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. „Wir Katholiken und das Gebot der Stunde". Red- - beleuchtet die unglückliche, wirtschaftliche und poli- he Lage der Welt, besonders aber des deutschen Vater- ,des, und zeigte dann die Wege, die uns Christus zu ien gemahnen würde. Der Erfolg war, daß sich 23 iwohner als Mitglieder des tathol. Volksverems in die te eintrugen.

Worbis. Die Ernennung unseres bisherigen Pfarrers d Stadtdechanten, des hochw. Herrn Propstes Robert ich in HeiligLnstadt zum Bischöfl. Kommissarius hat ch in unserer Gemeinde große Freude erregt. Seme cheriqen Pfarrkinder beglückwünschen ihn herzlich und wichen ihm Gottes reichsten Segen im neuen Wir- naskreis — Das Kuratorium der Kreismittelschule ählte zum Nachfolger des verstorbenen Mittelschulleh- 5S Friedrich Utzig Herrn Reimer aus Marburg a. L.

U Worbis. Der Landrat hat zur Linderung ärgster Not ien Aufruf zur Sammlung von Geld, von Lebensmit- n, Kleidern und Wäschestücken sowie von Heizmaterial massen. An die Kreiseingesessenen wird die dringende tte gerichtet, die von den Geistlichen, Lehrern und stützen in Kürze veranstalteten Sammlungen weit- hend zu unterstützen. — Der Hilfsverein für Blinde in alle a. S. weist darauf hin, daß in letzier Zeit ver- uedentlich Händler „Blindenwaren" (Bürsten, Besen, irbe) unter dem Dorwande verkaufen, diese Waren für ; Provinzialblindenanstalt umzufetzen. Jeder Vertre- • bet Provinzial-Blindenanstalt bezw. des Hilfsvereins r Bliräe hat sich durch einen roten Ausweis mit dem ntssiegel und der Unterschrift des Direktors Bechthold iszuweisen. Als alleiniger Vertreter für den Kreis Wor- s ist Gottfried Wenzel-Leinefelde zugelassen. — Der ^Uh. Frauenbund veranstaltete einen Werbeabend für deutsche Erzeugnisse", um vor allem der deutschen Tex- industrie, die Tausende von Arbeitern wegen Absatz- angels entlassen mußte, aufzuhelfen. Eine Ausstellung rschiedenster Arbeitsmaterialien und fertiger Hand­beilen gab reichlich Anregung.

Worbis. Ein lang gehegter Wunsch der kreiseinge- ssenen Landwirte ist endlich in Erfüllung gegangen. Die ue landwirtschaftliche Winterschule wurde am Montag rer Bestimmung übergeben.

Zella. Unsere Kirche erhielt durch die Hand des Düs- !dorfer Kunstmalers Karl Weißenborn, eines gebürtigen chsfelders (Deuna), eine Ausmalung, die sich pietätvoll m Barockbau anpaßt. Außer dem Hauptaltar erhielten ich alle Einrichtungsgegenstände ein neues Gewand. Die horwände wurden mit einem überlebensgroßen Bilde 's Heiligen Michael und des heiligen Georg geschmückt, ie Kirche war den Wirren des dreißigjährigen Krieges iml Opfer gefallen und 1733 wieder aufgebaut worden.

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Rom. Das hier tagende Generalkapitel der Oblaten ! m der Unbefleckten Empfängnis wählte einen General- iistenten in der Person des P. E. Blanc und drei Assi- mten, unter denen sich der deutsche Pater Johannes ietsch befindet.

Mitteldeutsche Präsidcslagung. Der Katholische ungmännerverband Deutschlands hält am 21. und 22 ovember eine große Mitteldeutsche Präsidestagung ■ Frankfurt a. Main ab. Das reiche Programm der iden Tage steht u. a. eine Feierstunde „Goethe und e deutsche Jugend" vor unter Mitwirkung von Kam- ersänger Ziegler, wobei P. Muckermann sprechen irb; ferner zwei große Referate über „Die kommen- n Aufgaben in der Jungmannschaft" von General- räfes Walker und Generalsekretär Clemens. Walter irks wird zu dem Thema „Reichsgedanken von einst ad jetzt" sprechen. Dazu gibt es noch eine Vorstellung ^aust I" im Schauspielhaus, eine Aufführung des turm schar- und Goethefilms, Führungen durch das oethehaus und das historische Frankfurter Rathaus id anderes mehr. Die Tage sind vor allem zur Freude iÄ Erhebung aller Teilnehmer gedacht.

Berlin. Dem Professor der katholischen Theologie n der Universität Bonn, Fritz Tillmann, ist in An- rtennung seiner Verdienste um die Wissenschaft und m akademischen Nachwuchs die Goethe-Medaille ver- ehen worden. Die gleiche Ehrung erhielt die kathoi. 'ichterin Enrica von Handel-Mazelti, in Wür- igung ihrer Verdienste um die Verlebendigung großer, eschichtlicher Ereignisse der deutschen Vergangenheit, ie gerade für die Gegenwart bedeutsam sind. Wir er- inern daran, daß schon vor einiger Zeit der bekannte ater Friedrich M u ck e r in a n n S. I. mit derselben oldenen Medaille für sein aufsehenerregendes Goethe- uch (Bonner Buchgemsinde) ausgezeichnet worden ist

Kevelaer. In der hiesigen Marienkirche trat der ba= sche Staatsangehörige Paul Andreas Erichsen aus openhagen zur katholischen Kirche über. Dieser Ueber­itt ist um so bemerkenswerter, da der Konvertit als therischer Theologe hervorragende Stellen in der däni- hen Landeskirche bekleidet hat. Erichsen war Missions- kretär in der dänischen Volkskirche für das Ausland und ar noch bis vor kurzer Zeit als Kordegn der Landes- rche tätig. Zur Vorbereitung auf die Konversion hielt

sich der Konvertit zwei Monate im Kloster Maria-Laach auf. Zur Erinnerung an die Konversion im Gnadenort Kevelaer nahm Erichsen den weiteren Vornamen Maria an. Der Konvertit, der auch mit theologischen Schriften schon hervorgetreten ist, wird sich vorläufig mit schrift­stellerischen Arbeiten beschäftigen.

Neidenburg. Im Altersheim der ostpreußischen Stadt Neidenburg blickte der älteste Bewohner der Provinz, Friedrich Sâdowski, am 27. Oktober 1932 auf ein Alter von 107 Jahren zurück. Hält den rüstigen Greis, der sehr oft 10 Kilometer weite Wanderungen am Tage macht, Krankheit oder Unwohlsein nicht zurück, so wohnt er jeden morgen der heiligen Messe bei. In den alten Kirchenbüchern der katholischen Kirche zu Lahna im Kreise Neidenburg ist vermerkt, daß er am 27. Oktober 1825 als Sohn des Besitzers Michael Sadowski in Orlau geboren also wirklich 107 Jahre alt ist. Auch den Trauschein hat der Greis sorgsam aufbewahrt. Beim Russeneinfall war er nach dem Verlassen seines Versteckes über eine russische Telephonleitung gestrauchelt und wollte sie kurzerhand zerschneiden. Dabei wurde er verhaftet und sollte sogar als Spion von den Rusten standrechtlich erschossen wer­den. Zur rechten Zeit trieben die Deutschen den Feind in die Flucht, und unser „Spion" blieb am Leben.

Men. Pater Wilhelm Schmidt S V. D., Direktor des ethnographischen Missionsmuseums im Lateran und Pro­fessor für Völkerkunde und Sprachwissenschaft an der Uni­versität Wien, hat soeben eine Reihe von Gastvorlesungen an der Universität Orford (Endland) beendet. Pater Schmidt, der seit 30 Jahren Forschungen und Studien über den Gottesbegriff bei den primitiven Völkern be­treibt, erhielt von der bekannten englischen Universität eine Einladung, über die Austastung des Höchsten We­sens und seine Verehrung bei den Indianern Nordameri­kas einen Zyklus von Vorträgen zu halten.

Italien. Der glückliche Abschluß des lateranensischen Konkordates hat auch zur Folge gehabt, daß der italie­nische Staat in weitem Umfange zur baulichen Erhaltung der Kirchenaebäude - beiträgt. In der Staatsrechnung 1931=32 weist die Kultusdirektion Ausgaben von über gwei Millionen Lire für diesen Zweck aus. In erster Linie werden die Kredite für die Erhaltung historisch oder künstlerisch bedeutender Baudenkmäler verwandt. Aber auch für Neubauten wurden erhebliche Summen ausge­worfen, so für den Bau der Kathedrale von Pola cdcr der Votivkirche für den Frieden in Rom. In besonders großem Umfange wurden Staatsmittel zur Restauration der St.-Nikolaus-Basilika in Bari beigesteurrt.

Italien. Am Sonntag, den 23. Oktober wurde die berühmte Kirche der Certosa di Pavia wieder feierlich dem kathol. Gottesdieistt übergeben. Bekanntlich wurde die Kartause vor einigen Wochen vom italieni­schen Staate wiederum dem Orden der Kartbäuser. zu- rückerstattkt. Die Mönche haben das klösterliche Le­ben schon vor einiger Zeit in der Certosa wieder aus­genommen.

Mailand. Ein Kongreß der katholischen Aerzte Ita­liens, der zwei Tage in Florenz versammelt war, ge­staltete sich zu einer Tagung, die dafür zeugt, daß die katholische Aktion auch in diesem ganz besonders wichti­gen Kreise der katholischen Gebildeten große Fortschritte gemacht hat. Das Ergebnis der Tagung ist: Um den Kontakt zwischen Klerus und katholischen Aerzten auf­recht zu erhalten, sollen in jeder Stadt und Diözese katho­lische Arztvereine gegründet und diesen ein in der Pasto- raltheoloqie besonders ausgebildeter Geistlicher beiqege« ben werden Man hält ein Zusammenarbeiten zwischen Arzt und Priester in den Grenzfragen zwischen Moral und Medizin als von besonderer Wichtigkeit für die Zu­kunft des Landes. Von Interesse ist noch, daß der Kon­greß an den Avostolifchen Stuhl die Bitte richtete, den hl. Albertus Magnus zum Protektor der Naturwillen- schaftler zu erklären.

Mailand. Der römische Kurienkardinal Bisleti vollzog als Vertreter des Hl. Vaters die Weihe des neuen Gebäudes der kathol. Herz-Iesu-Universität Mailand. Das ehemalige Kloster S. Ambrogio, das lange als Militärmagazin und Spital gedient hatte, Ut unter Wahrung des kunsthistorischen Charakters für die Zwecke der Universität umgebaut worden. Der _ Ein­weihung wohnten auch Vertreter der staatlichen Autori­täten bei.

Madrid. Die spanischen Kircheybrände dauern an die Pfarrkirche von Carbo (Prov Galicien) wurde ver­brecherischerweise angezündet. Aus Marena wird unter dem 24 Oktober gemeldet, daß eine Gruppe von Unbe­kannten die San Sebastian-Kirche in Brand gesteckt hat, in der sich wertvolle Gegenstände befanden, darun­ter eine Altarmalerei aus der Renaissance und ein Ge­mälde aus dem 17. Jahrhundert. Weiter wird aus Ecfja gemeldet, daß dort Uunbekannte die Kirche und ein Kloster in Brand gesteckt haben. Es wird ange­nommen, daß es sich um eine Gruppe von Personen

Hummer 47 / Seife 11.

handelt, die in Autos in der Provinz herumfährt un- alle religiösen Gebäulichkeiten anzuzünden versucht.

Amerika. Auf einer Tagung des katholischen Frauenbundes in Chicago gab Kardinal Mundelein bekannt, daß die kathol. Karitas-Organisationen dieser Stadt im letzten Jahre 10 Millionen Dollar für wohl­tätige Zwecke verausgabt haben.

Newyork. In einem Rundfunkvortrag über „moder­nes Verbrecherwesen" führte ein Richter vom Newyorker Obersten Gerichtshof, John I. Fitzgerald, aus, daß die religiöse Gleichgültigkeit eine Hauptursache des zunehmenden Verbrechertums sei. „Ich möchte mit allem Nachdruck meiner Ueberzeugung Ausdruck geben", so erklärte er, „daß keine menschliche Organisation, die ohne göttliche Hilfe arbeitet, sei es die Schule, die Hoch­schule oder die Universität, das grauenhafte Verbrecher­wesen jetzt oder in Zukunft ausrotten kann. Meine Ueberzeugung ist es, daß dieses moderne Verbrechertum feine Ursacheindermoder­nen Gottlosigkeit hat . 80 Proz. aller Verbre­cher Newyorks sind Jugendliche unter 25 Jahren. Ob­wohl eine gewisse Anzahl von ihnen durch Armut oder Erwerbslosigkeit zum Verbrechen getrieben wird, ist der Hauptteil aller Verbrechen dem Unglauben zur Last zu legen.

Schanghai. Der spanische Jesuitenpater Joseph Maria Huarte aus dem Apost. Vikariat Wuhu in China veröffentlicht soeben ein „Neues Handbuch der nationa­len literarischen Sprache". Es bildet den fünften Ban- feiner chinesischen Literaturgeschichte. Durch ein chinesisch-spanisches Vokabular wird die Be­nutzung des Buches erleichtert. Dem Ordensgelehrten sind verschiedentlich Glückwünsche für seine Veröffent­lichung zugegangen, die zweifellos einen Fortschritt für das Studium der chinesischen Sprache bedeutet und er­neut auf die Verdienste hinweist, die katholische Mis­sionare als Forscher und Förderer fremder Kulturen sich erworben hüben bezw. noch immer erwerben.

Der heilige Albertus Magnus.

Zu seinem neuen Feste am 15. November.

1. Albert der Deutsche.

Zwar gibt es in der Ewigkeit keine Rassen und Nationen mehr, und die Heiligen der Kirche ge­hören zunächst und zuerst der ganzen katholischen Familie an. Indes t.egt kein Unrecht darin und ist es ganz natürlich, wenn wir sie auch in beson­dere Beziehung zu einem bestimmten Volke setzen: zu dem Volke, dessen Hoi! und Segen ihre Le­bensart in erster Linie gehörte. Beim hl. Albert trifft beides so sehr für das deutsche Volk zu, daß ihm schon das Mittelalter den bezeichnenden Na­men „der Deutsche" gab.

Der hl. Albert ist ein Kind des Schwabenlan­des. Das bis fast 1270 staufische, von da an baye­rische Städtchen Lauingen an der Donau war die Heimat seiner elterlichen Familie, derer von Boll­statt. Ein nüchterner, ruhig denkender, ehrlicher, solider, auf die Sache gehender Schwabe ist Albert sein Leben lang geblieben: so tritt er uns in sei­nen späteren weltbewegenden Werken entgegen. Mit seiner ungewöhnlich langen Lebensdauer von ungefähr 1193 bis zum 15. November 1280 umfaßt unser Heiliger fast das ganze 13. Jahrhundert. In diesem an politischen und sozialen, sonnigen un- trüben, aber mehr trüben als sonnigen Ereignis­sen reichsten Jahrhundert des deutschen Mittelalters war Alberts Schicksal ganz mit seiner Heimat unb seinem Volk verwoben. Etwa vom 33. Lebensjahr an bis zu seinem Tode wirkte Albert als Lehrer der Naturwissenschaften der Philosophie und Theo­logie in Hildesheim, Freiburg, Regensburg, Straß­burg. Würzburg und Köln. Als Provinzial der deutschen Dominikanerprovinz durchwanderte er von 1254 bis 1257 das ganze Reich von Basel bis Lübeck, von der flandrischen Küste bis Wien. Von 1260 bis 1262 verwaltete er als Bischof die Diö­zese Regensburg, mit fester Hand, aber vom Volke geliebt und verehrt, vor allem, weil er in wohl­tuendem Gegensatz zu so manchem anderen, was er sah, auch als Bischof arm lebte wie ein braver Ordensmann. Später treffen wir Albert in Aus­übung bischöflicher Amtshandlungen in beinahe allen Städten, von der Schweiz den Rhein abwärts bis zu dessen Mündung. Als Legat Urbans IV. für die Kreuzzugspredigt durchzieht er noch in a'-