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Selke S / Flammet 51.

Zweck ist, „die grossen Familien zu bekämpfen, um die Arbeitslosigkeit zu verringern". Das Gesetz anb hält außerdem einige drastige Bestimmungen über die Pflicht zu Sterilisierung (Unfruchtbarmachung),

Die Begeiferung der Erde.

Das Völkerbundssekretariat in Genf hat für das Jahr 1931-32 eine Uebersicht über die Gc- bietsverteilung und die Bevölkerung der Welt her­ausgegeben, dis bis auf den Stand vom 31. De­zember 1930 berechnet ist. Danach wird die Gesamtzahl der Menschen auf der Erde auf nunmehr 2 Milliarden geschätzt. Das britische Weltreich zählt davon 496 Millionen, von denen aber 352 Millinen allein auf Indien kommen. Europa zählt mitsamt Rußland 490 Millionen, von denen auf Gesamtrußland 161 Mil­lionen entfallen. China und Japan zusammen zählen 545 Millionen. Der Rest, 481 Millionen entfallt auf die übrigen Völker, nämlich 124 Mil­lionen auf Nordamerika, 120 Millionen auf Mit­tel- und Südamerika, 160 Millionen auf Vorder­asien und Malayen, 70 Millionen auf Afrika, so­weit diese Menschen nicht im britischen Reich leben

In Europa kommen 44.3 Einwohner auf 1 Quadratkilometer, in Asien 26.3, in Amerika 6.2, in Afrika 4.7 und in Australien 1.2 Bewohner. Europa ist also immer noch der am dichtesten be­völkerte Erdteil, ^n Sibirien kommen auf 1 Qua­dratkilometer nur 2 Personen, in China aber 41, in Indien 74, in Japan nicht weniger als 169. Die höchsten Zahlen sind in Europa festzustellen, Belgien ist das dichtbevölkertste Land der Erde. Hier kommen 270 Bewohner auf 1 Quadratkilo­meter, dann folgt Holland mit 233, Großbritannien mit 185, Deutschland mit 137, Frankreich mit 76. Rußland mit 22, Finnland und Norwegen mit je 9.

Eisenhütte bis Sank.

„Der Mensch, in seinem Gemäuer gefangen, besinnt sich lange nicht oft genug darauf, daß er lebt, Leben ist und es mit dem Lebendigen zu tun hat, solange er lebt!" Raabe.

Vor ein paar Wochen war in einer angesehenen literarischen Zeitschrift, bei Gelegenheit der Bespre­chung des jüngsten Bandes eines großen Lexikons, zu lesen: „wie spurlos die Katastrophen der vaterländi­schen Geschichte und Volkswirtschaft an den stillen Kon­toren und den lebhaften Betrieben dieses vornehmen Ver­lagshauses vorübergehen . . ." Der Rezensent wollte das als Lob verstanden wissen — merkwürdige Ver­wirrung der Geister! Ein Lexikon, Sammelbuch des Wissens und der gesamten Wesenszüge seiner Zeit, ge­rade dann zu bewundern, wenn es „vornehm" Distanz von eben dieser Gegenwart hält; wenn es „Wissen" speichert für den „wissenhamsternen" Stubenhocker; wenn es nicht in jedem Stichwort an den denkt, der mitten im Leben ist und für die Bewährung im Leben seiner Zeit Rat und Hilfe beim Lexikon sucht!

Es ist eben der vierte Band*) des „Großen Herder" erschienen. Wir leiten, um den Abstand gerade von „zeitfernen" Lexika als Wichtigstes heraus­zuheben, feine Beschreibung mit der Feststellung ein: Zeitgeschehen, Katastrophen deutscher Geschichte und Volkswirtschaft gehen an ihm — an den schon fer­tigen vier Textbänden und dem Atlas nicht spurlos vor­über; der volle Akkord aus allen Einzeltönen in un­serer Gegenwart klingt dem- verständigen Leser ent­gegen; das lebendurchzuckte, von starker Bewegung zer­furchte, vieldeutige Antlitz der Zeit blickt den ernstlich Lesenden aus diesem „Nachschlagewerk für Wissen und Leben" an.

Auf 1632 Spalten bringt er unzählbar viele Stichwörter und Schwarzbilder, zwischen sie eingestreut 45 Rahmenartikel, 26 schwarze und bunte Tafeln. Wir erwähnen 'besonders die umfänglich. Rahmenaufsätze über religiöse und ethische Fragen der Lebenshaltung: Eltern, Erlebnis, Erlösung, Erwachsenenbildung, Erziehung, Familie (ein optimistischer Aufriß von Wert, Sinn und Herkunft der deutschen Familie), Feste, Frau (eine mo-- derne, wunderbar geschlossene Wesenserfassung der

' *) Der Große Herder. Nachschlagewerk für Wissen und Leben. 12 Bände und 1 Welt- und Wirtschafts- atlas. Lex.-8°. Freiburg im Breisgau, Herder. 4 Band: Eisenhütte bis Gant. Mit 45 Rahmenartikeln (6 Seiten, 1632 Spalten Text u. 110 Spalten Beilagen: IL mehrfarbige Stadt- bezw. Planbeilagen, 9 mehrfar­bige Kunstdrucktafeln, 7 Schwarzdrucktafeln und 4 ein­farbige Tiefdrucktafeln; zusammen 2024 Bilder.) 1932. In Halbleder 34.50 Ptark; in Halbiern nrf Ko"^ I schnitt 38 Mark.

Frau), Freidenker (Gottlosenbewegung), Freizeit- Freude, Friedensbewegung, Führertum, Fürsorge Alle diese Artikel — zum großen Teil fehlen sie in an­dern Lexika gänzlich — erweisen schon durch Name und Umfang, daß in diesem „Großen Herder" der „sechste Sinn" der Gegenwart, das soziale Gewissen, stark ist und sich auswirkt.

Wie hervorragende Menschen, insbesondere Zeitge­nossen in ihrer Bedeutung für die Gegenwart erkannt und geschildert werden, das zeigen Kurzcharakteristiken wie etwa die des Philosophen Max Ettlinger, des Kap­lans Fahsel, des Ethikers, Pädagogen und Deutsch­landshassers F. W Förster, dann Sigmund Freuds, Leo Frobenius, Wilhelm Furtwänglers, Gandhis, von Englands Bürgerdichter Galsworthy ....

Man hat von den taufenden Stichwörtern nur ein paar zitiert, aber dieses Wenige muß auch von dem neuen vierten Band erweisen, daß er zusammen mit dem Güsamtwerk für das Leben, für den lebendigen, in diese Gegenwart gestellten Menschen da und geschaf­fen ist!

Nsues MWonsgedieè

für die deutsche Provinz der Weißen VAer.

Bisher arbeiteten die deutschen Missionare aus der Gesellschaft der Weißen Väter zusammen mit ihren ausländischen Mitbrüdern in den 12 Mis- sionsgebieten, die der Gesellschaft im ehemaligen Deutsch-Ost-Afrika und den angrenzenden Län­dern anvertraut sind. Am 12. Juli dieses Jahres trennte die Propaganda das Gebiet Tukuyu im Süden unserer früheren Kolonie als eigenes Mis­sionsgebiet für die deutsche Provinz der Weißen Väter vom Vikariat Tanganj ka ab. Das neue Gebiet ist ungefähr 700 Kilometer lang und 250 Kilometer breit. Es erstreckt sich am Nordufer des Nyassasees bis zur Mittellamdbahn westlich vom Kilimatinde, ja an einer Stelle reicht es noch 50 Kilometer über diese Bahnlinie hinaus. Stellen­weise, besonders in der Gegend von Tukuyu (dem deutschen Neulangenburg) ist es ziemlich dicht be­völkert.

Bis jetzt bestehen nur im südlichen Teile des Gebietes katholische Missionsniederlassungen, die insgesamt 4 865 Christen zählen. Sie verteilen sich auf 3 Haupt- und 40 Nebenposten. Die südlichste Mission Makete betreut ein Aussätzigenlager mi' über 700 Kranken. Acht Priester, vier Brüder und vier Schwestern sind bereits in der Mission tätig Ihnen gehen 45 einheimische Lehrer zur Seite; 13 Knaben bereiten sich in der Lateinschule des Vi­kariates Tanganjika und 2 im Priesterseminar zu Kipalapala bei Tabora auf den Priesterberuf vor. Eine Karawane von 10 deutschen Missionaren, die in diesem Herbst abreiste, soll die nötige Personal­verstärkung bringen für dieses, wie auch für ein zweites Gebiet, das in nächster Zeit der deutschen Provinz der Weißen Väter zugewiesen werden soll. In beiden sind eine Reihe von Neugründungen dringend notwendig.

Zum Obern des neuen Missionsgebietes wurde von der Propaganda Pater Max Donders ernannt. P. Donders stammt aus Bocholt in Westfalen, wurde im Jahre 1900 zum Priester geweiht und war 10 Jahre lang als Lehrer und später als Pro­kurator im Missionshaus der Weißen Väter zu Trier tätig. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet er nun ununterbrochen im früheren Deutsch-Ost- Afrika. Lange Jahre war er Regens des Semi­nars für einheimische Priester in Ruanda, aus dem bis heute 26 schwarze Geistliche hervorgegan­gen sind und das beim Weggang des Paters mit seinen 50 Alumnen in schönster Blüte steht und reiche Frucht verspricht. P. Donders gilt als tüch­tiger Kenner der eingeborenen Sprachen und des Negervolkstums, als erfolgreicher Missionar und tatkräftiger Organisator.

Das neue Gebiet verspricht ein fruchtbares Erntefeld für die katholische Mission zu werden. Doch fehlt es auch nicht an großen Schwierigkeiten. Vor allem ist die Vielsprachigkeit der Stämme, die im ganzen 7 verschiedene Sprachen reden, ein gro­ßes Hemmnis für die Missionierung. Auch die wei­ten Entfernungen der einzelnen Dörfer vonein­ander und von den Hauptverkehrsstraßen erschwe­ren das Missionswerk. Die größte Schwierigkeit l egt aber in der äußersten Armut der Mission. „Ich soll", so schreibt der neue Missionsobere, „ein neues Missionsgeblet organisieren, das Bestehende erhalten und neue Misfionsposien gründen und - ^»Wicklung bringe. “(sw? meine Kassen sind L-.. ..... „ K.. Vr* Hs nur das; auf den schon

s bestehenden Stationen ruht eine druckende Schul- I denlast, die natürlich mitübernommen werden muß. Darum sende ich meine flehentlichen Hilferufe an meine deutschen Landsleute und hege das feste Vertrauen, daß sie trotz der eigenen Armut und großen Notlage mich beim Ausbau dieses schönen und aussichtsreichen Missionsgebietes nicht im Stich lassen werden."

Das Missionshaus der Weißen Väter zu Groß-Krotzenburg bei Hanau (Postscheckkonto 403 50 Frankfurt (Main) ist gerne bereit, etwaig« Gaben an Herrn Pater Donders zu übermitteln.

VerMkßÄrlss

Lin neues Lehrfach in Rußland. Seit dem 1. De­zember 1932 ist an allen russischen Schulen ein neues Pflichtlehrfach eingeführt worden. Alle Schüler, sogar die Kinder der Bewahrschulen, erhalten eine Gasmaske zur gemeinsamen Uebung. Jede Woche muß ein gan­zer Vormittag zur Verfügung gestellt werden, um den Kindern den Gebrauch einer Gasmaske zu zeigen für einen eventuellen Gasangriff im kommenden Kriege.

Besucht die hl. Messe!

Der Winter ist wieder ins Land gezogen. Die Arbeit, die dich im Sommer von früh morgens bis spät abends in Anspruch genommen hat, ist jetzt nicht mehr so dringend. Und da meine ich, könntest du auch am Werktag wieder die hl. Messe besuchen. Ihr Leute in der Stadt braucht nur ein halbes Stündchen früher aufzustehen, dann reicht es auch noch zu einer hl. Messe. O wie tief blen­det doch die Verständnislosigkeit und die Gleich­gültigkeit, mit welcher viele Katholiken der hl. Messe gegenüberstehen! Ja, es ist war, was ein Schriftsteller unserer Tage sagt: „Das hochheilige Opfer unserer Altäre ist ein Denkmal flammend- heißer Gottesliebe, aber auch ein Denkmal her­zenskalten Menschenundanks". Wieviele Kranke, die wochenlang, sogar Monate hindurch aufs Schmerzenslager hingestreckt liegen, gingen gern wieder zur hl. Messe, wenn sie nur könnten! Das neue Kirchenjahr hat begonnen. Es soll ein Jahr der Gnade sein. Gnaden holst du dir so leicht beim hl. Meßopfer. Die halbe Stunde, die du dem Schlafe abringen mußt, bringt dir doppelten und dreifachen Nutzen. Richtet es wenigstens so ein, daß doch einer aus eurer Familie teilnimmt am großen Gnadenopfer! — Der gelehrte Jurist Joh. Sch'osser, der 1814 mit seiner Frau vom Pro­testantismus zur katholischen Kirche übergetreten war, sagte einmal: „Niemanden kann ich die un­endliche Fülle von Trost begreiflich machen, die ich täglich aus der hl. Messe, dieser unblutigen Feier des Todes Jesu Christi, im gläubigen Her­zen fd)öpfe. Alle irdischen Gedanken ziehen sich zurück, meine sittlichen Kräfte leben auf wie matte Blumen im Morgentau, Christi Blut fühle ich ge­heimnisvoll und gnadenreich durch meine Seele rieseln. Nicht bloß alle Menschen, sondern alle Blätter an den Bäumen, alle Strahlen des Son­nenlichtes, alles, was atmet, grünt und leuchtet, muß ich auf rufen, dem gütigsten Gott zu danken^ welcher mich durch seinen Kreuzestod aus eige­ner Urkraft in die Freiheit der Kirche Gottes ge­führt hat. Durch das hl. Meßopfer erhalte ich aus der Hand der Kirche die Gewißheit des lebendi­gen Gottes, der unter uns wohnt." — Lassen wir uns diesen frommen Gelehrten zum Vorbild dienen!

Sâssz __ M»t«^«'»L>->t^Wl^»!M«»»i

Aus der Schule. Lehrer: „Wer kann mir sagen, was addieren ist?" Schüler: „A Dirn ist ne bayerische Vieh­magd."

Die kleine Portion. Ein Gast hat sich eine Portion Holländer Käse bestellt. Dieselbe ist aber sehr klein aus­gefallen. „He, Kellner," ruft er, „das hier ist wohl der Abfall der Niederlande?"

Die Versöhnung. „Na, Frau Schulze, haben Sie sich schon wieder mit Ihren Nachbarsleuten versöhnt?" „Ja­wohl, sogar verschwiegersöhnt."

Der Iazztanz. „Fräulein, tanzen Sie Jazz?" Ost­preußin: „I, nei, jazt noch nich, aber schpäter."

Aus einem Schulaufsah. „Die Hauptsache beim Men­schen ist das Rückgrat. Auf dem einen Ende desselben sitzt der Kopf und auf dem anderen er selbst."