zeitig der entsprechende Staatsvertrag mit 8er To. Kirche zur Abstimmung.
Für Vaden dürfte nsch Ausscheider der So- zialdemokrn'i" ein Kabinett von M- irrn des Zentrums unb der Deutschen Volks; ^i in Frage I kommen.
Ein echler Bauet «fügtet.
Iohannes Blum 75 Jahre alt.
Der Senior der Reichstagsfraktion der Deutschen Zentrumspartei, Johannes Blum, einer der bekanntesten und beliebtesten rheinischen Abgeordneten, hat am 23. November sein 75. Lebensjahr vollendet. Seine großen Verdienste und seine un
eigennützige Arbeit haben ihm ein Maß des Vertrauens und der Verehrung erworben, das selten ist in einer Zeit wie der heutigen. Mit allen Fa- ffern seines Seins ist er ein Sohn der niederrheinischen Erde, fest verwurzelt im Boden und aufgeschlossenen Sinnes, durchglüht von einer tiefen
religiösen Haltung und zugewandt den Sorgen keines Berufsstandes und des öffentlichen Lebens. Früh schon bekleidete er das Ehrenamt eines Stadtverordneten feiner Vaterstadt Krefeld, in deren Weichbild sein väterliches Gut liegt. Das geschah
'H 1897. Rund fünfzehn Jahre später wurde er als
Nachfolger des Abgeordneten Bönninger in den
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Preußischen Landtag gewählt als Vertreter des Wahlkreises Kempen-Geldern. 1919 entsandte ihn das Vertrauen der niederrheinischen Bevölkerung
in die Nationalversammlung, und seit 1920 in den
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Reichstag. Lange Jahre war er dort als kluger und besonnener Sachwalter landwirtschaftlicher Interessen stellvertretender Vorsitzender des Volkswirtschaftlichen Ausschusses. Es war die Rheinische Dauern,Zeitung, die zu seinem 70. Geburtstag schrieb: „Wir alle kennen Blum, und wir alle, welcher Partei wir auch immer angehören, wissen, daß das, was für die Landwirtschaft in den schweren Kämpfen der leiten Jahre erreicht wurde (gemeint war die Zollvorlage von 1925), nicht zuletzt auf die Initiative und bas sachliche Wissen dieses Mannes zurückzuführen ist." Und es war Prälat Kaas, der gelegentlich in Krefeld sagte, daß man Abgeordnete von dem Profil und dem Charakter von Johannes Blum mit der Laterne des Diogenes suchen müsse. Möge es darum dem jugendfrischen Fünfundsiebzigjährigen, dem keiner diese hohe Zahl der Jahre anmerkt, vergönnt sein, ebenso wie der unvergeßliche Herold, auch die Schwelle des achten Jahrzehnts zu überschreiten, dem Berufsstand, dem katholischen Volk und der Partei ein Führer und allen in Wort und in Tat als temperamentvoller und volkstümlich packender Redner und unermüdlicher Arbeiter ein hehres Vorbild.
(Köln. Dolksztg.)
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Kleine poM. Hathriihten
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Wieder Skandal in Braunschweig. Unterschla- gungen nationalsozialistischer Studenten. Zwischen dem Senat der Technischen Hochschule
in Braunschweig und dem Dolksblldungsminkster Klagges ist schon wieder ein neuer Streit entbrannt. Der Senat hat die Ortsgruppe Braunschweig des nationalsozialistischen Studentenbundes aufgelöst, weil sie auch Nichtstudenten als Mitglieder führte und wiederholt Anordnungen des Rektors nicht befolgte. Die Studenten wandten sich sofort an ihren Parteifreund Klagges. Klagges hat angeordnet, daß die Verfügungen des Senats aufzuheben sei und Disziplinarverfahren gegen nationalsozialistische Studenten nicht durchgeführt werden dürften. — Die nationalsozialistischen Studenten, die den Allgemeinen Studentenausschuß beherrschen, haben sich jetzt aber gefallen lassen müssen, daß die Kriminalpolizei eine Haussuchung im Studentenheim vornahm und Kassenbücher beschlagnahmte. Die antinationalsozialistischen Studenten, die das Studentenheim verwalten, haben große Unterschlagungen begangen. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Mehrere Kassenbücher sind überhaupt verschwunden.
Hiller und der Schützengraben. Eine eidliche Bekundung. In einem Beleidigungsprozeß des Augsburger sozialdemokratischen Blattes gegen das dortige nationalsozialistische Organ wurde von einem Regimentskameraden Hitlers unter Eid ausgesagt, daß Hitler nur 14 Tage im Schützengraben war und im übrigen die ganze Zeit des Krieges weit hinter der Front beim Regimentsstabe zubrachte. Bekanntlich hat Hitler in seinem Buche „Mein Kampf" geschrieben, daß er sich auch in dieser rückwärtigen Stellung nicht wohl fühlte, da ihm die Gefahr noch zu groß schien und daß er keine innere Freude an der militärischen Betätigung hatte, daß er vielmehr glaubte, dem Vaterland mehr dienen zu können, wenn er in der Heimat als Propagandachef tätig sein könnte.
Immer abwärts. Die bedeutsamen Stimmverluste der Nationalsozialisten bei der letzten Reichstagswahl haben seitdem ihre Fortsetzung in zahlreichen Gemeindewahlen gefunden, zuerst in Sachsen, jetzt am letzten Sonntag auch im bremischen Landgebiet. Die Nationalsozialisten erhielten diesmal 894 Stimmen, am 6. November waren es 1191, am 31. Juli 1843 Stimmen. Also Stimmverlust von 50 Prozent. Aehnlich war der Rückgang bei den Gemeindewahlen in Soldin (Neumark) und in Gesthacht bei Hamburg.
Acht Jahre Zuchthaus wegen Totschlags an einem Parteigenossen. Das Schwurgericht in Aachen verurteilte den SA-Mann Martin aus Eschweiler wegen Totschlags zu acht Jahren Zuchthaus. Martin hatte in der Nacht zum 28. Juli feinen Parteigenossen, den SA-Führer Raskin aus Eilendorf mit einem Gummiknüppel schwer verletzt und ihn dann mit dessen eigenem Revolver erschossen. Drei SA-Leute wurden wegen Raushandels und Waffenvergehens 31« fünf bis neun Monaten Gefängnis verurteilt. Martin führt zu seiner Verteidigung an, er habe seinen Parteigenossen für einen Kommunisten gehalten. — Man sieht, wie edel die Nazis mit ihren Mitmenschen umzugehen wissen.
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Belgien.
Die Neuwahlen in Belgien ergaben, daß die seitherige Koalition zwischen den Katholiken uni) Liberalen auch weiterhin die Mehrheit hat. Die Katholische Partei gewann einige Sitze, die Liberalen haben einige verloren. Die neue Kammer
Nummer 49 / Seite 7.
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wird sich aus 79 Katholiken, 73 Sozialdemokraten, 24 Libellen, 6 Frontisten und 3 Kommunisten 3ufammert^«n. Die Katholiken haben drei, die Sozialisten drei und die Kommunisten zwei Sitze gewonnen. Die Liberalen haben vier, die Frontisten zwei und die „Wilden" zwei Sitze verloren.
Sowjet-Rußland.
Die russische Korrespondentin des „Daily Expreß", Miß Clymann, ist vor einigen Wochen wegen ihrer Artikel gegen das Sowjet-Regime aus Rußland ausgewiesen worden. Sie veröffentlicht jetzt im „Daily Expreß" einen offenen Brief an Jogoda, den Vizekommissar der GPU., der zugleich Mitglied des Präsidiums der bolschewistischen Partei ist. Diesem Brief entnehmen wir folgendes:
„Können Sie leugnen, Jogoada, daß Sie augenblicklich 200 000 Gefangene haben, zum größten Teile Ingenieure, Rechtsanwälte, Priester und andere Personen aus der früheren Intelligenz, die jetzt am Kanal zum Weißen Meere in Karelien Zwangsarbeit verrichten müssen? — Können Sie leugnen, daß Sie 35 000 Kulakkenfamilien im Winter 1929 aus der südlichen Ukraine in die Po- largegenden verbannt haben? Sie erhielten dort weder genügend Nahrung noch Kleidung, so daß 1000 von ihnen am Typhus starben. Können Sie leugnen, daß alle Städte in Nordrußland, wie Hibinagorsk, Kondolatska, Neuastroy und Murmansk durch Zwangsarbeiter gebaut wurden? Können Sie leugnen, daß seinerzeit Müttern von der GPU. ihre Brotkarten geraubt wurden, daß Kinder in acht Monaten keine Milch mehr getrunken haben und daß Arbeiter in den großen russischen Industriezentren nur von Kartoffeln und braunem Brot leben müssen? Sie verhaften alte Frauen, um ihnen den letzten Diamanten oder ein goldenes Armband zu entreißen, weil die Sowjet- regierung Geld benötigt. — Können Sie leugnen, daß jeder Ausländer in Rußland beobachtet wird, daß unsere Briefe gelesen und unsere Telepbon- gespräche belauscht werden? Können Sie enolich leugnen, daß Sie während des Terrors in- den Jahren 1930-31 soviel Blut vergossen haben, daß Ihre eigenen Freunde darüber erbittert waren?"
Amerika.
Die Vereinigten Staaten haben das Gesuch Englands, Frankreichs und Belgiens auf Stundung der für den 15. Dezember fälligen Schulden- rllckzahlung abgelehnt. Don England wird ein neuer Versuch zu einer Verständigung in der Schuldenfrage gemacht.
Mexiko.
Mexiko bietet jede Woche neuen Stoff zur Erörterung. Die Führer der Katholischen Aktion stellten öffentlich fest, daß niemand von den Personen, die an den Gewaltakten zu Guadalajara beteiligt waren, ihrer Organisation angehöre. — Der Staatssekretär des Innern forderte mittels Rund-
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Es geschieht diesmal nur, weil Jon Svensson ein neues Nonni-Buch schrieb: Die Feuerinsel im Rord- meer (etwa 4,50 Mk.), die Geschichte einer langen Reise zum isländischen Althing; Svenssons unmittell>ar-natür- liche Erzählungskunst, wieder an der Zauberwelt Islands erprobt. Die „Fahrtenbücher", die wir im letzten Jahr durch Wolf Hagenreuter vermehrt fanden, haben neuen Zuwachs bekommen: Schmuggler in Masuren (2,70 Mk.) von Eberhard Strauß ist die Geschichte einer großen Fahrt von Pfadpfindern, die durch eine höchst schlaue und aufregende Jagd nach Schmugglern sehr spannen- wird. Ein wirklich bedeutendes Jun- gensbuch ist Die Meislerfahrl (4,60 Mk.) von Matthießen, das erzählt, wie „Rolf, der Hundertäugige", seine Abenteuer durch das Hegen und Urbarmachen eines großen deutschen Waldes krönt. Schließen wir das Kapitel des eigentlichen Jugendschrifttums durch den Hinweis auf den Kalender katholischer Jugend 1933 (1,40 Mk.), der diesmal anders als in den früheren Jahren nicht so sehr die Jugend kolbst als ihre Führer zu Wort kommen läßt.
Bücher, die zugleich an die Jugend und ihre Erzieher sich wenden: Lange hat man sich schon ein Sprechchorbuch katholischer Jugend gewünscht. — Wilhelm Peuker bringt ein solches Werk mit dem Titel Jugend spricht im Chor (kart. 2,60 Mk.) heraus; es ist vortrefflich gelungen. Die heute sehr notwendige Klärung und Festsetzung des inneren Verhältnisses heutiger Jugend zu Christus gibt Tihamer Toth in Christus und die
Jugend (3 Mk.). Dem Knaben, der mit den Schwierigkeiten der Uebergangsjahre kämpft, zeigt das Buch ein Christusideal — männlich, energisch, aufrecht. Als Gottessohn und Mensch zugleich wird Christi Bild der Jugend von Martin Manuwald in den Christuskreisen (4 Mk.) so gezeigt, daß sie wirklich seelisch davon beeinflußt, ja zur Liebe bewegt wird. Ganz der Gegenwart, ihren sozialen Problemen, soweit sie schon die Jugend bedrücken, zugewandt sind die Bücher Jugend an der Maschine (4,40 Mk.) von Hans Hümmeler und Leben und Gegenwart (kart. 1.20 Mk.) von Peter Dehen. Das erste wendet sich an die Jungproletarier und zeigt ihnen vom Religiösen her einen Weg zum Selbstfinden, Persönlichkeitswerden, zum Gemeinschaftsethos, das sie suchen. Das zweite spricht die Handwerkerjugend an; Dehen, selbst aus dieser Jugend hervorgegangen, gibt die Gesamtheit seiner Einsichten und zeigt im Ethischen, Moralischen und Religiösen, was er selbst als objektive Wahrheit lebendig erfahren hat. Zwischen der Jugendliteratur und den „Erwachsenenbüchern" steht L. F. Clauß mit seinem Sieben Jahre unter Beduinen (4.60 Mk.). Die Jugend wird als an einem starken Erlebnisbuch große Freude daran haben, der Erwachsene wird alles darin finden, was ein exotisches Werk, ein EnGeckerbuch geben soll.
Die eigentlichen Weihnachtsbücher pflegen die meisten aus dem weiten Gebiet der Belletristik zu wählen. Ludwig Mathar schrieb einen sehr interessanten Roman Das Schneiderlein im Hohen Denn (6 Mk.) Die
spannend erzählte Handlung beginnt in Sinzig am Win, wandert das Ahrtal hinauf, verweilt im fröhlichen Malmedy und spannt sich dann aus über den weiten Wüsteneien des Hohen Venn. Erich Müller- Ahremberg berichtet in epischer Form von der Entstehung des Oberammergauer Passionsspieles: Der schwarze Gast von Ammergau (4.80 Mk.) Nach Chroniken ist da sehr lebendig vom Schwedeneinfall in Ammergau, von der Pest während des Dreißigjährigen Krieges, von Kampf, Flucht, Liebe und Tod in dem kleinen Dorf erzählt. Die Abenteuer des Peter Farde (4.60 Mk.) von Peter Dörfler sind kein neues Buch. Wir erinnern aber trauern daran, weil es sich bei dieser Leidensgeschichte eines Deutschen um eins der Bücher handelt, die mit geringem Abstand zu den großen Entwicklungsromanen gehören. Als ein Dichter von ho-! her Stimmungskraft erweist sich Johannes Kirsch- w e n g in dem Novellenband Aufgehellte Rächt (4.20 Mk.). In sechs Erzählungen erleben Menschen vielen Art die Erweckung aus sündiger Verstrickung zur in« neren Freihell. In eine leider sehr große soziale Schicht des deutschen Volkes führt Stephan Berghoff mit dem Buch Don Stromern und Vagabunden (2.80 Mk.), das in vielen Selbstberichten von Landstreichern das wurzellose und erbärmliche, aber oft au > ungebunden-heitere Leben der Dippelbrüder zeigt. W r einen Liebhaber des schönen Schrifttums mit mehr als tinem Einzelbuch beschenken will, der erwerbe, rate i vir nachdrücklich, Deutsche Dichtung der neuesten Zeit