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Beilage »«mSt.Elifabclhblatt

Ar. 49 Sonntag, 4. Dezember 1932

Stille Bannerträger.

Nach unserer Ueberzeugung" schreibt Pius

XI in seinem Rundschreiben vom 22. Juli 1922, haben die Zeitübel ihren Grund darin, daß so t* Wenige innere Einkehr halten". DieseWenigen", die dem Rufe des hl. Vaters folgend in die Stille der Exerzitien sich zur Einkehr zurückzogen, wa­ren im verflossenen Jahre bereits über 100 000 in Deutschland. Das sind die stillen Vorkämpfer ij für die Ueberbrückung der unheilvollen Klassen- und Massengegensätze; diejenigen, die der Wur­zellosigkeit der Losgerissenen und haltlos Gewor­denen wieder tiefste Wurzelpflege als Arznei der

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Zeit entgegenstellen. Die aus den Exerzitien Heimkehrenden seelisch gestärkt und innerlich I beglückt führen wie auf unterirdischen Bahnen Heilsgüter in den verarmten Volkskörper, zur Auferstehung, zur Wiedergeburt neuen Lebens. Je mehr solcher gesunder Zellen sich in der Gesell­

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schaft bilden, um so mehr findet der göttliche Heilswille Ansatzpunkte zum organischen, besse­ren Aufbau. Exerzitien bereiten den Sauerteig vor, der in der Volksmasse inneres Wachstum er­

zeugt.

Der nächste Exerzitienkurs findet im Marien­heim zu Bad Soden bei Salmünster vom Sonn­tag, den 4. Dezember abends bis Donnerstag, den 8. Dezember morgens statt. Er ist für Jungfrauen bestimmt. Damit er zustande kommt, ist es not­wendig, daß in den örtlichen Jungfrauenvereinen für die Teilnahme eifrig geworben wird. Mögen recht viele diese Gelegenheit zu stiller Linkehr be- t nutzen.

Geschlossene Stan-es-Lxerzitien

im Marienheim zu Bad Soden-Salmünster.

Für Jungfrauen: Sonntag, den 4. Dezember bis Donnerstag, den 8. Dezember 1932.

Für Tertiarinnen: Samstag, den 4. März bis Mittwoch, den 8. März 1933.

Für Haushälterinnen: Montag, den 13. März bis Freitag, den 17. März 1933.

Für Jungfrauen: Samstag, den 25. März, bis Mittwoch, den 29 März 1933.

Für Männer: Mittwoch, den 5. April, bis Sonntag, den 9. April 1933.

Für Jungmänner: Mittwoch, den 12. April, Mis Sonntag, den 16. April 1933.

Anmeldungen an die Schwester Oberin des Marienheims in Bad Soden bei Salmünster.

Um der DtSzefo pulds

vom Herz-Jesu-Heim. Nach kurzem, schwerem Leiden ist der Vorsteher des Herz-Jesu-Heims, V r. F r a n z i s k u s , in der Welt Wilhelm K e g e n h o f, verstorben. Der Verlebte stand im 54. Lebensjahre und war zu Mainz geboren. Schon in jugendlichem Alter trat er in die Ge­nossenschaft her barmh. Brüder zu Montabaur ein und legte am 1. Januar 1904 die hl. Ge­lübde ab. Sodann war er in mehreren Filialen in der Krankenpflege tätig, von 1912 bis 1929 fast ununterbrochen in Oberhausen (Rhld.) im Johannes-Arbeiter-Heim, von 1923 bis 1929 als dessen Vorsteher. Sodann wurde ihm das Amt eines Vorstehers der hiesigen Niederlassung über­tragen, das er mit großem Pflichtgefühl, mit un­gemein großer Liebe für alle ihm Anvertrauten ausübte. Nach wenigen Krankheitstagen ist er un­erwartet, doch nicht unvorbereitet, im 31. Jahre seines Ordenslebens in die Ewigkeit abgerufen worden. Am Freitag morgen sah die Kapelle des Herz-Jesu-Heims viele Freunde des ver­storbenen Bruders Franziskus und des Hauses vereinigt zum Trauergottesdienste. Besonders stark war vertreten die Kongregation der Barm­herzigen Schwestern. Von Montabaur war der

Generalobere der Genossenschaft der Barmherzi­gen Brüder erschienen, auch mehrere Genera'- assistenten und der frühere hiesige Vorsteher Bru­der Willigis, zurzeit Vorsteher in Montabaur, wa­ren zugegen. Das feierliche levitierte Requiem zelebrierte der Hausgeistliche P. Hippolytus vom Kloster Frauenberg, während die lateinischen Trauergesänge von dem Chor der Barmherzigen Brüder und Insassen des Hauses ausgeführt wur­den. Für die Seelenruhe des leider früh und rasch verstorbenen Bruder Vorstehers opferten alle Ge­nossenschaftsmitglieder und viele Gläubigen die hl. Kommunion auf. Nach einer Gebetsstunde vor der in der Kapelle im Palmenschmuck aufge­bahrten Leiche zog am Nachmittag unter den weh­mütigen Klängen des Anstaltsgläckleins ein lan­ger Leichenzug hinauf zum dompfarrlichen Fried­hof. Es nahmen daran teil, der Hochwürdigste Herr Büchof Dr Joseph Damian, die Herren General- vikar Günther, Domdechant Dr. Leimbach, weitere Mitglieder des Domkapitels und Professoren des Priesterseminars, Franziskaner vom Frauen­berg, Benediktiner, Oblaten, die Barmherziger. Brüder von der hiesigen und mehreren auswärti­gen Niederlassungen, Oberbürgermeister Dr. Dan- zebrink als Vertreter der Stadt Fulda, Landrat Freiherr v. Gagern als Vertreter des Landkreises Fulda, Direktor Dr. Gunkel im Auftrage des Lan­deshauptmanns in Kassel und des Landsskranken- hauses Fulda. Als Vertreter der Stadt Wiesba­den war Landesoberinspektor Müller und als Vertreter der Stadt Kassel Stadtoberinspektor Müller gekommen. Der Verstorbene wurde als er­ster Vorsteher des Hsrz-Jesu-Heims in der Reihe von 8 seiner Mitbrüder auf der eigenen Ruhe- stäite der Barmherzigen Brüder beigesetzt. Die Beerdigung nahm Herr Dompfarrer Schüler un­ter Assistenz zweier Domkaplüne vor. Nun ruht Bruder Franziskus ans von einem arbeitsreichen Leben. Möge Gott ihm ein reicher Vergelter sein!

Fulda. Der Elisabethverein hielt am Sonn­tag in der Harmonie seine 50. Generalversammlung ab. Er wurde, wie der Kommissar Geistlicher Rat Rübsam in seiner Begrüßungsansprache hervorhob, im Jahre 1882 unter Bischof Kopp ins Leben gerufen. Heute zählt Fulda drei Konferenzen des Vereins. Die drei Vor­steherinnen erstatteten den Arbeitsbericht. Dann hielt Domkapitular Wohlgemuth den Festvortrag über den tiefsten Sinn und die Bedeutung der Karitasarbeit. Die Versammlung wurde vom Hochwürdigsten Herrn Bischof mit einer Schlußansprache und der Erteilung des bischöf­lichen Segens ausgezeichnet. Die stimmungsvolle Fest­versammlung wurde durch weihevolle Vortrüge des Kirchenchors der Heil. Geistpfarrei verschönt.

Fulda. Der Volksverein für das katholische Deutsch­land hielt am Sonntag abend im Stadtsaal eine Ver­sammlung unter dem Vorsitz des Ortsgruppenleiters Dr. Austermann ab. Es sprach der Leiter der soziologi­schen Abteilung an der Volksvereinszentrale, Herr Dr. Rommen, über die Friedensordnung der christl. Ge­sellschaft im Lichte der EnzyklikaQuadragesimo anno".

hainzell. Nun hat auch Hainzell seinen gefallenen Helden ein würdiges Denkmal gesetzt. Am vorigen Sonn­tag wurde es durch Pater Generosus Marquart vom Kloster Frauenberg feierlich eingesegnet. Seine Weihe­rede gipfelte in einer eindrucksvollen Mahnung zu Frie­den und Einigkeit, um in treuer Zusammenarbeit unser Volk und Vaterland aus der Not zu retten. Das Denk­mal fand einen würdigen Platz auf den schön gelegenen Gottesacker.

Arzell (Kreis Fulda). Arzell ist eines jener gesegneten Dörfer, in denen die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit besonders groß sind, wo aber in der Ein­wohnerschaft jener gesunde, aufbauende Geist herrscht, der zur Ueberwindung der Krise notwendig ist: Volks­gemeinschaft. Dieser Geist ließ im Vorjahre hier das stattliche Gotteshaus emporwachsen, ohne riesige Geld­summen, nur aus der Kraft des Gemeinschaftsgefühls. Arbeitsamt und Gemeindeverwaltung haben der schaf­fensfrohen Jugend eine neue Aufgabe gestellt, die Mon­tag morgen begonnen hat. Im Freiwilligen Arbeitsdienst wird das Flußbett der Eitra, das bei Hochwasser für eine Reihe anliegender Anwesen oft eine große Gefahr be­deutet, umgelegt. Es wird ein Werk geschaffen, das für die Allgemeinheit hohe Bedeutung hat. Der geistigen Betreuung der Arbeitswilligen haben sich die Herren Ka­

plan Kellner und Lehrer Schotes aus Eiterfeld gewidmet. Das ganze Werk soll in etwa 2200 Tagewerken fertig- gestellt werden. Unsere Jungmänner werden daraus ohne Zweifelt seelisch und geistige Gewinne ziehen. Die­jenigen, von denen die Arbeit vorbereitet wurde, dürfen stolz darauf sein, daß das Werk begonnen werden konnte.

Flieden. Zu Gunsten der Kriegsgräberfürsorge wurde hier eine würdige Gedenkfeier für die Gefallenen cbge- halten. Sängervereinigung, Jungmänner-, Gesellen- und Turnverein hatten sich in den Dienst der Kriegerehrung gestellt. Die Gedächtnisrede hielt Herr Kaplan Sauer.

Gersfeld. Der hiesige kleine katholische Jungmänner- verein beging am 20. November seinen Sturmtag. Es war damit die feierliche Weihe des neuen Banners ver­bunden. ' Die jungen Leute hatten mit vorbildlichem Eifer die Vorbereitungen und Dekorationsarbeiten des Gotteshauses ausgeführt. Am Sonntagfrüh trafen die Jungmännervereine aus Abtsroda, Bischofsheim, Eichen­zell, Lütter, Poppenhausen, Schmalnau und Thalau mit ihren Bannern zur Teilnahme an der Feier ein. Bei Glockengeläute, unter Norantritt einer Musikkapelle zogen um 9 Uhr die Vereine bei Sonnenschein vom Ludwigstift zur Kirche. Nach festlichem Gottesdienst mit der Ban­nerweihe, wobei die geistlichen Herren: Ortspfarrer Ramb, Diözesanpräses Dr. Wahl-Fulda, Kuratus Arend-Thalau und Kaplan Kühler Poppenhausen fun­gierten, fand auf dem geschmückten Kirchplatz eine öffent­liche Kundgebung statt. Den Bannerspruch tat Ernst Metzler, Willi Romeis trug ein Gedicht vor. Bezirks­leiter Joseph Vey wies in feiner packenden Ansprache auf die hohe Bedeutung der Jungmännervereine für den Schutz von Religion und Vaterland hin. Im Anschluß hieran richtete Diözesanleiter Gesang-Fulda beherzigens­werte Worte an die jungen Streiter für Christus und Vaterland, in deren Reihen bereits 400 000 Mann stehen. Ein Sprechchor:Christus-Jugend" und frische Lieder mit Musikbegleitung umrahmten die Kundgebung. Im Nachmittagsgottesdienst fanden Neuaufnahmen von Mit- gliedern statt.

Aus dem Geifaer Amt. Für den am 4. De­zember zu wählenden Kreisrat des Land­kreises Eisenach, der 13 Mitglieder zäh't, wurden 11 Listen eingereicht, und zwar: Land­bund, Zentrum, Sozialdemokraten, Kommu­nisten, Deutschnationale, Komm. Opposition, Na­tionalsozialisten, Deutschnationale, Kommunisti­sche Opposition, Nationalsozialisten, außerdem Bllrgerl. Arbeitgeberverband, Bürger!. Vereini­gung und Bürgerliste Rommel. Die bürgerliche Zersplitterung konnte wirklich nicht größer sein. Ob die bisherige bürgerliche Mehrheit wieder er­reicht wird, dürfte bei dieser Uneinigkeit zweifel­haft sein. Auf jeden Fall hoffen wir, daß die ka­tholischen Wähler und Wählerinnen des Geisaer Amtes und der angrenzenden Diasporagebiets restlos zur Wahlurne gehen und geschlossen die Zentrumsliste wählen. Für Wahrheit, Freiheit und Recht!

Zella. 2 0 0 Jahre sind in diesem Jahre verflossen seit Erbauung der Pfarr­kirche in Zella. Der Propst von Dalberg hat sie in siebzehnjähriger Arbeit erstehen lassen. 1732 wurde sie eingeweiht. Zum Gedenken dieses Er­eignisses hatte sich die Pfarrgemeinde Zella am Sonntag, den 27. November, um ihren Pfarrer versammelt, um nach vorausgegangener kirchlicher Vorbereitung durch die Missionserneuerung auch öffentlich das Jubiläum zu feiern. Herr Pfarrer Reinhard führte in einem längeren, mit gro­ßer Sorgfalt aus den alten Akten zusammengetra­genen Vortrag seine Zuhörer zurück in die Ver­gangenheit. Die uralte Geschichte Zellas, die Ent­stehung der jetzigen Kirche, die schwierigen wirt­schaftlichen Verhältnisse der Zeit vor 200 Jahren schilderte er mit strenger Sachlichkeit. Der Ge­sangverein hatte sich unter seinem Leiter, Herrn Lehrer T h u r i n g, in den Dienst der gu­ten Sache gestellt und trug einige Lieder in wirk­lich hervorragender Weise vor, die reichen Beifall ernteten. Herr Pfarrer Hannappel -Dermbach, der die Glückwünsche der Schwestergemeinde über­brachte, betonte, daß in der ganzen Vergangen­heit, so oft auch von den Beziehungen der beiden Gemeinden in den Akten die Rede ist, nie eine Trübung der Eintracht gemeldet wird, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die guten Beziehungen