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Seefe, einen treuen Freund wiederfänden. Nach rascher Erledigung der Volksvereinsarbeit erhob sich Herr Zfarrer Hilden, um seinem Erstaunen und seiner Freude Ausdruck zu geben über die stattliche Zahl der Cr- chienenen. Gern sei er zu uns gekommen und gern nach Eisenach gegangen, da die Erinnerung an einen Besuch ruf der Wartburg in seiner Alumnenzeit und der Ans­pruch des hochverdienten Regens — ^ier sei ein schwer

beackerndes Feld — immer mit ihm gegangen seien. Er unterstricht besonders, daß der Volksverein d e r Verein sei in dem in Diasporagegenden mit viel Optl- mismus gearbeitet werden müsse. Auch die geringsten Kamen G nod, eine Öffnung Sri* ben®in. druck gewonnen, daß in Ruhla gearbeitet wurde für die mite Sache, für das Wohl der Mitmenschen. „Wer immer sich strebend bemüht, den können wir erlösen Auch sei es recht und billig, Geselligkeit und Frohsinn zu pflegen. Herr Kaplan Weyer begrüßte es als ein gutes Omen, daß sein früherer Religionslehrer in Marburg heute fein Vorgesetzter sei. Aus dem nun anschließenden gemütlichen Teil, in dem Sang und Spiel (Klavierspiel von Fräulein Lehrerin Zwingmann-Eisenach, abwech­selten, und Herr Klingebiehl durch seine eigenartigen Ein­fälle immer wieder zu herzlichem Lachen reizte, ersah i Herr Pfarrer H., daß der Ruhlaer Volksverein seine Mitglieder und Gäste so in seinen Bann zu ziehen ver­steht, daß vor Tagesschluß niemand an ein ijeimgeljen dachte. Glückliche Pfarrei, wo Hirt und Herde sich zu ernsten und heiteren Stunden so zusammenfindenl

Aus dem Dekanat Erfurt. Kürzlich feierte der Ka­tholische Gesellenverein Erfurt sein 79. : Stiftungsfest Anläßlich dieses Tages fand morgens eine Generalkommunion der Mitglieder in St. Seven statt. Die weltliche Feier wurde im großen Saale des kathol. Gesellenhauses „Zur Villa" abgehalten. Der Prä­ses des Vereins begrüßte die zahlreich erschienenen Gaste in dem festlich geschmückten Saale aufs herzlichste. In seiner Ansprache ermunterte er den Verein zum festen Zusammenhalten und zu eifriger Werbearbeit nach außen hin, damit auch der letzte katholische Geselle erfaßt werde. Auch ein Silberjubilar konnte ausgezeichnet werden: Herr Kullmann wurde die silberne Nadel überreicht. Sehr fein verlief die Gefallenen-Ehrung. Den musikalischen Teil bestritt die Kapelle Fienhold und die Gesangsabtei- I hing des Gesellenvereins, die schon fast 40 Jahre unter ! der ausgezeichneten Leitung des Domkantors Herrn Waldheim steht. Den Schluß des Abends bildete ein übermütig gespieltes Lustspiel, das großen Beifall fand.

Der katholische Frauenbund hatte kürzlich seine Mitglieder zu Einkehrtagen ins Ursulinenkloster eingeladen. Dort hielt der Jesuitenpater Hruza aus Ber­lin-Biesdorf vier Vorträge, die zum Beginn der Arbeit für die Winterhilfe die rechte Einstimmung in den schwe­ren Karitasdienst geben sollten. 68 Frauen waren dem Rufe gefolgt und erlebten weihevolle Stunden, die in den kommenden schweren Wochen sich sehr segensvoll aus­wirken werden. — In der Reihe der religiös-wissenschaft­lichen Vorträge sprach am Montag im Erfurter Dom Jesuitenpater Wilhelm Börner über das Thema: Die Unauflöslichkeit der Ehe. Ist sie eine Grausamkeit? Dieses sehr ernste Thema wurde mit größter Gründlichkeit behandelt und zwingend nachgewiesen, daß die Unauflöslichkeit der Ehe schon bei der ersten geschlechtlichen Verbindung gefordert werden müsse, da nur so der Sinn der Natur erfüllt wird. Aber zu den mannigfaltigen natürlichen Gründen treten die von Gott gesetzten Gründe unserer hl. Religion. Jede natürliche und übernatürliche Ordnung wird zerstört, das Menschengeschlecht gibt sich selbst auf, wenn es an dem erhabenen Grundsatz der Unauflöslichkeit der Ehe rüttelt denn Ehescheidung ist Familienscheidung, d. h. Auflösung aller Grundlagen jeglicher gesellschaftlichen Ordnung. — Di e St. Josephs-Gemeinde veranstaltete am vergangenen Sonntag eine Abendunterhaltung zum Besten der Bedürftigen der St. Josephs-Gemeinde Erfurt- Nord. Dank der ausgezeichneten Darbietungen des Ka­pellmeisters Kracht und feiner Gattin, Frau Ida Maria Kracht-Ditgens sowie anderer hervorragender künstle­rischen Kräfte wurde der Abend zu einem großen Erleb­nis. Die selbstlosen Künstler, bereiteten durch ihr großes Können den lauschenden Zuhörern einige unvergeßliche Stunden. Nur schade, daß der Saal noch einige Lücken aufwies. Im Namen der Notleidenden, denen der Ertrag des Abends zugute kommen wird, fei allen Mitwirken­den herzlich gedankt. — In Melchendorf fand kürz­lich ein Sturmtag der Erfurter katholischen Jugend statt, der die Werbearbeit des katholischen Jugendvereins im eigenen Dorfe erhöhen sollte. Am Nachmittag konnte in der Jugendkundgebung Herr Pfarrer Himmelmann außer dem Bezirkspräses Herrn Pfarrer Hartmann eine große

Schar Erfurter und Melchendörser Jugendlicher begrüßen. Bis zum Abend wurde die Zeit verbracht mit klingendem Spiel und fröhlichem Gesang. Dann sprach Herr Ve- zirkspräses vom Weltmenschen und Christusmenschen und wies auf das marianische Jugendreich der Gotteskinder hin. das am besten Schutz und Hilfe gegen die sittlichen Schlammfluten der Gegenwart gewährt. Ein Fackelzug durch das Dorf ruft dann auch den Lauesten wach und ruft zum Familienabend der Gemeinde auf. Bald ist der große Saal bis auf den letzten Platz gefüllt und die Ju­gend versteht es, die Gäste durch Gesang und Deklama­tionen zu wecken und mitzureißen. Mit diesem wohlge­lungenen Tage wird nun neues Leben in den Jugend­verein von Melchendorf einziehen und auch die Eltern werden den hohen Wert ernster Jugendarbeit erkannt haben.

Brehme. An der diamantenen Hochzeitsfeier der Eheleute Gatzemeier nahm die ganze Gemeinde herz­lichsten Anteil. In der schön geschmückten Kirche hielt unser Pfarrvikar eine Ansprache an das Jubelpaar, in )er er dessen mannigfache Verdienste rühmend hervor­hob. Eine mehrstimmige Messe, die der Gesangverein ,Cäilia" sang, verherrlichte den Dankgottesdienst. Ün­er den zahlreichen Glückwünschen befanden sich auch olche des hochwürdigsten Herrn Bischofs, des Reichs­präsidenten und unseres Reichstagsabgeordneten.

Breitenworbis. Bauunternehmer Ignaz Hedder­gott konnte seinen 90. Geburtstag feiern. Hart nahm ihn in feinem langen Leben Kreuz und Leid mit. Die Inflation beraubte ihn nahezu des gesamten Vermö­gens und außer zwei Schwiegersöhnen wurden ihm zwei verheiratete Töchter aus der Reihe seiner 13 Kin­der entrissen. Trotzdem erfreute er sich bis vor einiger* Zeit erfreulicher Rüstigkeit.

Dingelstädt. Mit einem Festabend im Thüringer Hof begann die hiesige Ortsgruppe des Volksvereins ihre Winterarbeit. Nachdem der Geschäftsführer Dr. Jakobi Vegrüßungsworte gesprochen hatte, ergriff Volksvereinssekretär Giesen das Wort zum Thema „Christus, Herr der neuen Zeit". In seinen fesselnden Ausführungen kennzeichnete er zunächst die unglück­selige wirtfck>aftliche politische und kulturelle Lage, un= ter der die Welt von heute seufzt, und zeigte dann die Wege, die uns in diesen Verhältnissen das Christentum weist. Den musikalischen Teil des Abends bestritten der katholische Kirchenchor und ein Quartett der Damen Hete Kühn, Richard und Schröter, sowie der Herren Schäfer und Lier.

Ferna. Postagent Iohannes Schlotterhose, der vor einigen Jahren die goldene Hochzeit feierte und den Postdienst durch 50 Jahre hindurch gewissenhaft ver­waltet hat, ist 78 Jahre alt gestorben. Er war ein treuer Katholik und ein weithin geachteter Mann. Er ruhe in Frieden!

Heiligenstadk. Mtt der Sammlung für die diesjäh­rige Winterhilfe wurde am Allerheiligenfeste begonnen. In den Hauptstraßen der Stadt spielte die Konviktska­pelle und Sprechchöre machten auf die Sammler auf­merksam, denen ein Lastwagen folgte, der die Gaben aufnahm. Die Kleidersammlung hatte einen erfreu­lichen Erfolg und an barem Gelde konnten 600 Rm. verzeichnet werden.

Heiligenstadl. Eine ernste Mahnung an einen plötzlichen Tod war das Hinscheiden des 48jährigen Ei- sendahninspoktors Albert Schwierk, der in der Altstöd-

Der Hofkoh

Hornau aus gsgvnwürügen senk künftige« Tagen» [3

Von Johannes Htntf enberget, (nadtbendt verböte«.

Nun konnte er am Montagmorgen die Hände in die Hosentaschen vergraben und zusehen, wie die an­dern Bauern sich weiterplagten. Die Jungen sahen mit Bewunderung die Leistung des Rothosbauern und knurr­ten gegen ihre Väter ob des veralteten Betriebes im eigenen Hof. Die Alten schüttelten ungläubig die Köpfe: „Wer so schnell springt, dem geht leicht der Atem aus." „Dem geht er nicht aus," stritten die Jungen dagegen. „In einer Woche ist er mit dem Heuet fertig geworden. Ganz allein hat er feine Wiesen mit der neuen Mäh­maschine abgemäht, mit dem Heuwender und Maschinen­rechen das Heu zusammengebracht. Und wir? Zu 6 und 8 schinden wir uns und sind noch lange nicht fertig. Was erspart er allein an Zeit und Lohn. Dem regnet es das Geld zum Dache herein". „Wo's viel regnet, da hat's viel Dreck", spöttelten die Alten. „Wenn's nur nicht zu­viel bei ihm regnet! Maschinen kosten Geld, viel Geld."

„Herrgott im Himmel! Hat das Zeug ein Geld ge­kostet!" seufzte der Rothofbauer, als er am Sonntag Morgen in aller Frühe aus feinem Kasten herauskramte, was an Rechnungen herumlag und noch im laufenden Jahr Bezahlung heischte. So lange und so eifrig rechnete und schrieb er, daß er einen ganz heißen Kopf bekam und den Glockenruf zur Kirche überhörte. Je öfter er die Zahlenreihe überprüfte und je länger er grübelte, der Zahlen wurden es nicht weniger. Noch gestern hatte der Postbote die Mahnung der Maschinenfabrik gebracht, in­nerhalb 8 Tagen die zweite Räte für die neue Mäh­maschine zu bezahlen, da sonst der ganze Betrag fällig werde. Auch für die neue Sorte Saatkartoffeln und für den Kunstdünger waren die Rechnungen fällig. So rund 25 000 Mk. zählte er mit allem zusammen, was er an Schulden und Zahlungsverpflichtungen fand. 30 000 Mark wären halt gerade recht, dann könnte er noch die neue Kartoffelsortiermaschine bestellen. Die Bäuerin traf den Bauern nach der Kirche noch immer vor seinen Bü­chern und Rechnungen.

„Viel ist*s, arg viel. Soviel hätte ich nicht gedacht",

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ter Pfarrkirche, als er zum Hochamt in einer Bank Platz genommen hatte, von einem Herzschlag betroffen wurde. Hilfsbereite Männer trugen ihn in ein Nachbarhaus, wo ihm der Geistliche, der gerade die Kanzel besteigen wollte, nur noch die letzte Oelung spenden konnte. Der so jäh aus dem Leben Abberufene war erst kürzlich hierher versetzt worden.

Hüpstedk. Unser erst vor wenigen Wochen gegründe­ter Gesellenverein, der bereits 100 Mitglieder zählt, trat mit einer Familienfeier zum ersten Male an die Oeffent- lichkeit. Nach dem gemeinsam gesungenen und von der Hauskapelle begleiteten Kolpingslied kennzeichnet^ der Präses in seiner Ansprache Aufgaben und Ziele des Ge­sellenvereins. Auch des goldenen Priesterjubiläums unseres hochverehrten Oberhirten wurde in geziemender Weise gedacht. Den Hauptteil des Abends bestritt Kreisjugendpfleger Lier aus Heiligenstadt mit dem „Eichsfeldfilm", der vielen Beifall fand.

Helmsdorf. Am Christkönigsfest wurde ein Fami­lienabend der Gemeinde abgehalten, in der zunächst des goldenen Priesterjubiläums unseres hochwürdig­sten Herrn Bischofs gedacht wurde. Dann hielt Ge­schäftsführer Hülsmann aus Heiligenstadt einen tief­schürfenden Vortrag über die politische Lage. Den Abschluß bildeten einige anmutige Reigen der Jung­frauenkongregation.

Kreuzebra. In besonders festlicher Weise beging un­sere Pfarrgemeinde das Christkönigsfest. Nachdem am Morgen das Hochamt die Einstimmung gegeben hatte, fanden sich alle Gläubigen zu der feierlichen Abendandacht in der prächtig geschmückten Kirche eht# deren Chor in einem Lichtermeer erstrahlte. Der be­geisternden Festpredigt folgte der Treueschwur der Pfarrgemeinde.

Mengelrode. Nunmehr erhält auch unsere Ge­meinde ein Jugendheim, das auf dem Grundstück der Pfarrei errichtet wird. Den Vereinen soll es Unter« kunfts- und Versammlungsraum sein.

Uder. Unser Schulze und Amtsvorsteher Balthasar Döring, der seit 18 Jahren die Geschicke der Gemeinde leitet und das Amt beim Tode seines Taters über­nahm, feierte feinen 50. Geburtstag. Ueber den enge« ren Kreis hinaus hat er sich wegen seiner Verdienste um die Gemeinde und den Kreis Dank und Anerkenn nung gesichert.

meinte kleinlaut die Bäuerin, als sie ihm über die Schul­tern sah und die große Endsumme las.

„Aber es wird sich bezahlt machen. Was habe ich allein mit der Mähmaschine an Löhnen erspart! Und vom Heugras ist kein Blatt verloren gegangen, kein Regen­spritzer hat es getroffen. Dann die Kartoffeln! Bei die­sem Sommer! Mit den Kartoffeln mache ich mich wieder gesund. Ich rechne auf 1000 Zentner zum Verkauf."

Und als die Bäuerin nicht gleich gutgläubig ihm zu­stimmte, stieg Unmut in ihm auf:

„Aber natürlich, Du bist auch wie die andern hier. Wer nichts wagt, nichts gewinnt. Wenn man nichts in die Wirtschaft hineinsteckt, kriegt man nichts heraus."

„Ich glaube Dir's ja. Ich habe Dir immer geglaubt. Ich weih ja, wie gescheit Du bist. Mußt nicht böse sein, ich verstehe es halt nicht besser". Und milde strich sie ihm über die spärlicher werdenden Kopfhaare weg.

„Bist Du den ganzen Vormittag vor den Büchern und Rechnungen gesessen? Und Du bist gar nicht zur Kirche gekommen!"

„Ich habe die Kirche vor lauter Rechnen ganz ver­schwitzt. Ich habe heute auch keinen rechten Sinn für eine Predigt gehabt. Du weißt ja, ich kann die Kirchen­luft nicht gut vertragen und heute erst recht nicht," lenkte er scherzend ab.

„Ich meine bloß, Fritz ... Es war mir so, als ob der Herr Pfarrer vom Predigtstuhl aus Dich gesucht hätte. Mich hat er mit so eigenartigem Blick angeschaut, als er zum Schluß der Kirche den Weihwasserwedel nach mir herüberspritzte."

„Der wird wohl schon Angst um sein Geld haben. Er kriegt es schon. Morgen früh fahre ich zur Bank und am Dienstag bringe ich ihm den Mammon, damit er wieder ruhig schlafen kann."

Schon geboten am Montag die Mittagsglocken von den Kirchtürmen der haftenden Stadt eine Arbeitspause. Der Rothofbauer saß noch immer im Beratungszimmer der Bank. Der Herr Direktor hatte den Fachbearbeiter