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Prälat Kaas, mit den Parteien zu verhandeln, um die Frage einer Meh^'heitsb-'.dung zu klären. Aus den Vorschlag des Ze^rvumsführers, die Parteien möchten sich auf ein Notprogramm einigen und eine Notlösung für diesen Notwinter gemeinsam herbeiführen, gingen außer dem Zentrum die Bayerische Volkspartei und die Deutsche Volkspar­tei bereitwillig ein. Schroff ablehnend antwortete Hugenberg, der Führer der Deutschnationalen. Er will keine Lösung mit dem Volke, sondern er will, daß das System Papen gegen die Mehrheil des Volkes und gegen den Reichstag weitergeführi werde. Es zeigte sich von neuem, daß diese kleine Partei von etwa 50 Mandaten in dem seitherigen Präsidialkabinett ihre Geschäfte gut geführt sieht, und daß sie sich mit ihm identifiziert.

Auch Hitlers Antwort an Kaas war ablehnend, wenn auch nicht so schroff und grundsätzlich wie die Antwort Hugenbergs: Hitler ist verärgert, daß Hindenburg ihm nicht die Macht in die Hand gibt und kündigt jedem kommenden Kabinett, an des­sen Spitze er nicht selbst als Kanzler steht, schärf­sten Kampf an.

Ebenso wird die Sozialdemokratie je­dem kommenden Rechtskabinett in scharfer Oppo­sition entgegentreten. An den Verhandlungen um eine Mehrheitsbildung, die stets die Einbeziehung der Nationalsozialisten erforderte, haben die So­zialdemokraten sich nicht beteiligt, sind auch nicht zur Teilnahme eingeladen worden.

Die Situation ist dadurch so schwierig, daß die bethen radikalen Flügelparteien, Kommunisten und Nationalsozialisten, zusammen die Mehrheit bilden. Gegen beide ist deshalb eine parlamentarische Mehrheit nicht möglich. Aus diesem Grunde und nur aus diesem Grunde hat das Zentrum alles getan, um die Nationalsozialisten in eine kommende Regierung einzubeziehen. Dieser Ver­such ist gescheitert, da Hitler auf seiner Kanzler­schaft hartnäckig bestand und Hindenburg sich aus triftigen Gründen weigerte, Hitler zum Kanzler zu ernennen.

Aber selbst wenn sich diese beiden Männer ge­einigt hätten, wäre eine Mehrheitsbildung auch dann noch letzlich gescheitert an dem sturen Ver­halten Hugenbergs, der sich gegen jede parlamen­tarische Lösung erklärte, weil dann die Deutsch- nationalen nur eine untergeordnete Rolle spielen würden. In einem Präsidialkabinett hoffen sie aber wie seither allein die Herrschaft auszuüben.

In all den mannigfaltigen Situationen, die die letzten Tage brachten, zeigte sich immer wieder, daß Hugenberg das Anglück Deutschlands ist. Man ver­steht es, wenn dieser Nurparteipolitiker kürzlich

fürKörperund Risse nur DIAISNPUDER

Bücher unterm Christbaum.

! I.

Warum gerade Bücher zu Weihnachten? Weil man mit Büchern schöner und dauernder als mit irgend etwas anderem dem Beschenkten zeigen kann:Ich kenne deine Art, ich weiß, was dir lieb ist, ich verstehe, daß du bei der Weihnachtsgabe nicht zuerst nach dem Geldeswert fragst, sondern als Mensch, als Persönlich­keit beschenkt werden willst!"

Weil aber schr viele nur deswegen sich nicht zu einer Duchgabe entschließen, weil sie auf die FrageWas?" keine genaue Antwort haben, wollen wir hier eine kleine Reihe Weihnachtsbücher aufzählen und kurz be­schreiben, aus denen fast jeder das ihm Notwendige finden wird. Wir haben für diese Uebersicht das Schaf­fen eines einzigen Verlags uns vorgenommen:

Herder in Freiburg (Breisgau).

Das hat seine Ursache darin: er steht fest in unserer, der katholischen Weltanschauung und bezieht von ihr aus fast alle Lebens- und Wissensgebiete in sein Schaf­fen ein. Die Preise geben wir in der Regel für in Leinen gebundene Bücher an, Ausnahmen sind gekenn­zeichnet!

beginnen wir mit der Jugend! Da ist Das alle h>-i (310 Mk.) von Wübelm Matth ieße^i, ein Märchenbuch für die Jüngsten, wie es nach Schönheit

Inon geachteter Seite las der böse Geist der deut­schen Politik gekennzeichnet wurde. Selbst in Hin­sicht auf die erschreckende Not dieses Winters und die ungeheuren innen- und außenpolitischen Ge­fahren, denen wir entgegengehen, kann dieser böse Geist Deutschlands" nur durch die parteipoli­tische Brille sehen.

Schleicher oder Papen?

Auf diese beiden Namen läuft die Entwicklung nun hinaus. Noch immer sind Kräfte am Werke, die wieder Kanzler v. Papen an der Spiße des neuen Kabinettes sehen wollen. Das wäre ein Unglück für Deutschland. Papen hat es in kurzer Zeit fertig gebracht, 90 Prozent aller Deutschen zu seinen Gegnern zu machen.

Ein Präsidialkabinett aber, das sich auf nur 10 Prozent der Bevölkerung stützen kann, das vor allem die gesamte Arbeiterbevölkerung durch anti­soziale Erklärungen und Maßnahmen sich zu er­bitterten Feinden gemacht hat, ein Kabinett, das nicht nur im Reichstag, sondern auch im Reichs­rat auf schroffe Ablehnung stößt, muß mit einer Katastrophe enden. Die Hoffnung, daß die bewaff­nete Reichswehr ein solches Kabinett stuften soll gegen die geschlossene Front des Volkes, ist doch etwas arg vormärzlich. Gewiß würde die Reichs­wehr schießen, wenn es kommandiert wird. Aber das Blut, das dann flösse, wäre das Signal nur bolschewistischen Revolution, zum furchtbaren Bür­gerkrieg. Und davor möge uns Gott bewahren.

Deshalb ist man trotz starker Kräfte, die für Papens Wiederkehr arbeiten jetzt der Meinung, daß der Reichspräsident einen anderen Mann sei­nes Vertrauens wählen wird. Die Aufmerksamkeit richtet sich vorwiegend auf den seitherigen Reichs­wehrminister v. Schleicher als den kommenden Mann. Er hätte wenigstens mit weniger Wider­ständen zu rechnen als der stürmische Herr v. Pa­pen. Schleicher ist wenigstens klug und abwägend und wird sich wohl nicht selber unnötigerweise fort­während neue Widerstände schaffen wie es v. Pa­pen mit einer wahren Meisterschaft tat. Man hofft, daß ein Kanzler Schleicher alle verfassungs­politischen Erperimente beiseite lassen und sich auf die Lösung der einzig großen innenpolitischen Auf­gabe des Augenblicks einstellen würde, auf die Frage: Wie kommen wir einigermaßen hell über den Notwinter hinaus?

Zweifelhaft bleibt aber immer, ob es ihm ge­lingen wird, den Reichstag wenigstens dahin zu bringen, daß er ein Kabinett Schleicher für einige Zeit toleriert. Schon wird ernstlich von einer Neu­auflösung des Reichstags gesprochen. Sollte es wirklich abermals dahin kommen? Wir können es nicht glauben.

Gehen jetzt vielleich denen die Augen auf, die einen Brüning stürzten und den damals arbeits­fähigen Reichstag auflösten, damit mehr National­sozialisten gewählt werden sollten? Jetzt haben wir als stärkste Fraktion die der Nationalsozialisten, und diese sind für positive Arbeit nicht zu haben. Eine völlige Störung und Lähmung unserer in­nenpolitischen Entwicklung ist die Folge des Sieges

und Jnhaltsreichtum neben den Grimmschen Hausmär­chen kaum eins gibt. Dr. Elly R e i n i n g e r schrieb Geschichten aus der Bibel für die ganz kleinen (kart. 1,40 Mk). Hier ist endlich kindlich gesagt, was dem Kind aus demBuch der Bücher" verständlich und för­derlich sein kann. Die Geschichte vom Jesukind (3,60 Mark) hat Wilhelm Straub ausgeschrieben, auch für die Kleinen. Trotzdem man das Neue Testament schon oft für die Kinder zu bearbeiten versuchte, ist Straubs Buch doch etwas Neues: es ist ohne poetische Aus­schmückung, aber auch ganz lebendig und kindertümlich ausschließlich Jesu Jugendgeschichte. In der Reihe Heiligenleben für Kinder von heute" ist als neuer Band Die Geschichte des heiligen Philippus Neri (2,80 Mark) von Helene Pagès erschienen. Von einem Heiligen, der als Anführer einer Riesenschar von Jun­gens vor die Tore Roms zog, dort Spiel und Sport ver­anstaltete, lassen sich unsere Kinder gern erzählen und merken dabei nur sachte, daß dieser allzeit heitere PH - lippus doch ein Gesandter Gottes ist und daß sie durch ihn gesünder an Leib und Seele werden. Eine der hellsten Erscheinungen unter den großen Priestern der letzten hundert Jahre war Don Bosco, derSchlingel­erzieher". Als ein ihm Verwandter hat der Dichter und Erzieher Peter Dörfler die zwei Bücher Der junge Don Bosco (2,90 Mk.) und Der Bubenfönig (4 Mark) geschrieben. Das eine schildert die Entwicklung Don Boscos selbst, das zweite fein abenteuerliches und opferfreudiges Schaffen für die Jugend. Das Leben

jener ostelbischen Klique, die unsere Innenpolitik seit sechs Monaten maßgebend beeinflußt hat.

In Preußen

ist die Situation unverändert. Durch die Einset- fiung des Reichskommissars und die Beiseiteschie­bung der parlamentarischen Regierung ist sowohl der Landtag wie der Staatsrat ohne Einfluß. Die Art, wie das Reichsgerichtsurteil in der Preußen­frage von Papen durchgeführt wurde, hat erst recht den Konflikt verschärft. Die Folge ist, daß der Staatsrat die abermalige Anrufung des Reichsgerichts gefordert und seinen Vorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Adenauer-Köln, beauftragt hat, die Klage vor dem Staatsgerichtshof zur Klarstellung der Verfassungsstreitigkeiten einzurei­chen. Das Vertrauen in die öffentlichen Verhält- Nisse, die Autorität der Reichsregierung und des Reischpräsidenten leiden schweren Schaden darun­ter, daß es abermals nötig wird, den obersten Ge­richtshof gegen die Reichsgewalt anzu rufen.

Hoffentlich hat der neue Reichskanzler die nö­tige Einsicht und Klugheit, den Preußenkonflikt schnellstens auf friedliche Weise zu beseitigen und die verfassungsmäßige Landesregierung wieder in ihre Rechte einzusetzen.

Man darf dabei nie vergessen, daß die Gegen­sätze zwischen Reichsregierung v. Papen und Preu- ßenkab'.nett Braun in erster Linie dadurch entstan­den sind, daß im Reich eine Regierung am Ruder ist, die keine Mehrheit im Volk und im Reichstag hat und der bekannten Forderung der Verfassung nicht entspricht, und daß diese Reichsregierung nur durch ihre starken einseitigen Begünstigungen der nationalsozialistischen Agitation im Juni und $uH dieses Jahres in den Gegensatz zur geschästsführen- den preußischen Regierung gekommen ist.

Am bas badische Konkordat.

Der radikale kirchenfeindliche Flügel in der babi« schen Sozialdemokratie hat die Oberhand gewon­nen. Er setzte es durch, daß ein Parteitag der ba­dischen Sozialdemokratie einberufen wurde, auf dem man beschloß, die sozialdemokratische Laird- tagsfraktion habe geschlossen gegen das Konkordat' zu stimmen unter absolutem Fraktionszwang. Kei­ner dürfe der Abstimmung fern bleiben.

Nach der Erklärung des badischen Zentrums­führers Föhr hat damit die sozialdemokratische Fraktion als Partner für politische Abmachungen jeden Kredit verloren. Wenn es möglich ist, daß ein Parteitag die Fraktion zwingt, bindend ge­schlossene Abmachungen zu brechen, dann scheidet eine solche Fraktion für ernstliche politische Arbeit aus. Die badische Koalition ^mischen Zentrum, So­zialdemokraten und Deutsche Volkspartoi ist damit gesprengt.

Die Annahme des badischen Konkordates im Landtag ist jetzt gefährdet, aber noch nicht ganz unmöglich. Man hofft, daß es gelingen wird, die Deutsche Volkspartei und die Wirtschaftspartei zur Zustimmung zu bewegen. Bekanntlich steht gleich- BKmirzv3T?si3iiO3iBE3BaeeEMeEaBea®ä«s^Bi^^^^ie^^«"Ä des"heiligmäßigen Kindes Maria Filippello beschrieb Ernst Wagner im gleichnamigen Buch (3 Mk). Es zeichnet sich durch Schlichtheit und Eindringlichkeit aus.

Noch einmal zurück in die kunterbunte Abenteuer- und Märchenwelt des Kindes: Abenteuerliche Reife des kleinen Schmiedledick mit den Zigeunern (3,40 Mk.) Elisabeth Walter schuf mit diesem Buch ein Gegen­stück zum Nils Holgersson kindertümlicher, fröhlich erzählter Anschauungsunterricht in der Heimatkunde. Etwas wefensmäßig Neues ist auch Fritze und fein Zirkus (2,20 Mk.) ' von Herbert Alexander: ein Grohstadtkinderbuch, das in bunten Bildern und einfach­luftigen Worten vom Tun und Sein der Arbeiterjun­gens im Berliner Osten berichtet. Der Turm der alten Mutter (5,20 Mk.) von Wilhelm Matth, eßen macht all die bekannten Märchengestalten und -motive aus dem Schicksalsweg unseres Volkes wieder lebendig: Riesen und Zwerge, Könige und Bauern, Zauber und Verwünschung, belohnte Ehrlichkeit und Arbeitssegen. Eine Geschichte der Deutschen nicht so sehr für den Ver- stand als für Herz und Seele gibt Theodor Seiden- faden in seinem Heldenbuch (7,20 Mk.) und im Deut­schen Schicksalsbuch (von dem der erste Teil Das Reich (7,50 Mk) erschienen ist). Alte Dolksepen, Spiel- mannsgejänge, historische Erwiesenheiten, Mythen um einzelne Große das alles verbindet Seidenfaden zu einem Ganzen.

Nanni, den Jslandsknaben, brauchte man in einer Weihnachtsb ücher schau bestimmt nicht mehr zu nennen.