Einzelbild herunterladen
 

Beilage WmSt.EU[abeUiMaH

Nr. 50 Sonntag, 1L Dezember 1932

Aus der Diözese fulta

Priesterweihe. Am Quatembersamstag, der diesmal auf das Fest des hl. Sturmius fällt, wird der Hochw. Herr Bischof um 8 Uhr vormittags im hohen Dome an 10 Diakone des Fuldaer Priester­seminars die hl. Priesterweihe spenden. Es sind 1. Robert Arnold aus Bad Salzschlirf; 2. Pius Burkard aus Roßbach (Kr. Hünfeld); 3. Wilhelm Dominka aus Dingelstädt; 4. Franz Christoph Gesang aus Bad Pyrmont; 5. Pius Most aus Neuwirtshaus (Kr. Hünfeld), 6. Pau! O b e i/t h ü r aus Heiligenstadt; 7. Eduard Paul aus EmÄorf; 8. Eduard Pfeifer aus Höchst (^r. Gelnhausen); 9. Franz Schopp aus Bad Orb; 10. Moritz Weinrich aus Steinbach (Eichsfeld). Alle gehören der Diözese Fulda an.

Vom Diözesanklerus. Das Kirchl. Amtsblatt berichtet folgende Veränderungen die zum größe­ren Teil unseren Lesern schon bekannt sind: Der Hochwürdigste Herr Bischof hat am 2. .November den Propst Robert Buch in Heiligenstadt zum Bischöflichen Kommissari us ernannt. Dem Assessor Adolf Knoch in Heiligenstadt wurde der Titel eines Geistlichen^Rates ad honores verliehen. Vikar Albert Schäfer in Küllstedt wurde vom 8. November d- Js. ab beurlaubt. An­weisung erhielten a) mit Wirkung vom 8. Novem­ber d. Js. Kooperator Wilhelm Wewer in Mar- kinfeld als Kaplan in Küllstedt; b) mit Wir­kung vom 1. Dezember d. Js. Pfarrvikar Peter Hardegen in Brehme als Vikar an der Prop­steikirche ad BMV und Sekretär des Bischöflichen Kommissariates in H e i l i g e n st a d t, und Vikar Norbert Goldmann in Ershausen als Pfarrvi­kar in Brehme. Der Hochwürdigste Herr Bi­schof hat die Pfarrei Worbis nach erfolgter staatlicher Präsentation dem Pfarrer Ignaz Vocke in Hüpstedt vom 2. Dezember d. Js. ab kanonisch übertragen. Die Pfarrei Hüpstedt ist zur Neubesetzung ausgeschrieben.

Fulda. H e r z- I e s u - H e i m. Als Nach­folger des kürzlich verstorbenen Bruder Franziskus wurde zum Vorsteher der hiesigen Nie­derlassung der Barmherzigen Brüder Br. Will L a i s ernannt. Er war bereits von 1923 bis 1929 hier als Vorsteher tätig, wurde sodann in den Generalrat gewählt und zum Vorsteher des Mut­terhauses in Montabaur ernannt. Jetzt kehrt er nach Fulda zurück, wo er noch in bestem Anden­ken steht.

Franziskus - Taverius-Verein. Im Anschluß an das Fest des heiligen Franziskus-Taverius (3 Dezember) wurde in der Diözese Fulda am Sonn­tag. 4. Dezember, der Weltmissionssonntaq im Sinne des Hl. Vaters gefeiert. Der Diözeson- ausschuß des Franziskus-Taveriusvereins für die Diözese Fulda hielt aus diesem Anlaß unter bem Horsitz hes Diözesandirektors Herrn Prof. Dr. Heller eine Sitzung ab zur Entgegennahme und Besprechung der Berichte über den Stand des Werkes der Glaubensverbreitung. Leider mußte festgestellt werden, daß ein beträchtlicher Rückgang der Miisionsgaben zu verzeichnen ist. Angesichts der großen Not, die auf unserem Volke lastet ist das nicht verwunderlich. Und doch darf unser Eifer nicht erlahmen. Trotz der schwersten Anfor­derungen, die in dieser Zeit an die katholische Karitas gestellt werden, muß unser Glaube stark genug und unsere Liebe weit genug sein, um auch das Apostolat der Heidenmission zu umfassen. Das HeilandswortGehet hin in alle Welt" gilt für alle Katholiken ohne Ausnahme, und damit hat jeder Christ eine Missionspflicht. Deshalb ruft der große Förderer des Glaubenswerkes Pius XI. von hoher Warte die Gläubigen auf, zu begreifen, mit welchem Eifer, mit helch ununterbrochenem Gebete zu Gott, mit welcher Freigebigkeit sie zu einem so heiligen und fruchtbringenden Werke mit­wirken müssen". Wohlan denn, treten wir alle ein in die Schar der Gottesstreiter, um mitzuhelfen an

der Erfüllung der Adventsermartungen der Hei­denwelt.

Der Vonifaliusbote wird in der ganzen Welt gelesen und ist vielen in alle fünf Erdteile Zerstreu­ten der heißersehnte Bote aus der Heimat. Kürz­lich brachten wir die Zuschrift eines Lesers aus China. Heute erhielten wir einen Brief aus Wind­hoek in Südwestafrika. Darin heißt es:Für die bis­herige frdl. Zusendung des Bonifatiusboten mei­nen besten und herzlichsten Dank! Ich möchte ihn nicht entbehren, wohin ich auch ziehen mag. Habe jetzt meine Versetzung erhalten nach.... und bitte Sie, mir den so vertrauten B.B. nach dort zu schik- ken . . . ." Katholische Eltern, sorgt, daß der Bo- nifatiusbote von euren Kindern, die in die Ferne ziehen, bestellt und gelesen wird! Das Blatt ist ein festes Band, das die Ausgewanderten an die Heimat und an den katholischen Glauben bindet.

Nachforschungen über die Erben eines Christoph Schaeffer. Das Kirchl. Amtsblatt für die Diöze-e Fulda meldet: Zur Regelung einer Erbschaftssachs werden die Erben eines Christoph Schaeffer gesucht: er ist ge­boren am 5. August 1808 und gestorben am 15 Novem­ber 1885; er war verheiratet mit Henriette Charlotte, geb. Kretschmar, die am 30. November 1819 geboren wurde und am "2. Juni 1898 gestorben ist. Die hochwür­digen Herren Seelsorger werden gebeten, geeignete Nachforschungen anzustellen und über einen etwaigen Erfolg uns baldmöglichst zu berichten.

Weist ihnen die Tür? Die sog.ernsten Bibelfor- cher" sind wieder einmal im Lande und anscheinend sehr rührig an der Arbeit. Aus Edelzell wird uns berich­tet, daß sie am letzten Sonntag dort eine äußerst inten­sive Werbetätigkeit entfalteten, bei der sie zwar wenig (Shicf hatten, sich aber desto aufdringlicher benahmen. Da zu erwarten ist, daß sie auch andere Dörfer besu­chen werden, ist anzuraten, die unwillkommenen Schriftenoerteiler in unzweideutiger Weise abzuwehren. Sie machen sich vorwiegend an leichtgläubige alte Leute heran, die sie mit schönen Redensarten zu fan­gen suchen. Da die einschlägigen katholischen Zeit­schriften wohl jedermann bekannt sein dürften, sollte man es von vornherein ablehnen, unbekannte Schriften zu erwerben.

Fulda. Eine sehr verdienstvolle Vortragsreibe ver­anstaltete kürzlich der hiesige sehr rührige Kath. Kaufm. Verein. Man behandelte das sehr wichtige Problem des Geburtenrückgangs in Westeuropa. Berufsschulleiter Dr. Frei nahm dazu Stellung vom Standpunkt der wirtschaftlichen Auswirkungen, Kreisarzt Medizinalrat Dr. Nobel vom Standpunkt des Naturwissenschaftlers und Arztes, Subregens Dr. Flügel vom Standvunkt des Theologen. Vor allein wurde festgestellt: Der tiefste Grund des Geburtenrückganges ist nicht die wirtschaftliche Notlage, sondern die materialistische, ganz im Diesseits wurzelnde Weltanschauung. Auch wenn die Zeiten u ie- der besser werden, wird der Geburtenrückgang anhalten, weil der reche.ihafte Geist des modernen Menschen die Opfer scheut, die eine größere Familienzahl bedingt. Heilmittel ist nur die geistige Erneuerung im Sinne eines sich Gott verantwortlich wissenden Christentums. Ueber den Geist der Rechenhaftigkeit muß der Geist der Unterwürfigkeit unter Gottes Gesetz siegen

Ellers (Krs. Fulda.) Am 19. und 20. November fand in Elters das Bezirksführerinnentreffen der Mi- rianischen Jungfrauenkongregationen des Bezirks Mar­gretenhaun statt. Die Präfektinnen der Vereine von Dipperz, Hofbieber, Friesenhausen, Dietershausen und Margretenhaun waren bei den Elterjer Jungfrauen zu Gast, um mit ihnen zu beraten über Ziel, Art und Mittel der Kongregation zur Erziehung eines gottge­bundenen Frauengeschlechtes, das mit klaren Augen in den Wirrnissen unserer Zeit steht. Die Tagung war umrahmt von Liedern des Ortsvereins. Die einschlä­gigen Vorträge lagen in der Hand der Präfektinnen und des Bezirkspräses. Ein heiteres Spiel bildete den fröh­lichen Abschluß. Die Frucht der Tagung liegt in der Zukunft.

Jossa (Kreis Fulda.) Ihr goldenes Ehejubiläum begingen am Mittwoch die Eheleute Gregor und The­resia Weß von hier. Der Jubilar steht im 75., die Jubilarin im 73. Lebensjahre. Beide sind noch rüstig und helfen in der Haus- und Landwirtschaft ihrer Toch­ter tüchtig mit. Frau Weß ist als eifrige Imkerin be­kannt. Regen Anteil nehmen sie am öffentlichen Ge­schehen und lesen fleißig die Fuldaer Zeitung und den Bonifatiusboten. Nach dem Dankgottesdienst in der Kirche, der durch mehrstimmige Lieder der Schüler eine besonders festliche Note bekam, versammelten sich das

Jubelpaar und seine nächsten Angehörigen zu einer zeit­entsprechenden schlichten weltlichen Feier. Herr Pfarrer Bilz übermittelte die Glückwünsche des Hochw. Herrn Bischofs. Herr Bürgermeister Quell, Schwiegersohn des Jubelpaares, überreichte die Gratulationsgabe des Herrn Landrats. Dem Ehepaar Weß fei ein gesunder, sorgenfreier Lebensabend beschieden!

Hünfeld. Am Sonntagabend sprach 'm Kathol. Gesellenhaus der Landesiekretär des Volksvereins für das katholische Deutschland, Dr. Ober ft aller« Frankfurt über das ThemaDie christliche Gesellschafts­ordnung im Sinne der Enzyklika Quadragesimo anno", Die Versammlung wurde eröffnet durch Konrektor Ackermann, den Vorsitzenden der Ortsgruppe des Bolksvereins. Herr Lehrer Krotz- Rudolphshan als Be­zirksleiter des Dekanats Hünfeld dankte im Namen der Versammlung dem Redner für feine aufschlußreichen Ausführungen und forderte zur Mitarbeit im Volts­verein auf. Nach einem Musikstück der Kapelle des Gesellenvereins sprach Geistl. Rat Rektor Sondergeld das Schlußwort.

Kranlucken. Am 1. und 2. Adventsonntag veran­staltete die hiesige Volksschule einen wohlgelungenen Elternabend. Nach einigen einleitenden Begrüßungs­und Einführungsworten des Herrn Lehrers Engelhardt entwickelte sich das sorgfältig ausgewöhlte Programm mit seinen 2 Teilen: 1.5 Kinderszenen", entnommen dem Lesebuch und eingerahmt durch entsprechende Lieder und 2.Feier unter dem Adventskranz", bestehend aus Adventsliedern, Kinderchören und Anzündung der Ker­zen. Ueber diesem letzten Teil lag eine tief religiöse Weihe. Die Kinder machten ihre Sache sehr gut. Der Ortspfarrer wies zum Schluß auf den schönen Sinn der Feiern unter dem Adventskranz hin, die, mit entsprechen­der Andacht und guten Entschließungen verbunden, eine praktische Vorbereitung auf das hl. Weihnachtsfest sei, und dankte herzlich der Schule für Veranstaltung im Na­men der zahlreich erschienenen Eltern.

Roßdorf (Kr. Marburg). Ein großer Trauerzug bewegte sich am vorigen Montag durch unser Dorf. Galt es doch, dem allseits beliebten, hier im Ruhestand le­benden Lehrer Anton Nau die letzte Ehre zu erweisen. Zwei geistliche Herren aus der Nachbarschaft, mehrere Lehrer, der Gesangverein Roßdorf und viele Einwohner des Dorfes gaben dem Heimgegangenen das letzte Ge­leite. Bei dem offenen Grabe fang der Verein den Chor:Ihr Trauernden, stillet die Tränen!" Der Ver­storbene hat ein Alter von nahezu 76 Jahren erreicht. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit in Dietges in der Rhön, wirkte er 20 Jahre lang als Lehrer in Gin- seldorf und 15 Jahre in Bauerbach bei Marburg. Nach seiner Pensionierung wählte er im Jahre 1922 sei- nen Heimatort Roßdorf als Wohnsitz. Möge ihm der ewige Vergelter alles Gute belohnen, was er getan hat zum Heile der ihm anvertrauten Jugend. Er ruhe in Frieden.

Allendorf (Kr. Marburg). Am ersten Adventssonntag fand hier im Saale des Schwesternhauses eine sehr sinnige Adventsfeier des Kindergartens statt. Zahlreich waren die Eltern der Kinder und die Freunde des Kin­dergartens der ergangenen Einladung gefolgt. Als Ziel des Abends bezeichnete unser Pfarrer Hahn in feiner Ansprache Liebe zur eigenen Kindheit, Liebe zum Kinde, Liebe zum hl. Christkind zu wecken bezw. zu vertiefen. Diesem Zwecke diente auch das finnige Adventsspiel, das in drei Aufzügen von kleinen Jungen und Mädchen sicher und gewandt gespielt wurde. Der Erheiterung dienten weitere Spiele und besonders das Kasperle­theater. Bürgermeister Martin regte nach herzlichen Dankesworten des Pfarrers eine Sammlung zugunsten des Schwesternhauses an, die offenbar guten Erfolg hatte. Mit einer kleinen Bescherung der Kinder des Kindergartens schloß die schöne Feier. Ain letzten Mittwoch hatten sich die politische Gemeindevertretung und der Kirchenvorstand unter Leitung von Oberiegie- rungsrat Marx-Kassel und von Domdechant Dr. Leim­bach-Fulda zu einer Sitzung im Saale des Schwestern­hauses zusammengefunden zur Trennung des Vermögens der Kirchen-Schulstelle. Infolge der völligen Einigkeit zwischen Gemeindevertretung und Kirchenvorstand konnte die Trennung in kurzer Sitzung durchgeführt werden. Der Küsterstelle wurde das Küsterschulgehöft unb die Ländereien zugesprochen. Für den im Jahre 1842 an das Küsterhaus angebauten Schulsaal zahlt die Kirchen­gemeinde eine kleine Entschädigung und gibt zudem der Schulstelle einen kleinen Garten, insgesamt 13 Ar, zu­sammen für Entschädigung und Abfindung. Als Tag der Trennung wurde der 1. Januar 1933 bestimmt (Hess. Kour.)

Beuren (Eichsfeld). Am vergangenen Sonntag wurde unser neuer Pfarrherr Schwethelrn bei strömendem Regen feierlich in fein Amt eingeführt. Die Gemeinde