Einzelbild herunterladen
 

Seite 10 / Hummer 5L

verstanden, die Mädchen für unsere heilige Kirche zu be­geistern. Den Höhepunkt bildete die Generalkommunion in dem Jugendgottesdienst am vergangenen Sonntag, dem am Nachmittag die feierliche Echlußfeier folgte.

Neuendorf. 3n einer stark besuchten Volksvereins­versammlung sprach Schulrat Heddergott-Heiligenstadt über die Notlage unseres Volkes, wobei der Referent Wege zu deren Ueberwindung autzeigte. Mit wirkungs­voll dargebotenen Liedervorträgen umrahmte der Ge­sangverein das Referat, das die Versammlung mit sehr erfreulicher Anteilnahme in sich aufnahm.

Thalwenden. Bei dem Brande, der im Hause des Fabrikanten Durstewitz ausgebrochen war, rettete der Landwirt Hubert Hübenthal drei Kinder vor dem siche­ren Tod in den Flammen. Die Kinder waren in dem Kinderzimmer rings von Flammen eingeschloüen und schrien halbbetäubt ganz jämmerlich. Hübenthal sprang zunächst mit dem fünf Wochen alten Töchterchen des Fabrikanten in den einige Meter tiefer liegenden Garten. Dann kletterte er noch zweimal unter eigener Lebensgefahr an der Außenwand des Haufes ins Zim­mer zurück, um auch die beiden anderen Kinder zu retten.

Worbis. Nach schwerem Leiden verschied am Mitt­woch in der Klinik zu Göttingen Mittelschullehrer Karl Jünnemann, der seit dem 1. September 1926 an der hiesigen Kreismittelschule wirkte, der 2. Todesfall im Kollegium in noch nicht einem halben Jahre. Ein ge­wissenhafter, geliebter Lehrer, wie es im Nachruf der Kreismittelschule heißt, wurde aus unserer Mitte ge- rif en. Am Sonntag wurde er in seinem Geburtsort Bilshausen bei Wulften zur ewigeri Ruhe gebettet, t^. zahlreiel>es Trauergefolge gab ihm das letzte Geleit. Der Kinderchor der Kreismittelschule sang ergreifende. To­deslieder. Rektor Frommhold würdigte in seiner Ge­denkrede die Verdienste des Verstorbenen. Ein erschüt­ternder Advent! Hervorragendes leistete der Verftor- dene auch im Dienste der Jugendbewegung. Stets wa­ren die Versammlungen überfüllt, wenn er im katholisch. Gesellenverein seine tiefgründigen Vorträge hielt. Trotz der vielen Arbeit fand er noch Zeit, politisck>e Schu­lungskurse abzuhalten. Er ruhe in Frieden! Am Sonntag feierten wir das Fest des hl Nikolaus, des Schutzpatrons unserer Stadtkirche. Das feierliche Hoch­amt zelebrierte Vikar Kirchberg, die Festpredigt hielt Dr. Werner-Kirchworbis. Nachmittags veranstaltete der katholische Frauenbund unter Leitung von Frau Rechts­anwalt Nacke im Schützenhaus eine Nikolausfeier.

Worbis. Zum Pfarrer und Stadtdechanten unserer Gemeinde hat der Hochw. Herr Bischof Herrn Pfarrer Ignaz Vocke in Hüpstedt ernannt. Der neuernannte Stadtdechant ist in Worbis kein Unbekannter, hat er doch unter dem seligen Geistl. Rat Philipp Hartmann als Kaplan hier gewirkt. In guter Erinnerung ist seine Tätigkeit als Dirigent des Cäcilienvereins. Die kathol. Gemeinde beglückwünscht sich zu ihrem neuen Seelsorger, der ein ausgezeichneter Liturge, Prediger und Sänger ist, ein Meister der Kirchenmusik, sie ent­bietet ihm einHerzlich Willkommen" und erfleht Got­tes Segen für seine Tätigkeit in einem ausgedehnten Arbeitsfeld. Die kirchliche Einführung erfolgt am 4. Adventssonntag um 10 Uhr.

WeihenbornLüderodc. Umer Hauptlehrer Beckmann der seit 1914 an der hiesigen Schule wirkt, ist zum Rek­tor ernannt worden. Durch Mitglieder des Gesellen- vereins ist im Wege des freimütigen Arbeitsdienstes das 2. Klassenzimmer zu einem anheimelnden Versamm­lungsraum hergerichtet worden.

Wernes (Krs. Gelnhau'en). Vor kurzem brachten wir die Mitteilung, daß die Eheleute Aloys König und Frau Karoline geb. Sachs am 20. November ihr Gol­denes Ehejubiläum feiern konnten. Und heute sind beide schon nicht mehr unter den Lebenden. Ein ^tägiges, kurzes Krankenlager raffte den Jubilar am Dienstag abend dahin, und am Mittwoch früh folgte ihm feine Gemahlin, welcher der Schmerz das schwache Herz gebrochen, in den Tod. So werden nun beide, wie sie im Leben treu vereint miteinander gekämpft haben, auch treu vereint im Tode zusammen ruhen. R. i. p.

Großauheim (Kr. Hanau) Man schreibt uns: Der diesjährige große Theaterabend des kath. Jungmännervereins stand unter dem Motto: Mitte! für die Jugendpflege", was der Drives des Vereins in seiner Begrüßungsrede besonders betonte. Nah"zu 800 Personen überfüllten den größten Saal des Ortes denUnion-Palast". Zur Ausführung gelangte das romantische Spiel in 4 AktenD a s G l ö ck l e i n i m Tale" von A. Pannek. Die Aufführung des Stückes, die ganz auf Stimmungen eingestellt ist, wurde durch gute Bühnenbilder und passende Beleuchtung d>r Szenerie im besten Sinne gefördert.

Niederorschel. Am 14. D-z. sind 50 Jahre ver- flos en, seitdem die Schullchwestern hier im St. Josephs­haus die Werke der Nächstenliebe- im Sinne ihrer HI. Stifter in opferwilliger Hingabe verrichten. Sie be­treuen die Kranken in der Gemeinde, sie pflegen die alten Leute, sie behüten die Kinder in dem Kinder­garten, sie sind den erwachsenen Mädchen treu sorg­same Führerinnen. Welche reichsprudelnde Quelle des

Segens für die Gemeinde! Darum wurde ein Dank­gottesdienst am Jubiläumstage in der Kapelle des St Josephshauses gehalten.

Eisenach. Am Sonntag veranstaltete der kath. deutsche Frauenbund im großen Saale des Gewerbehauses eine wohlgelungene Adventsseier. Tannengrün und der milde Kerzenschimmer gaben dem Raum die vorweihnachtliche Stimmung. Die Vorsteherin, Frl. Sommer, begrüßte die zahlreich Erschienenen. Hochw. Herr Pfarrer Hilden weckte durch eine Ansprache die rechten Adventsgedanken. Den Hauptteil des Abends bildeten eine Anzahl lebender Bilder aus den Tagen der Kindheit Jesu, die sehr viel Beifall auslösten. Die rechte Einführung zu den Bildern schufen Solo-Gesänge des Herrn Schulte und der Fräu­lein L. Mohr.

Aus dem Dekanat Erfurt. Am Sonntag, den 11. Dezember fand die Exerzitienwoche für die vor der Entlassung stehenden Jungen und Mädchen der Stadt Erfurt ihren feierlichen Abschluß. Noch einmal sprach der Dominikanerpater von der unendlichen Liebe des Heilandes, deren sie sich immer in all den kommenden Jahren erinnern 'ollen in guten wie in schlimmen Ta­gen. Nach der gemeinschaftlichen hl. Kommunion, nach feierlichem Tedeum und Schlußsegen vereinigten sich alle Kinder im großen Saale des kathol. Waisenhauses. Dort wurden sie mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Herr Pfarrer Hartmann-St. Crucis, dankte. daselbst dem Herrn Pater für all seine Mühen der letzten Woche und legte im Namen der Kinder das Gelöbnis ab, daß die jungen Teilnehmer alle Worte der Ermahnung stets befolgen wollen. Am Sonntag-Nachmittag fand zum letzten Male die Aufführung des Märchenspiels der Kleinen von St. Ursula statt. Wiederum war die Turn­halle bis zum letzten Platze gefüllt. Die ehemaligen Schülerinnen des Ursulinenklosters benutzten den Tag der Aufführung gleichzeitig zu einem Treffen im Kloster Nachdem einige Erinnerungesstunden an die frühere Schulzeit angenehm verplaudert waren, fand die Zu­sammenkunft durch die Teilnahme am Spiel der Kleinen einen sehr feinen Schluß. In Malchendorf zeigte sich wieder einmal die Spielschule mit ihren rei­zenden Aufführungen der Oeffentlichkeit. Mit einer un­endlichen Geduld hatten die Schwestern der Starmn Mariahilf den jüngsten Mitgliedern der Gemeinde sehr beachtliche theatralische Dinge einqepräqt. Ernst und Humor kamen wie immer auf ihre Rechnung. Dor allem aber bewiesen die schönen Leistungen erneut, daß die vorschulpflichtigen Kinder in den Händen der Schwe- stern gut aufgehoben sind. Möchten doch noch viele Eltern von der segensreichen Einrichtung, der Spiel­schule Gebrauch machen. Sie geben damit ihren Kin­dern das Beste und unterstützen gleichzeitig die Schwe- slernabteilung, die an sich noch vieler Geldmittel be­darf, wenn sie ihre Aufgabe in vollendeter Weise er­füllen soll.

Gotha. Bei der hiesigen Stadtratswahl stand der Kandidat des kath. Volksteils auf der Lifte der Deut­schen Volkspartei. Da infolgedessen die Zentrumswäh­ler geschlossen für diese Liste stimmten, wurde er ge­wählt, so daß zum erstenmale seit 400 Jahren im Go­thaer Stadtrat wieder ein Katholik sitzt.

Apolda. Kürzlich konnte hier Herr Johannes Hol­bein feinen 82.Geburtstag in geistiger Frische begehen. Er dürfte wohl der älteste Bezieher des Bo- nifatiusboten sein. Jeden Sonntag nimmt er bei fei= nem Kirchgang den B.-B. selbst in Empfang und Tieft eifrig das schon lange Jahre bezogene Blatt mit großer Aufmerksamkeit.

Aufruf!

Liebesgaben für Verwandte und Freunde in Sowjel- ruh'and.

Aus zahlreichen Nachrichten, die täglich eintreffen, sehen wir, daß die Notlage unserer Brüder in der Sowjetunion sich von Tag zu Tag steigert. Groß ist die Not in Deutschland, in Europa und Amerika vielmals größer ist sie .m Osten.

Auf Grund von Abmachungen mit den Sowjetbehörden bieten sich aber für diejenigen, die Verwandte und Freunde in der Sowjetunion haben durch unsere Ver­mittlung sichere Wege, an ihre Angehörigen und Bekann­ten in der Sowjetunion Pakete aus dein Ausland oder über die staatlichen russischen Torgsinggeschäfte Geld oder Waren zu senden.

Erprobte Typenpakete mit Lebensmitteln und anderen Waren oder na-h Wunsch auch Einzelzusammen ftell.maen können zum Versand gebracht werden. Preis­listen und Vorschläge Lehen auf Wunsch gern zur Ver­fügung. Der Versand selbstgepackter Pakete muß bis auf weiteres als untunlich bezeichnet werden. Wir dür­fen deshalb darum bitten, von der Zusendung solcher Ga­ben freundlichst Abstand zu nehmen.

B a r ü b e r w e i f u r g c r. für bestimmte Personen fönen ebenfalls durch unsere Vermittlung an die staat­lichen Torgsingeschäfte in der Sowjetunion in jeder Höhe getätigt werden. Die Torgsingeschäfte teilen den Bedach­ten die überwiesene Summe mit und führen soweit mög­lich ihre Warenbestellungen aus

Bei den deutschen Vertrauensstellen liegen viele Bittgesuche von notleidenden Personen vor, die in Deutschland keine Angehörigen haben, ebenso solche von mittellosen deutschen Bittstellern um Hilfeleistungen für , ihre Angehörigen in der Sowjetunion.

Wer Verwandte und Freunde in der $otvjc Tunion i hak. darf keinen Tag mehr säumen! Deshalb sendet Geld - und Bestellungen!

Wer keine Verwandten oder Freunde in Sowjctruß- - land zu bedenken hat, der möge an die denken, denen - niemand hilft und für sie Geldspenden zur Verfügung : stellen! Jedes Scherflein ist willkommen und bringt Se- gen!

Berlin, N. 24. Oranienburgcrstroße 13/14. den 7. Dezember 1932.

Deutscher Earitasverband. Hauptvertretung Berlin. Postscheckkonto: Berlin 1067 84).

Meins MnW. liattMiteu

Rom. In der deutschen Nationalkirche des Kampo- santo fand am 10. Dezember ein feierliches, von Prälat Hudal zelebriertes Requiem für die Gemahlin des er­sten Direktors des Deutschen Archäologischen Instituts. Univ.-Prof. Dr. Ludwig Curtius statt, die während ihres letzten schmerzlichen Leidens zur katholischen Kirche übergetreten ist. Dem Totenamt wohnten der deutsche Botschafter beim Quirinal v o n H a s s e l l, der bayerische Gesandte Freiherr von Ritter, geistlicher Bot­schaftsrat Prälat Steinmann, Botschatfsrat Dr. Klee, fast sämtliche Direktoren der ausländischen archäologischen und historischen Institute Roms sowie mehrere Mitglie­der des Lehrkörpers der Staatsuniversität Rom und des italienischen Instituts für deutsche Studien (Goethehaus) bei. Rektor Mons. S t o e ck l e erteilte die Absolutio ad tumbam. Danach erfolgte auf dem deutschen Gottesacker bei St. Peter die Beisetzung von Frau Edith Curtius, deren Haus zu den Pftegeftätten einer edlen und anre­genden Geselligkeit in Rom gehörte.

Köln. Der Privatdozent für Kirchenrecht an der hiesigen Universität, Dr. Joseph Lammeyer (aus Fuldu, früher Pfarrer in Naumburg), wurde von dem Mini­ster für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung 311m au­ßerordentlichen Professor ernannt.

Ein Kongreß katholischer Aerzte soll seitens des Katho­lischen Akademikerverbandes am 14. und 15. Januar 1933 in Köln stattfinden. An Themen sind vorgesehen: die Wende im naturwissenschaftlichen und biologischen Den­ken und Gegenwart, Das Leib-Seele-Problem, das Ethos des katholischen Arztes, Der Einbruch des neuheidnisch­bolschewistischen Denkens in die Medizin.

Baden. In Hochhausen am Neckar starb Graf Raban von Helmstatt im Alter von 83 Jahren. Er war nicht nur Grundherr von Hochhausen mit Handschuhsheim bei Hei- delberg, sondern auch Majoratsherr vom Schloß Ober- , rimsingen mit seinen umfangreichen Gütern. Dieses Schloß Oberrimsingen ist ihm durch die Verheiratung mit Gabriele Freiin von Falkenstein zugefallen. Maximilian, der Vater des nun in Gott ruhenden Grafen Raban, war 1810 in Paris geboren und starb als Badisch-Großher- zoglicher Kammerherr und als französischer Rittmeister a. D. in Neckarbischofsheim 1893. Auch sein Sohn Ra­ban wurde Großh. Bad. Kammerherr und Mitglied der ersten Kammer. Dort spielte er als Führer der Zen­trumsabgeordneten eine bedeutungsvolle Rolle. Bei der ersten Katholikenversammlung in Freiburg im Jahre 1888 wurde er Vizepräsident. Von da an verband ihn eine innige Freundschaft mit der Familie Herder und insbesondere mit dem nachmaligen Herrn Weihbischof Dr. Justus Knecht. In der Bad. Kammer vertrat er mit nur zweien feiner Standesgenossen nach dem berühm­ten Konflikt der Kammer mit dem hochseligen Erzbischof Dr. Thomas Nörber mutig die Rechte der Kirche und des Erzbischofs und es war ihm eine hohe Freude, den Tag erleben zu dürfen, an dem Erzbischof Thomas wie­der die 1. Kammer betrat, ehrfürchtig begrüßt von den Kammermitgliedern.

Vraunsberg. Der in weiten Kreisen bekannte Pro­fessor Dr. Switalski ist auf Borschlag des Diözesanbischofs und des Domkapitels von Ermland vom Heiligen Vater zum Domherrn bei der Kathedrale in Frauenburg er­nannt worden. Seit dem Tode des Prälaten Dr. Mar­quardt war die Domkapitularstelle unbesetzt. Durch die Ernennung zum Domherrn verliert die Stadt Brauns­berg eine Persönlichkeit, die das öffentliche Leben außer­ordentlich angeregt und befruchtet hat. So kam es, daß er sich in der Kommunalpolitik führend betätigte und lange Jahre Stadtverordneter und Stadtverordnetenvor- steher war. Dazu kommen die vielen Vorträge, und er war auch als Mitglied des Kirchenvorstandes mit Rat und Tat für die katholische Kirchengemeinde tätig. Die Akademie verliert in ihm einen ihrer erfolgreichsten Leh­rer, und auf seine Bedeutung als Wissenschaftler braucht nicht besonders hingewiesen zu werden. In der Ermlä dischen Zeitung (Nr. 273 vom 24. Nov. 1932) werden von ihm 20 wissenschaftliche Arbeiten aufgeführt, und er wird