Einzelbild herunterladen
 

Seife 8 / Sumner 43»

schreiben alle Gouverneure au verschärfter Anwen­dung des verüchtigten § 130 der 1917er Verfassung auf, sec alle Verfolqungs- und Entrechtungsbestim­mungen gegen die Kirche umfaßt. — Der Senat verwarf einen Beschluß des Abgeordnetenhauses, alle Katholiken oder Personen, die mit ihnen sym- patisieren, von öffentlichen Aemtern auszuschließen. — D'e Regierung ordnete die Schließung der Mn.t- ter-Gütles-Kirche zu Tia Juana an, die erst vor einigen Wochen unter schwersten persönlichen Op­fern der Katholiken fertigqestellt worden war; die Kirche soll zu einem Postamt umqswandelt werden. Die Schwester des Staatspräsidenten Rodriguez, die aus eigenen Mitteln zu dem Kirchenbau beige- träges hatte, richtete ein empörtes Protesttele­gramm an ihren Bruder. — Der Gouverneur von Jalisco beantragte die Ausweisung des Weih­bischofs von Guadalajara, M-sgr. Garrbi Vieira. — Der Priester P. Angulo, der eine geheime Voltsmission abhielt, wurde hingerichtet.

Spanien und Mexiko.

Freundschaft der Kirchenfeinde.

Eine Reihe spanischer Extremisten, u. a. auch einige Radikale, haben der spanischen Presse fol­gende Mitteilung übergeben:

„Zwischen der mexikanischen und der spani­schen Republik bestehen Bande der Freundschaft und schwesterlichen Liebe, die sich seit dem ruhm­vollen Datum des 14. April noch wesentlich ver­stärkt haben. Die Politik, die Mexiko augenblick­lich verfolgt, um den religiösen Absolutismus zu vernichten, wird in unserem Lande, wo die Tä­tigkeit der Orden auf allen Gebieten des bürger­lichen Lebens unsäglichen Schaden angerichtet hat, mit großer Sympathie verfolgt. Eine Anzahl spanischer Republikaner, Mitglieder verschiedener politischer Parteien, Lehrer, Schriftsteller und Stu­denten, haben beschlossen, der mexikanischen Regie­rung ' in der Person ihres Vertreters in Madrid zu huldigen. Diese Huldigung wird in einem Ban­kett bestehen, das dem mexikanischen Gesandten gegeben werden soll." — Das Schreiben ist u. a. unterzeichnet von Ortega y Gasset, dem „Philo­sophen der Republik", und dem radikalen ehemali­gen Minister Barrios. Ein Kommentar hierzu erübrigt sich.

Ritfat MhM» NaÄt«tü»tvm

Rom. Der zu Beginn dieses Jahres in die Kirche auf- genommene frühere anglikanische Pastor Orchard, jetzt im römischen Beda-Kolleg, um sich auf das heilige Priester­tum vorzubereiten, schildert im „Universe" das Leben unter den 48 Nationen und den den verschiedensten Ras­sen angehörigen Alumnen des Kollegs der „Propaganda" (Glaubensverbreitung). Der in jeder Hinsicht hervor­ragendste Student, der erste in allen Prüfungen, nimmt

von Iohannes Mumbauer, deren erster Band (13 Mk.) bereits erschienen ist und deren zweiter 1933 da sein wird. Wert und Brauchbarkeit dieser jüngsten großen Literaturübersicht liegen erstens in der erstaunlichen Belesenheit des Verfassers im Verein mit seinem Blick für das Wesenhafte, Dauernde, Fruchttragende; zwei­tens in der Deutlichkeit und Festigkeit des Urteilens, was seine Ursache mich in der hier gegebenen weltanschau­lichen Grundlage hat.

Katholischer Almanach 1933, herausgegeben von Dr. Wilhelm Spael in Verbindung mit Geistlichen, Laien und Verbänden des katholischen Deutschland. 256 Seiten mit 100 Abbildungen, Preis RM. 1.—. Katholischer Tat- Verlag, Köln. Katholisches Leben vollzieht sich in zwei Sphären, einmal in der umfassenden religiösen Gemein­schaft, die alle Völker und Landschaften, alle Stände und Schichten eint, sodann in den verschiedenartigen kulturel­len, sozialen und gesellschaftlichen Organisationen und Institutionen katholischer Prägung. Aber steht nicht der einzelne, der in Glauben und Gottesdienst sich mit seinen katholischen Brüdern und Schwestern geeint weiß, der Vielfalt katholischen Lebens oft unkundig, verständnislos und verwirrt gegenüber? Wissen wir nicht alle viel zu wenig von den Bemühungen katholischer Menschen auf den Gebieten, die uns persönlich etwas ferner liegen? Hier setzt der katholische Almanach 1933 ein, den der Ka­tholische Tat-Verlag (Köln) soeben zum ersten Mal herausbringt, und der nun alljährlich erscheinen soll. Er

im Speisesaal den ersten Platz an der Tafel ein; es ist zur Zeit ein kohlschwarzer Negerjüngling aus Jamaica.

Frankfurt a. 211. Das Priesterseminar St. Geor­gen in Frankfurt zählt in diesem Semester 211 Stu-, dierende; davon gehören 108 zur Diözese Limburg.

Hildesheim. Im Alter von 79 Jahren starb hier Domkapitular Prälat Rudolf Bank, der von 1893 bis 1919 in Duderstadt als Pfarrer wirkte und bischöflicher Kommissarius des Untereichsfeldes war. Im Jahre 1919 wurde er — nachdem er 1903 zum Prälat ernannt wor­den war — als Domherr nach Hildesheim berufen.

Bad Godesberg am Rhein. Das Ostern 1933 be­ginnende neue Studienjahr wird der „Gemeinschaft von den hl. Engeln" voraussichtlich in größerem Maße als bisher Aufnahmen in Noviziat und Seminar ermög­lichen. Es werden ausgenommen: Studenten und Abi­turienten nach kurzem Postulate in das Noviziat; Schü­ler aller Klassen und begabte Volksschüler in das Se­minar, das auf die staatliche Reifeprüfung vorbereitet. Vorbedingung für alle Bewerber ist der Beruf nicht allein zum Priester-, sondern auch zum Ordensstande und die feste Absicht, sich zeitlebens diesem Werke anzu­schließen. Viele suchen ein Lebensziel; hier ist eins! In dieser Zeit allgemeiner Ratlosigkeit über die Berufs­wahl sollten sich doch sicherlich einige hochgesinnte Jüng­linge für das hehre Ziel der auslandsdeutschen Seelsorge, die der Kirche wie dem Volke in gleicher Weise dienen will, begeistern lassen. Gern werden je­dem Bewerber aufklärende Schriften und die Aufnahme­bedingungen kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch Minderbemittelten wird nach Möglichkeit der Weg zum Priester- und Ordensstande geebnet.

Paris. Die ständige Leitung der internationalen Eucharistischen Kongresse ist in Paris unter dem Vorsitz von Msgr. Heylen, Bischof von Namur, zusammenge­treten. Bekanntlich ist Buenos Aires für den näch­sten Kongreß im Jahre 1934 bestimmt. Die Wahl für 1936 fiel auf Manila auf den Philippinen.

Neapel. Zum Abschluß der großartigen in Neapel zu Ehren des hl. Albert des Großen veranstalteten Feierlichkeiten hielt Kardinalstaatssekretär Pacelli eine

Pfarrer August Baumann wurde zum Weihbischof der Diözese Pa-

will, wie sein Herausgeber Dr. Wilhelm Spael sagt, „ein Zeitspiegel und Führer durch den geistigen und kul­turellen Lebensraum des Katholizismus in der Gegen­wart" fein und dienen der „Erfassung und Zusammen­schließung weitester Schichten zu einer in und aus dem Glauben wachsenden und tätig wirkenden Gemeinschaft."

Als Schaubilder für ein Wunderkästchen sind, heraus­gegeben von Dr. Leo Weismantel, Marktbreit, 4 kleine Heftchen erschienen, entworfen von Andreas Meier, Hei­delberg, (Preis je Rm. 1.—, Verlag Otto Meier, Ra­vensburg) mit den Motiven: 1. Mariä Verkündigung, 2. Christi Geburt, 3. Die hl. drei Könige, 4. Flucht nach Aegypten. Der Inhalt besteht aus je vier Kulissen­bildern, die ausgeschnitten werden, und einem Hinter­grundblatt, alles sehr feine Farbdrucke auf Karton, die in einem Pappkästchen, das man sich nach der beigegebenen Anleitung selber herstellen kann, ausgestellt werden, ge­wissermaßen als ein zierlicher kleiner Schrein, dessen Bildwirkung durch die Raumtiefe außerordentlich pla­stisch und geschlossen sich darbietet. In dem Kästchen las­sen sich die verschiedenen Bildserien dann auswechseln, wie das einst in alten Zeiten nach den Festen des Jahres gepflogen wurde, ko daß die Kästchen die Bedeutung von Bildkalendern hatten. Für Jung und Alt bilden die neuen kleinen Ausgaben zugleich eine reizvolle Be­schäftigung.

Professor Dr. Hans Halm. Sowjetrußland von heule. Bericht eines Augenzeugen. Preis nur 65 Pfennig. Ver­lag Buchholz und Weißwang GmbH., Charlottenburg II,

Festpredigt über den Doctor universalis, die kn khrem wesentlichen Text vom „Avvenire d'Jtalia" Nr. 254 ab. gedruckt wurde. Der nächste Mitarbeiter Pius' XL sprach mit der ihm eigenen zündenden und zugleich tief, gründigen Kanzelberedsamkeit, wobei er einleitend in wunderbaren Worten auf die religiöse Geschichte Ne­apels, insbesondere auf das Zeitalter des Schülers des hl. Albert, Thomas von Aquin, einging, der in Ne« apel den letzten Teil feiner berühmten Summa theo« logica verfaßte.

— Wien. Erzbischof Dr. Innitzer hat sich nach Salzburg begeben, wo die Konferenz der österreichischen Bischöfe stattfindet. Von Salzburg wird der Wiener Erzbischof nach Rom reifen, wo er von Papst Pius XL in Audienz empfangen werden wird. Danach wird er an den Feierlichketten zu Ehren des silbernen Bi« schossjubiläums des Kardinals Andreas Fruhwirth in Rom teilnehmen.

Rumänien. Die Eparchie Orazi in Rumänien besitzt die Anfänge eines orientalischen Zweiges des Franzis« kanerordens. Im September konnten schon die ersten Tertiären in Stanislav aufgenommen werden. Sie ge­hören der orientalischen Gottesdienstform an.

Spanien. In Barcelona hielt in einer antiklerikalen Versamlung ein kommunistischer Redner eine donnernde Anklagerede gegen die Ordensleute und verlangte ihre Unterdrückung. Nachdem er seine Rede beendet hatte, fragte er, ob jemand das Wort wünsche. Ein ärmlich gekleideter Mann erhob sich; die Leute reckten die Hälse,- um den zu sehen, der den Mut zu einer Gegenrede hatte. Er sagte wenige Worte, aber laut genug, um von jeder­mann verstanden zu werden: „Wir hatten zu Hause Diphterie. Die Schwester pflegte meine Frau und meine Tochter. Meine Frau kam durch; meine Tochter kam durch; die Schwester — starb." Donnernder Beifall.

Indien. Aus Indien kommt die Kunde, daß der Ja« kobitenpriester G. Patipura, ein Neffe des Erzbischof» Max Ivanios, in die katholische Kirche ausgenommen wurde. Man erwartet mit Sicherheit, daß seine ganze Pfarrei ihm folgen wird.

Mexiko. Die Verhaftung alter Geistlichen, die an einem Artikel in der kacholischen Zeitung Hoja Domi« moat mitgearbeitet haben, soll der Bürgermeister der Stadt Monterey (im mexikanischen Bundesstaat Nuevo Leon) angeordnet haben. Nach Ansicht der Behörden soll dieser Artikel, der vor kurzem veröffentlicht wurde, einen Angriff auf die mexikanische Bundesregierung und auf die Regierung des Bundesstaates Nuevo Leon dar« stellenl Die Priester sind heute in Mexiko Freiwild wie in Ruhland.

Peking. Die Apostolische Delegatur in Peking ist vom Heiligen Stuhl mit einem Radio-Empfangsapparat aus- gestattet worden, um die drahtlosen Mitteilungen des Va­tikansenders entgegennehmen zu können. Er wurde in der Nacht des 31. August eröffnet und die erste Meldung, die der apostolische Delegat abhörte, war die von dem Tod des Kardinals van Rossum, des Präfekten der Kon­gregation der Glaubensverbreitung.

Schanghai. Am 1. Oktober lief der deutsche Dampfer „Koblenz" den Hafen von Schanghai an. Das Schiff führte 72 Missionare beiderlei Geschlechts an Bord, bie für China und Japan bestimmt sind. Am Tage zuvor brachte der Dampfer „Athos" ebenfalls eine Anzahl Missionare zur Verstärkung der Ostasienmissionen der Kirche nach Schanghai.

Berliner Straße 40. Kein deutscher Gelehrter hat so lange Jahre Rußland bereist und die Sowjets kennen gelernt, aber auch keiner so tief und bündig erfaßt. Mit derselben Spannung, mit der hunderttausende in über­füllten Sälen den Worten des Verfassers lauschten — dessen Schicksale in Rußland und Sibirien selbst wie ein Roman klingen, folgt man den Ausführungen des Ver­fassers. Halm entschleiert das Doppelantlitz des Sowjet- menschen von heute. Jeder Deutsche hat die Pflicht, sich über die wirklichen Zustände in Sowjetrußland aus be­rufenem Munde aufklären zu lassen.

Macht euch den Rosenkranz lieb und fruchtbar! Apo­stolats-Volksschriften Nr. 13, von Otto Chohausz S. I. Preis 0.25 RM., ab 50 Stück 0.22 RM. Saarbrücker Druckerei und Verlag A.-G. 1932. Um der Eintönigkeit und Oberflächlichkeit beim Abbeten entgegenzuwirken, führt der Verfasser auch in die Tiefen der Rosenkranzge­heimnisse ein und lehrt das Gebet fruchtbar und anregend gestalten. Jeder, der seine, im privaten und öffentlichen Rosenkranzgebet ausgeprägten Anleitung befolgt, wird den Rosenkranz in neuem Lichte schauen und zu hoher Gebetsweise geführt.

Sprachenpflege. Le Traducteur, französisch-deutsches Sprachlehr- und Unterhaltungsblatt. Wer sich ein blß- chen Französisch retten oder dasselbe weiter ausgestalten will, der greife nach dieser textlich und auch technisch vor­züglich ausgestatteten Zeitschrift. Probeheft kostenlos durch den Verlag des Traducteur, in La Chaux-de-xconds (Schweiz).