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Ausgabe B.

Mr. 51

Sonntag, 18. Dezember 1932

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint leben Sonntag and kostet monatlich 'Ausgabe A 40 ZL-Pfennig B 45 &> Pfennig Ouftedqebütn epra) RedakNnnsschluh Montag. Anzeigen-PreNe Lotonelzetl, iw An»elgenle« 0.15 Noldmart. Eolonel-eil» tm Reklametetl 0.60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt Auskunft und Ofl.-Oeb. 0.10 Noldmark. Vorm epra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Belitz der Fuldaer Acttendruckeret le Fulda len

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Wochenkalender.

Sonntag, 18. Dez. 4. Adventssonntag.

Montag, 19. Dez. Bom Tage.

Dienstag, 20. Dez. Vigil des hl. Apostels Thomas.

Mittwoch, 21. Dez. Thomas, Apostel.

Donnerstag, 22. Dez. Vom Tage.

Freitag, 23. Dez. Vom Tage.

Samstag, 24. Dez. Vigil von Weihnachten. (Vigil- f a st t a g.)

Heute, 18. Dezember, Quartalskollekte für das Priesterseminar.

Vierter Sonntag im Advent.

Epistel. 1. Korinther 4, 15.

Evangelium. Lukas 3, 16. Ais die Zeit erfüllt war.

Im fünfzehnten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Landpfleger von Iuèäa war, Herodes Diersürst von Galiläa, fein Bruder Philip­pus Vierfürst von Ituräa und der Landschaft Trachoni- tis, Lysanias Vierfürst von Abilene: als Annas und Kaiphas Hohepriester waren; da erging das Wort des Herrn an Iohannes, den Sohn des Zacharias, in der W ite. Er durchzog die ganze Gegend am Jordan und predigte die Bußtaufe zur Vergebung der Sünden, wie getrieben steht im Buche der Reden des Propheten Jsaias:Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben feine Pfade! Jedes Tal soll ausgefüllt, jeder Berg und Hügel abgetragen wer­den! Was krumm ist, soll gerade, was uneben ist, soll ebener Weg werden! Und alles Fleisch wird schauen das Heil Gottes."

Ein kostbares Vermächtnis.

apst Benedikt XV., der feine Kinder in einem vierjährigen mörderischen Krieg sich zerfleischen und verbluten sah, zu dessen Ohren das Geschrei der Ver­wundeten. das Röcheln der Sterben­den, das Jammern der Witwen und

Waisen wie das Branden des Meeres emporschlug, vor dessen Augen das unendliche Elend und Weh des Krieges wie ein Riesenberg sich aufreckte, hat wie kaum ein anderer das Gut des Friedens schät­zen gelernt. Wenige Tage vor seinem Tod stieg aus seiner Seele das herrliche Gebet:O mein ©Ott, ich opfere dir mein Leben auf für den Frieden der Völker."

Hub mit Recht hat der Papst für den Frieden gearbeitet, gelitten, geschroben, geredet, gebetet unb geopfert. Ist doch der Friede das besondere Vermächtnis unseres Herrn und Heilandes. We­nige Tage vor seinem Tod sprach er zu den Apo­steln und durch sie auch zu uns:

Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frie­den gebe ich euch."

Würde an Weihnachten der Friede in deinem

Herzen fehlen, so wäre es schlimmer, als wenn im $eime der Christbaum und in der Kirche die Krippe fehlte. So wollen wir über jeneskost­bare Vermächtnis Christi" in der letzten Advents­woche einen Augenblick nachdenken.

Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frie­den gebe ich euch.". Was versteht wohl der Heiland unter dern Frieden? Denn Einklang des Menschen mit seinem Herrgott und mit seinen Mitmenschen. Der Friede mit Gott ist eine Frucht des Glaubens, indem wir seine Offenbarung und Lehre demütig aus dem Munde der Kirche entgegennehmen, in­dem wir überzeugt sind von der obersten Enischei- dung aller Dinge durch die Hand der göttlichen Allmacht, überzeugt sind von einer Vorsehung, die wie ein Faden sich durch unser ganzes Leben hin­durchzieht, die alles zu unserm Besten leitet und ordnet und durch einen göttlichen Kunstgriff so­gar die Leiden umwandelt in Gewinn und Freu­den.

Wir haben Frieden mit Gott, wenn wir dem Joch seiner Gebote uns unterwerfen. Denn wer hatjemals sich gegen Gott aufgelehnt und dennoch Frieden in seiner Seele gehabt?" Und wiederum sagt die Schrift:Die Gottlosen haben keinen Frie­den. Da wir aber infolge der menschlichen Schwäche und Leidenschaft, infolge so vieler Versuchungen und Aergernisse bisweilen im großen oder kleinen gegen Gottes heiligen Willen freveln, so müssen wir durch Reue und Buße uns immer wieder mit Gott versöhnen. Siehe, Gottes barmherzige Arme sind immer ausgestreckt, den reuigen Sünder auf­zunehmen und ans Herz zu drücken. . Solltest du daher mit dem Empfang des Bußsakramentes noch im Rückstand sein, so bitte ich dich, über die Weih­nachten das versäumte nachzuholen. Und eines möchte ich dir noch dringend ans Herz legen: die hl. Kommunion in der Christnacht. Da wirst du ja den Friedensfürsten selber zu Gaste laden, und ein Friede, der alle Begriffe übersteigt, wird dein Herz beglücken.

Den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frie­den gebe ich euch. Nicht bloß mit Gott, unserm Schöpfer, sondern and) mit den Menschen, unsern Mitgeschöpfen und Mitp'lqern, sollen wir im Frie­den leben. Dam ist der Preis vieler Opfer nicht hoch genug. Diesen Gedanken bat der hl. Kirchen­lehrer Chryfostomus mit folgenden Worten ausge­führt:Unaufhörlich sollen wir damit beschäftigt sein, den Frieden zu gewinnen. Wenn wir den Frieden in uns selbst haben, so wird auch Gott mit uns sein. Wenn wir aber im eigenen Innern Auf ruhr erregen, so wirdder Go t des Friedens nicht mit uns fein". Denn die Seele hat keinen gefähr­lichern Feind als das Laster. Und auf der andern Seite ist nichts imstande, ihr gefahrlose Sicherheit zu verschaffen, eigner Friede und die Tugend. Wir müssen also zuerst das unirige tun, dann werden

wir Gott auf unserer Seite haben. Gott ist nicht ein Goit des Krieges und des Kampfes. So be­endigt denn jeden Krieg und Kampf sowohl gegen ihn als gegen den Nächsten. Seid friedfertig gegen alle. Bedenket, wem Gott die Seligkeit verheißt: Selig sind die Friedfertigen", spA ht der Herr, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden." Solche ahmen beständig dem Sohne Gottes nach. So ahme denn auch bu ihm nach: sei friedfertig. Je mehr dein Bruder dich anfeindet, desto größer ist dein Verdienst, wenn du dick nicht aus der Fas­sung bringen lässest. Höre nämlich den Ausspruch des Propheten:Mit jenen, die den Frieden has­sen, war ich friedlich." Das ist Tugend. Das ist über jeden menschlichen Begriff erhaben. Das bringt uns Gott nahe. An nichts hat Gott so gro­ßes Wohlgefallen als an der Versöhnlichkeit. Dies erwirkt dir Sündenvergebung. Dies hebt deins Ver­suchungen auf. Wenn wir aber unter einander in Streit und Hader leben, so entfernen wir uns da­durch weit von Gott. Denn aus dem Streit entsteht Feindschaft, aus der Feindschaft aber Rachsucht. Rotte die Wurzel aus, so kann auch die Frucht nicht wachsen. Auf diese Weise werden wir d'e irdischen Dinge verachten lernen. Denn unmöglich, unmöglich ist Streit und Hader in den geistlichen Dingen. Jeder Streit entspringt entweder aus Habsucht oder Neid oder Hochmut. Wenn mir da­her friedlich sind, so werden wir auch alles Irdische verachten lernen. Hat dir jemand dein Geld ge­raubt? Du kannst sagen: er hat mir keinen Scha­den zugefügt, wenn er mir nur nicht den himm­lischen Schatz entreißt. Hat er deinen Ruhm be­einträchtigt? Nur den nichtigen Ruhm, aber nicht den Ruhm vor Gott. Hat er dir die Ehre geraubt? Sich selbst, nicht dir hat er sie geraubt!"

Auch zum Völker- und Weltfrieden können mir ein Scherflein beitragen, indem wir alle kriegerische und gehässige Haltung gegen irgend ein Volk zu­rückdämmen. Jeder von uns, so sprach ein Prälat bei der 12. Völkerbundstagung in Genf, jeder von uns, einerlei welchen Watz ihm die Vorsehung ge­geben hat, möge sein Leben der Förderung des Friedens unter den Völkern und unter den Ein­zelmenschen opfern.

Der Talpfarrer.

Gratias agamus Domino De® nostro!

Gedanken zur Priesterweihe vom 17. Dezember 1932.

Laßt uns danken dem Herrgott, unserm Gott. Priesterweihe in unserem sieben Fuldaer Dom. Zehn Neupriester sind dem Heer der Streiter Chri­sti, dem Heer der Gottliebenden beigetreten. Mann­hafte Kämpfer, die mit ehernem Gesicht ihrer Weihe entgegengingen, Kämpfer, die für ein Reich der