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Paderborn und Innsbruck. Ostern 1923 wurde er zum Priester geweiht. 1923—1929 war er als Pfarrvikar in Zahne bei Wittenberg tätig, sodann Kaplan in Ers- haustn.
Küllstedt. Unsere Gemeinde hat in den letzten Jahren zahlreiche Priester hervorgebracht. Es gibt zur Zeit 33 lebende und amtierende Priester, die aus Küllstedt stammen und nicht nur in deutschen Landen, sondern auch weit über Deutschland hinaus und besonders in den Missionen das Wort Gottes verkünden.
Heiligenstadt. Die Stelle des Sekretärs am Bifchöfl. Kommissariat und des Kaplans an der Propsteikirche od. B. M. B. in Hciligenstadt ist vom 1. Dezember ab dem Pfarrvikar Peter Hardegen aus Brehme übertragen worden. Sekretär P. Hardegen ist geboren am 29. September 1893 in Hildebrandshausen. Er besuchte das Gymnasium zu Heiligenstadt von 1906—1913, studierte Theologie in Paderborn und Freiburg (Schw.)
Der Hothof.
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von Johannes Bfnifenbetgee. (narhbrudt verboten
Ein Ministrant brachte am andern Morgen nach der Frühmesse dem Rothosbauern ein Briefchen vom Herrn Pfarrer. Der Waldbauer habe sein Geld bei ihm holen wollen und voraussichtlich komme auch heute noch der Schimmelbauer. Er möchte den Rothofbauern an sein Versprechen erinnern, die 10 Tage seien um, die 1400 Mark fällig. Der Pfarrherr bat, wenigstens das ihm zu bringen, was er selber vom Waldbauern und Schimmelbauern geborgt hatte. Er für sich wolle in Gottes Namen noch warten, wenn der Rothofbaucr nicht so schnell alles Geld herbeischaffen könne.
Der Bauer las den Brief und tat einen Fluch. „Der kann auch nicht warten, der Herr Pfarrer. Ja, mit dem Geld haben sie's alle eilig. Auch die Herren Seelenhirten!" spottete er.
Eine Stunde später rannte der Rothofbauer mit weiten Schritten zum Zug nach Göppingen. In Maitis, am Fuße des Hohenstaufen, leerte sich der Wagen, den eine lustige Kinderschar aus Aalen bevölkert hatte. Mit ihrem Lehrer zogen die Kinder zum Kaiserberg, zum Hohenstaufen hinauf. An ihrer Stelle stieg ein schwarzhaariger Stadtherr ein und musterte den Rothofbauern durch seine dicken Brillengläser mit neugierigem Blick. Der aber wollte allein mit seinen Gedanken, um eindrucksvolle Worte für sein Gesuch bei irgend einem Geldjuden in Göppingen zu finden. Wenigstens 5000 Mark mußte er sofort bei einem Geldverleiher herausholen. Die brauchte er gleich, koste es, was es wolle. Drum machte er eine halbe Kehrtwendung zum Fenster, als der Fremde ihm gegenüber Platz nahm und offensichtlich Reiseunterhaltung suchte.
„Schöne Gegend, was?" fing jener an. „Reiche Höfe da drunten, nicht wahr? Die Bauern haben scheinbar noch Geld. Ihnen geht's noch immer am besten.."
Und als der Fremde sah, daß der Bauer sich borstig, wie ein Igel, stellte, suhr er fort ihn zu reizen:
„Das bißchen Steuern, das die reichen Bauern be-
und empfing am 7. August 1917 im Dom zu Paderborn die hl. Priesterweihe. Am 22. August 1917 wurde er mit der Vertretung des als Militärpfarrer tätigen Lo- kalkoplans Müller in Böfekendorf beauftragt, wurde am 10. Dezember 1917 Kaplan in Küllstedt, am 17. Oktober 1919 Kaplan in Breitenworbis, und am 31. März 1925 zum Pfarrvikar in Brehme ernannt.
Worbis. Der Volksverein hielt im „Deutschen Haus" eine Versammlung ab, die durchströmt war vom Geist wahrer Volksverbundenheit. Generaldirektor van der Velden sprach über die Aufgaben der Katholiken Deutschlands. Mit atemloser Stille folgten die Zuhörer seinen Ausführungen. Lebhafter Beifall und Verdoppelung der Mitgliederzahl in unserer Gemeinde waren äußere Zeichen für die Bejahung der Gedanken. Vikar Kirchberg dankte dem Redner herzlichst, setzte sich nachdrücklichst für den Volksverein ein und stellte Mittelschulrektor Frommhold als Geschäftsführer der hiesigen Ortsgruppe vor. — Der kathol. Gesellenverein in Verbindung mit dem Cäcilienchor führte auf Diesseitigen Wunsch am Sonntag im großen Schüt- zenhaussaale nochmals das Schauspiel „Elmar" von Dr. Faust mit gutem Erfolge auf.
zahlen, das ist ja kaum der Rede wert, dafür geben sie den Mägden und Knechten schlechte Löhne. Sie selber fressen sich dick und voll an. Im Stall haben sie ihr Schwein, auf dem Speicher ihre Mehlsäcke und im Keller die Mostfässer. Was soll denen noch fehlen?"
Jetzt lief dem Rothofbauern die Galle ins Blut und spitz warf er dem frechen Schwätzer dazwischen:
„Die Leute betrügen und aussaugen, das müssen die Bauern erst noch von andern lernen."
„Wer spricht denn vom Betrügen und Aussaugen. Dazu sind die Bauern wohl nicht schlau genug. Sonst täten sie's auch."
„Da müssen die Bauern vielleicht bei Ihnen in die Schule gehen?"
„Wieso bei mir? Für was halten Sie mich denn?" „Na, Sie werden halt auch so einer sein . . . so ein Bankjude, so ein Halsabschneider, oder zum mindesten so ein Advokat, na halt so ein Rechtsverdreher . . ."
„höflich sind Sie ja nicht, aber schlecht geraten haben Sie auch. Ich bin weder ein Advokat, noch sonst ein Rechtsverdreher, auch nicht ein Halsabschneider. Im Gegenteil! Gerade die Aermsten und Elendesten kommen zu mir, wenn sie sonst keine Hilse mehr wissen, wenn sie bei allen andern verschlossene Türen und keine Antwort mehr auf ihre Sorgenfragen finden. Ich will jedem helfen, wenn er noch so arm und noch so sehr in Not ist. Zu mir kann jeder kommen. Ich bin kein Halsabschneider, haha! Die Halsabschneider, die Blutsauger, die sitzen anderswo. Das sind die Kapitalisten, die reichen Dickbäuche mit ihren Geldsäcken, die den Menschen zu Sklaven machen. Jawohl! auch die Bauern am meisten! Und wie schön könnten es die Bauern haben, wenn sie frei wären von der Sklaverei des Kapitals!"
Schon nickte der Rothofbauer zu des Fremden Worte hin und wieder ein stillen: „Ja, Ja." Er sprach ihm in seiner Sorgenstimmung auf dem Leidensweg zum Geld-
juden ja aus dem Herzen. Der andere aber spürte das innere Erwärmen des Bauern wohl und blinzelte aus seinen schwarzen Aeuglein immer listiger und vertrauter : ihn an. Des Bauern schweigendes Nicken steigerte sich < bald zu lebendiger Harmonie, als jener jetzt graue Far- benbilder von den Mühen und Plagen, von dem Schinden und Schaffen der Bauern auf dem schweren, steinigen Erdboden dieses Landes malte. Dem Schattenbild des schwäbischen Bauern aber stellte der Fremde nun I gegenüber das Idealbild eines Bauern, der sich nicht ums Geld für Maschinen und Saatgut, für Löhne und Steuern, nicht um Zinsen für Schulden sorgen und raf» fern müsse, dem alles, Maschinen und Arbeitskräfte, Saatgut und Vieh der Staat gebe, so wie er dem Beamten das Gehalt und fein Büro stellt. Und dieser Jdealbauer lebe seinen guten Tag bei achtstündiger, ja c bei noch kürzerer Arbeitszeit ohne alle jene Sorgen, vergnüge sich in der freien Zeit im Theater, im Kino, bei Büchern und Bildern oder ihrem Spaziergang durch Wald und Feld. „So glücklich wollen wir, will i ch auch den schwäbischen Bauern machen."
„Das wäre schon schön," meinte der Bauer vom Rot- Hof. „Aber, wo auf der Welt gibt es denn solche Bauern? Ich habe noch keine gesehen."
„Sie haben noch keine gesehen? Das glaube ich gerne. Aber es gibt sie. Glauben Sie mir: Tausende, ja Millionen solcher Bauern gibt es schon und sie leben glücklich."
„So, wo denn? Da möchte ich auch Bauer sein!" „Dort, wo die Arbeiter und Bauern alle Macht haben. Dort, wo Sichel und Hammer regieren und wo t alles den Bauern und Arbeitern gehört, nicht den Kapitalisten, den Ausbeutern und Dolksbedrückern, dort in i Rußland."
„D je, o je, in Rußland! Darüber habe ich schon n anderes gelesen und gehört, als Sie sagen. Ruhland? ' D du lieber Himmel, das liegt weit weg. Ich verlange gar nicht danach, ein russischer Glücksbauer zu werden. Ich wäre schon ftoh, wenn ich meine größten Sorgen als schwäbischer Bauer los wäre."
Der Rothofbauer holte Stock und Hut aus dem Gepäcknetz, denn der Zug schlängelte sich bereits um den großen Bogen bei Faurndau herum und bog ins Fils, thal und noch Göppingen ein.
„Was drückt Sie denn so heftig?" forschte der Fremde. „Vielleicht kann ich Ihnen helfen?"
„Geld bräuchte ich."
„Das habe ich nun allerdings am allerwenigsten. Aber vielleicht haben es andere Leute."
„Im Augenblick weiß ich niemand, der mir schnell Geld leiht, denn ich brauche gleich wenigstens ein paar tausend Mark."
„Ein paar tausend Mark? Das kann viel und kann wenig sein. Es kommt ganz auf die Verhältnisse an. Die müßte ich vorher kennen. Ich habe gerade noch eine halbe Stunde Zeit bis zur Abfahrt des Schnellzugs nach Stuttgart. Also erzählen Sie mir Einiges über Ihre Herkunft und Ihre Verhältnisse."
„Wovon das herz voll ist, läuft der Mund leicht über. j Nach einer halben Stunde kannte der schlaue Fremde den Rothof von außen und von innen, wußte wohl, wo den Bauern der Schuh drückte. Er sah des Bauern Weib und Kinder wie lebendig vor sich, am deutlichsten den Schwager, den der Bauer ihm mit grellen Farben als Widersacher all seiner Pläne und als Quelle alles Unheils bezeichnet hatte. Zum Schluß bat der Fremde den Bauern, er möge ihm Namen und Hof und Wohnort aufschreiben. Er schob ihm sein schwarzes, abgegriffenes
dem praktischen Wert hat aber das „Monika-haushalt- buch" noch einen besonderen Vorzug: es löst das bedeutsame Problem: Religion und Leben und Arbeit zu einer wundervollen Einheit zu verbinden, es zeigt, wie die kleinste Arbeit zu einem großen, verdienstvollen Werk gestaltet werden kann, es leitet durch ein paar Fragen am Ende jeder Woche zu ernster Selbsterziehung und Selbstprüfung an, es regt an, das tägliche Leben wieder mit christlichem Geist zu durchdringen.
Albert Ehrhard: Das Christentum im Römischen Reich bis Konstantin. Aus der Sammlung der „Bücherei des Katholischen Gedankens". Verlag Haas u. Grabherr, Augsburg 1932. 60 Seiten, gebunden 1.20 Mark. Der Altmeister der frühchristlichen Kirchengeschichte, der nun siebzigjährige Prälat Prof. Ehrhard, hat seine berühmte Straßburger Rektoratsrede „Das Christentum im Römischen Reich bis Konstantin" neu herausgegeben und somit der breiten Oeffentlichkeit zugängig gemacht. Nicht nur die überaus klare, grundrißhafte Konzeption der vielgestaltigen Problematik der frühchristlichen Kirchengeschichte verleiht diesem Bändchen den Vorzug gegenüber so manchem dickleibigen kirchengeschichtlichen Kompendium, sondern ebenso sehr die eindringliche und überzeugende Art sachlicher Durchdringung und objektiver Wertung der Entwicklung des Urchristentums bis um die Wende des 3. Jahrhunderts.
Die christliche Familie, herausgegeben und bearbeitet nach P. Franz Tischlers Illustriertem Hausbuch von P.
Konstantin Rudigier O. M. Cap. Gr. Fol. XVI u. 419 S. Köln, Verlagsinstitut Brake (o. I.) . Preis Geb. 22 Mk. Vor etwa 40 Jahren hat P. Franz Tischler ein Hausbuch für die christliche Familie herausgegeben, das später erweitert und illustriert erschienen ist. Davon liegt nun eine neue Ausgabe vor. Das beliebte Familienbuch handelt über Ehe und Familie, über den katholischen Mann, die christliche Frau sowie über das Werk der Kindererziehung. Ein Anhang bringt eine Hausandacht und eine Gesundheitspflege. In schlichter, einfacher Sprache legt es dem gläubigen Volke vor, was die Geschichte und Erfahrung großer Männer von der christlichen Familie zu berichten weiß. Das Buch ist ein zuverlässiger Führer zu einem zufriedenen und glücklichen Familienleben und kann allen, die eine Familie gründen wollen, auf das Wärmste empfohlen werden.
Hans Hümmeler (Hans Sauerland), Jugend an der Maschine. Mit 4 Bildern von Rudolf Schlichter. 8° XVI u. 316 S.) Freiburg im Breisgau 1932, Herder. Kartoniert 3.80 Mk., in Leinwand 4,4Ö Mk. Es zwingt sich einem die Pflicht auf, Bücher wie dieses aufs nachdrücklichste an die Jugend heranzubringen. Hümmeler, der vor Jahren unter dem Namen „Hans Sauerland" feine Sorge um die Zukunft der Arbeiterschaft in dem Buch „Die Seele des Industriearbeiters" sich vom herzen schrieb, zeigt der Arbeiterjugend ihren Weg aus dem Verstehen ihres Wesens heraus. Diese Jugend braucht klare Begriffe, festen Halt und christliche Glaubenskraft.
Die ihr zu zeigen, die zu verwurzeln in der härte des Industrie-Alltags, ist hier gelungen.
An der Schwelle der Ewigkeit, von Dr. Walter Disler. 3. Auflage (12.—17. Taufend). XVIII und 322 S. Preise: Leinenband mit Farbschnitt RM. 2.00; Leinen- band mit Goldschn. RM. 2.40; Schaflederband mit Goldschnitt RM. 4.50. Verlag: Buchdruckerei Hochdorf A.-G., Hochdorf (Schweiz) 1932. Alle Menschen müssen sterben. Die Sterbestunde entscheidet über eine ganze Ewigkeit. Das Büchlein, das schon eine Auflage von 17 000 erreicht 1 hat, gibt uns eine Anleitung, gut zu sterben und den Nebenmenschen zu einer guten Sterbestunde zu verhelsen. Besonders durch die Beteiligung an dem, von den letzten Päpsten und vielen Bischöfen warm empfohlenen Verein vom hinscheiden des hl. Joseph. Gegen einen einmaligen i Beitrag von mindestens 20 Pfg. wird man Mitglied dieses zeitgemäßen Vereins, dem heute über 5 Millionen Mitglieder angehören. An der Spitze Pius XI. und rund 600 Bischöfe und über 80 000 Priester, die täglich über 200 hl. Messen für die Sterbenden lesen. Das Büchlein sollte in keinem katholischen Hause fehlen. Bestellungen auf das interessante Büchlein und Anmeldungen für den Verein nimmt entgegen: das Kanisiuswerk, Blarerstr. 18, Konstanz, Baden, (Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 159 68 Simon Deggelmann (Kanisiuswerk)
' Konstanz).