirche. Wir haben alle vor Freude ge­weint, der Vater auch, und zuletzt auch der Herr Pfarrer". Ein Kind, das seinen Vater ins Gottes­reich hineinbetet! Jugend an der Gottesfront!

In eine Religionsstunde kommt eines Tages ein zwölfjähriger Sunge mit, der als Dissident im Klassenbuch steht. Bei meinem Eintreten schwir­ren viele Stimmen durcheinander:Herr B., der Alex Bauer will bei uns mit zuhören".Das ist ja fein, mein Freund, aber ohne Einwilligung Lei- ner Eltern darf ich dir das nicht erlauben". Alex wird verlegen. Ich nehme ihn mit auf den Korri­dor.Wer schickt dich zu mir, mein Junge?"Ei niemand. Meine Eltern sind beide Freidenker und haben mich schon im zweiten Schuljahr vom Religionsunterricht abgemeldet. Ich will aber wie­der teilnehmen und hab's ihnen schon mehrmals ge­jagt. Da meinen sie jedesmal, es hätt' noch Zeit." Nun diktiere ich dem Jungen eine Bescheinigung: Wir erlauben hiermit unserm Sohn Alex, wieder am katholischen Religionsunterricht teilzunehmen." Am folgenden Tag brachte er folgende Erklärung mit den Unterschriften von Vater und Mutter: Wir teilen hierdurch mit, daß unser Sohn Alex wieder am katholischen Religionsunterricht teil­nehmen will." Vater und Mutter wollen es al1» nicht. Aber Alex will es, obwohl er in einer von Gottlosigkeit verseuchten Kommunistensiedlung wohnt. Ich frage ihn, wie er dazu gekommen feb Unser Kaplan hat mich auf der Straße angespro­chen und gesagt, ich soll meine Sache endlich selbst in die hand nehmen, ich mär' doch kein dummer Bub' mehr. Und da hab' ich's so gemacht". Gut, Alex, jetzt schaffst du fein und wir werden gute Freunde." Nach vierzehn Tagen fragte ich ihn, wie es nun mit Beicht und Erstkommunion werden solle. Darauf erfolgte die stolze Antwort: Ich habe mich schon angemeldet. Einen Schein habe ich dort nicht gebraucht." Freund Alex geht seinen Weg geradeaus. Und allein. Ein Zwölf­jähriger!

Luise und Lotte Schneider, zwei Schwestern von 10 und 13 Jahren, gehen öfters in den Mäd­chenkreis St. Hildegard. Schulfreundinnen nehmen sie dorthin mit Die beiden sind mir besonders lieb, denn ihre aufgeweckten Fragen machen mir die Religionsstunden lebendig. Die Eltern dieser flotten Mädels sind Kommunisten. Freilich, vom Religionsunterricht haben sie die Kinder nicht ab­gemeldet. Aber sie haben die Liste der roten Elternbeiräte mit unterschrieben. Sie haben auch von den Kindern verlangt, an einem Umzug der roten Pioniere teilzunehmen. Luise und Lotte ha­ben sich aber gedrückt. Sie gaben den Ellern viel gute Worte und erobern zu Hause langsam das Feld. Wit ihren seinen Schulzeugnissen haben sie sich auch beim Vater Respekt verschafft. Die Mut­ter wird stolz auf sie. Sie gehl sogar einmal mit zu einem Spielabend des Mädchenkreises St. Hilde­gard. Dort gelten ihre Kinder etwas und zeigen,